Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärt am Mittwoch, seit Wochenbeginn habe Russland elf Regionen der Ukraine angegriffen.
In der Nacht auf Samstag haben sich Kyjiw und Moskau nach Angaben örtlicher Behörden gegenseitig angegriffen. In der Südostukraine wurden mehrere Menschen verletzt, im Süden Russlands kam eine Person ums Leben.
Oleksandr Hanzha, Chef der staatlichen Gebietsverwaltung von Dnipropetrowsk, erklärte, bei einem Angriff auf das ukrainische Gebiet Dnipropetrowsk seien neun Menschen verletzt worden.
Russland griff demnach drei Bezirke mit mehr als 20 Angriffen an und setzte dabei Drohnen und Fliegerbomben ein, schrieb Hanzha auf Telegram. Ein 40-jähriger Mann kam ins Krankenhaus und schwebt in Lebensgefahr, fügte er hinzu.
Der Gouverneur der russischen Region Krasnodar, Weniamin Kondratjew, teilte mit, nach einem ukrainischen Drohnenangriff auf den Bezirk Temrjuk sei eine Person getötet und drei weitere verletzt worden.
Herabstürzende Trümmerteile der Drohnen lösten demnach ein Feuer an einem Meeresterminal in der Gegend aus. 96 Feuerwehrleute wurden zum Löschen des Brandes eingesetzt, so Kondratjew.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte am Mittwoch, Russland habe seit Beginn der Woche elf Regionen der Ukraine angegriffen.
„Die Russen haben fast 530 Drohnen und zwei luftgestützte Lenkflugkörper gegen die Ukraine eingesetzt“, schrieb Selenskyj auf X. Die Angriffe hätten „Dutzende Menschen“ verletzt, fügte er hinzu.
Die ukrainische Luftwaffe berichtete, die örtliche Flugabwehr habe in der Nacht zum Freitag zusätzlich 110 russische Shahed-Angriffsdrohnen abgefangen.
Die ukrainischen Streitkräfte nehmen seit einigen Wochen verstärkt die russische Energiebranche ins Visier und greifen mit Langstreckenwaffen immer wieder Ölanlagen an.
Zu Wochenbeginn gab Selenskyj bekannt, ukrainische Truppen hätten die Kuibyschew-Raffinerie in der russischen Region Samara sowie zwei Ölinfrastruktur-Anlagen in der Region Wladimir getroffen. Außerdem hätten ukrainische Marschflugkörper vom Typ FP-5 Flamingo ein Rüstungswerk in Tscheboksary getroffen, das die russischen Streitkräfte mit Drohnen und Raketen beliefere, so Selenskyj.
Unterdessen rückt die Ukraine ihren EU-Beitrittsambitionen in dieser Woche ein Stück näher.
Am Freitag erklärte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, die Mitgliedstaaten hätten sich darauf geeinigt, das erste Cluster der Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine und Moldau zu eröffnen.
„Bei der ersten Regierungskonferenz am Montag werden wir das Cluster ‚Grundlagen‘ eröffnen, das Rückgrat des Beitrittsprozesses“, schrieb von der Leyen in sozialen Netzwerken.
Dies sei eine Anerkennung für Entschlossenheit, Mut und harte Reformarbeit beider Länder trotz enormer Herausforderungen, fügte sie hinzu.
Sowohl die Ukraine als auch Moldau stehen seit Langem im Fokus russischer Aggression und sehen einen EU-Beitritt als Möglichkeit, ihre Sicherheit zu stärken.
Moskau warnt die beiden EU-Anwärter seit Langem davor, sich Europa anzunähern. Die russische Führung nennt die vertieften Beziehungen Kyjiws zum Westen und dessen Nato-Bestrebungen als einen Grund für den Großangriff auf die Ukraine, der im Februar 2022 begann.
Als Kremlsprecher Dmitri Peskow im Oktober über die wachsenden Beziehungen Moldaus zu Brüssel sprach, nannte er den Kurs der Regierung einen „schweren Fehler“.
„Das ist die Fortsetzung eines eher konfrontativen Kurses gegenüber unserem Land“, sagte Peskow der russischen Nachrichtenagentur Tass.
„Sie glauben, der Ausbau der Beziehungen zu Europa bedeute eine völlige Abkehr von Russland. Ein Land hat diesen Fehler bereits gemacht. Das hat diesem Land nichts Gutes gebracht“, fügte er hinzu.