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Italiens Nord-Süd-Gefälle Herausforderung für Covid-Wiederaufbauplan

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Von Alberto De Filippis
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Italiens Nord-Süd-Gefälle Herausforderung für Covid-Wiederaufbauplan
Copyright  Mark Schiefelbein/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved
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Für Italien ist der Coronavirus-Wiederaufbauplan die Gelegenheit, sich gegen einen negativen wirtschaftlichen Trend zu stemmen. Das ist zumindest das Ziel der italienischen Regierung.

Rom legte in Brüssel einen Plan vor, durch den Italien zum größten Empfänger europäischer Hilfsgelder wird.

Mehr als 190 Milliarden Euro kommen vom Wiederaufbaufonds, mehr als 120 Milliarden von Darlehen und knapp 70 Milliarden als Beihilfen. Dazu kommen überschüssige Haushaltsmittel von gut 30 Milliarden Euro, mit denen Infrastrukturprojekte finanziert werden sollen.

Rom entschloss sich, 38 Prozent der Mittel für grüne und 25 Prozent für digitale Investitionen bereitzustellen. Das klingt viel, ist aber nur das von Brüssel verlangte Minimum. Deutschland und Frankreich sind hier wesentlich zukunftsorientierter.

Auch werden Stimmen laut, Italien müsse nun endlich seinen Arbeitsmarkt reformieren. Wird es dazu kommen?

Zwar seien die europäischen Maßnahmen etwa verglichen mit den USA geringer, aber sie stellten eine Verbesserung gegenüber vergangenen Krise dar, meint die Wirtschaftswissenschaftlerin Valentina Meliciani. So sei in der Finanzkrise von 2008 die europäische Antwort uneinheitlich gewesen, jetzt aber habe es eine gemeinsame Reaktion gegeben, und das sei positiv.

Welche Zweifel gibt es am italienische Plan?

Die Fähigkeit, den Plan umzusetzen, hänge nicht nur von der Qualität der Investitionen ab, sondern auch von der Effizienz der öffentlichen Verwaltung, so Meliciani.

In keinem anderen EU-Staat gibt es eine so tiefe Kluft zwischen einem reichen Norden und einem unterentwickelten Süden wie in Italien. Wir der Coronavirus-Wiederaufbauplan beide Landesteile enger zusammenbringen?

Das Wichtigste seien die Bemühungen um soziale und geografische Kohäsion. Italien leide sehr unter seinem Nord-Süd-Gefälle, daher sollten die meisten Resourcen in den armen Süden gehen, meint Meliciani.

Italien hat in der Pandemie einen hohen Preis an Menschenleben bezahlt. Paradoxerweise war der reiche Norden am stärksten betroffen.

Journalist • Stefan Grobe