Eilmeldung
Dieser Inhalt ist in Ihrer Region nicht verfügbar

Brüssel will ein sauberes Verkehrswesen der Zukunft

euronews_icons_loading
Brüssel will ein sauberes Verkehrswesen der Zukunft
Copyright  ARIS OIKONOMOU/AFP
Schriftgrösse Aa Aa

Die Verkehrsmöglichkeiten für die Bürger Europas tiefgreifend zu verändern - das ist das ehrgeizige Ziel, das sich die Europäische Kommission gesetzt hat, um zur Schadstoffneutralität zu kommen. Um die Mobilität nachhaltiger zu machen, soll der gesamte Sektor seine Treibhausgas-Emissionen binnen 30 Jahren um 90 Prozent reduzieren. Die Kommission hat dafür einen Kalender mit genauen Etappen entwickelt.

2030 werden rund 100 europäische Städte klimaneutral sein. Zugleich dürfte sich der Schienenverkehr mit Hochgeschwindigkeitszügen verdoppeln. Und Hochseeschiffe mit null Emissionen werden auf den Markt gebracht werden können. Fünf Jahre später sollen emissionsfreie Großraumflugzeuge einsatzfähig sein. Schließlich sollen 2050 nahezu alle Autos, Lkw, Busse und Nutzfahrzeuge null Schadstoffe ausstoßen. Zudem soll sich der Frachtverkehr auf der Schiene verdoppeln.

Die Kommission verteidigt einen so rigorosen Plan, denn derartige Veränderungen im Verhalten fordert die gesamte Gesellschaft. Um Anreize zu schaffen, wolle man 30 Millionen Null-Emissionsautos und 80.000 Null-Emissionslastwagen bis 2030 auf die Straßen bringen, sagt Verkehrskommissarin Adina Vălean. Dafür müsse aber auch eine entsprechende Infrastruktur geschaffen werden und Ladestationen. Also wolle man einen Million Ladestationen bis 2025 und drei Millionen bis 2030. Dies seien die Ziele, die man sich vorgenommen habe, um das Verkehrswesen schadstoffrei zu machen.

Umweltgruppen begrüßen im Prinzip die Brüsseler Vorschläge, zweifeln aber an ihrer Machbarkeit. Es sei ein ehrgeiziges Vorhaben, weil es alle Transportarten umfasse, so Andrew Murphy von der NGO Transport & Umwelt. Doch stehe diese Strategie erst am Anfang. Noch sei sehr viel Arbeit nötig, gerade auch Detailarbeit. Nehme man etwa den Luftfahrtsektor. Hier wolle die Kommission neue Kraftstoffe nutzen, um Flüge nachhaltiger zu machen, doch wisse die Öffentlichkeit nicht, um welche es sich handele. Handele es sich womöglich um Biokraftstoffe, die schrecklich für das Gesamtklima seien. Oder wolle man ganz neue Kraftstoffe entwicklen, die auf erneuerbarer Energie basierten. Viele Fragen, aber auch viele Entscheidungen, die 2021 getroffen würden.

Das Transport- und Verkehrswesen macht ein Viertel der gesamten Treibhausemissionen in der EU aus. Und dieser Anteil ist dabei zuletzt noch gestiegen.

Journalist • Stefan Grobe