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Mobiles Mini-Krankenhaus: Gleiche Gesundheitsversorgung für alle

Von Aurora Velez  & Sabine Sans
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Mobiles Mini-Krankenhaus: Gleiche Gesundheitsversorgung für alle
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In der Europäischen Union gibt es jetzt erstmals ein grenzüberschreitendes mobiles Krankenhaus. Es gehört zum Kooperationsnetzwerk EGALURG. Seit sechs Monaten tourt es durch Gegenden auf beiden Seiten der Pyrenäen. Das Mehrzweck-Minikrankenhaus ist Teil eines Projekts, das von der europäischen Kohäsionspolitik unterstützt wird. Das Ziel: Medizinische Notversorgung von Menschen in abgelegenen Ortschaften. Thema in dieser Smart Regions-Folge.

Medizinische Notfallversorgung für alle

Das kleine Dorf Oronoz-Mugaire mit 500 Einwohnern in der spanischen Gemeinde Baztan liegt nicht weit von der französischen Grenze. Das nächste Krankenhaus ist eine Autostunde entfernt. Jetzt schafft ein mobiles Krankenhaus Abhilfe.

Ein französischer Lastwagen transportiert das EU-weit erste grenzüberschreitende mobile Krankenhaus. Auf dem Dorfplatz ist es in 40 Minuten einsatzbereit. Es ist Teil des EU-Projekts EGALURG. Damit will man Menschen in abgelegenen Gegenden auf beiden Seiten der Pyrenäen in Katastrophen- oder Notsituationen medizinisch versorgen.

Derzeit wird das mobile Krankenhaus für Impfungen gegen Covid-19 genutzt. Krankenschwester Carmen Lacalle Valencia gehört zu den drei Impfteams.

"Eine solche Möglichkeit gab es bisher nicht. Wir sind sehr glücklich darüber. Das ist ein großer Schritt vorwärts. Dankenswerterweise können wir jetzt in Dörfern die meist gefährdeten Bevölkerungsgruppen impfen und dazu beitragen, die Coronakrise zu beenden. Damit rücken wir der Normalität wieder ein Stück näher."

Fakten & Zahlen

Das europäische Projekt hat ein Gesamtbudget von 2,3 Millionen Euro (2.343.192), davon stammen 1,5 Millionen Euro (1.523.074) aus der europäischen Kohäsionspolitik.

Das mobile Krankenhaus ist vielseitig einsetzbar. In Bayonne und Haute Garonne nutzt man es, um Notfälle zu versorgen und für PCR-Tests.

Die Verantwortlichen für den Einsatz in Navarra kommunizieren per Videokonferenz mit dem Krankenhaus in Toulouse. Dort wird das Projekt koordiniert.

Im baskischen Dorf kennt jeder den Arzt des örtlichen Gesundheitszentrums. Heute steht auch das Gesundheitspersonal auf der Impfliste, ebenso wie gefährdete Personen und ihre Betreuer.

"Viele haben auf die Impfung gehofft", erzählt der Allgemeinarzt Iñaki Marcó Zamora. "Gerade die Älteren, die am meisten gefährdet sind. Aber auch die Familienangehörigen, die Angst haben, ihre Eltern mit dem Virus anzustecken. Auch wenn man selbst asymptomatisch ist – die Verwandten könnten daran sterben."

Das mobile Krankenhaus ist autonom in der Wasser- und Stromversorgung. Der Leiter der medizinischen Notfallversorgung Diego Reyero Díez erklärt:

"Der Lkw ist mit Atemschutzgeräten, Monitoren, sogar mit Ultraschallgeräten ausgestattet, die wir jetzt für die Impfkampagne nicht brauchen. Aber man könnte die Räume, die verschiedenen Boxen in eine Notaufnahme verwandeln. Und je nach der Notlage können dort bis zu 18 Patienten untergebracht werden."

Ein mobiles Krankenhaus für Notfälle, dass sich nicht von Grenzen aufhalten lässt.