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Mohrenkopf, Zigeunerschnitzel und jetzt Eskimo - Eis wird umbenannt

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Umbenennung wegen Rassismus-Bedenken: Eskimo heißt jetzt O'Payo
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Umbenennung wegen Rassismus-Bedenken: Eskimo heißt jetzt O'Payo. Das dänische Unternehmen 'Hansen Eis' hat sein bekanntes schokoladenüberzogenes Vanilleeis mit schwarzer Johannisbeerfüllung diese Woche umbenannt.

Der Begriff Eskimo ist eine veraltete Bezeichung für die indigene Volksgruppe der Inuit und ein Relikt aus einer unaufgeklärteren Zeit sagen die Befürworter dieser Entscheidung.

Tanja Nielsen ist die Leiterin des 'Greenlandic House' n Aarhus: "Ich habe seit vielen Jahren kein Eskimo-Eis mehr gegessen, ich habe kein gutes Gefühl."

"Es hat eine negative Bedeutung für die Menschen, um die es geht. Deshalb ist der Begriff unangebracht", erklärt der Mitbegründer der Grönländischen Organisation Nalik in Dänemark, Juno Berthelsen.

Aber es gibt auch Gegner der Umbenennung. Ein Geschäft in Kopenhagen verteilte kostenlos Eskimo-Eis als Zeichen gegen ein Zuviel an politischer Korrektheit. Nach der Aktion hatten klebte das Wort "Rassist" am Schaufenster. Die Inhaberin von Frederiksberg Chocolate, Tina Wilstrup: "Ich denke bei Eskimo nicht an jemanden aus Grönland. Wenn ich mit jemandem aus Grönland spreche, dann ist das für mich ein Grönländer."

Mohrenkopf, Zigeunerschnitzel, Eskimo - die Diskussion um diskriminierende Bezeichnungen von Lebensmitteln wird wohl weitergehen, denn der Eisfabrikant hat noch ein anderes namenstechnisch kritisches Produkt im Angebot, das Kongo-Eis. Anders Eibye Hansen, Miteigentümer von Hansens Flødeis: "Für uns ist das kein Einknicken. Wir sind nicht der Meinung, dass alles korrekt sein muss. Wir haben immer noch das Kongo-Eis, worüber sich die Leute aufregen, aber wir sind stolz darauf."