Staatsmedien im Iran meldeten am Samstag, 13. Juni, dass Trauerfeier und Beisetzung für Ali Chamenei, ehemaliger Oberster Führer der Islamischen Republik, vom 4. bis 9. Juli 2026 geplant sind.
Die Trauerzeremonien für Ali Chamenei, den früheren Obersten Führer der Islamischen Republik Iran, sollen vom 4. bis zum 9. Juli 2026 stattfinden. Khamenei kam am 28. Februar 2026 in den ersten Stunden eines gemeinsamen US-israelischen Angriffs auf den Iran ums Leben. Dabei wurden auch mehrere hochrangige Regierungsvertreter und Militärkommandeure getötet.
Nach Angaben des Komitees, das die Gedenkfeiern organisiert, wird Chameneis Leichnam am 4. und 5. Juli im Teheraner Mosalla-Gebetskomplex aufgebahrt.
Demnach ist für den 6. Juli ein Trauerzug in Teheran geplant. Eine weitere Zeremonie soll am 7. Juli in der heiligen Stadt Qom stattfinden.
Die Beisetzung ist schließlich für den 9. Juli im Schrein des achten schiitischen Imams in Maschhad vorgesehen. Zuvor soll der Trauerzug durch die zweitgrößte Stadt des Landes führen.
Warum findet die Beisetzung erst Monate später statt?
Die lange Zeitspanne zwischen Chameneis Tod und der Bekanntgabe der Termine für die Trauerfeiern hat in den vergangenen Wochen zahlreiche Fragen und Spekulationen ausgelöst.
Vertreter der Islamischen Republik machten über Monate hinweg kaum Angaben dazu, wann die Beisetzung stattfinden würde. Kritiker des Regimes fragten daher in sozialen Netzwerken zunehmend spöttisch, warum die Trauerfeier so lange auf sich warten lasse.
Eine offizielle Erklärung für die Verzögerung gibt es bislang nicht. Vieles deutet jedoch darauf hin, dass Sicherheitsbedenken und die Furcht vor möglichen Angriffe auf die Zeremonien eine zentrale Rolle gespielt haben.
Großveranstaltungen in dem von den iranischen Behörden erwarteten Ausmaß erfordern umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen und eine komplexe logistische Planung. Bei der Beisetzung des 2020 getöteten Generals Qasem Soleimani kamen bei einer Massenpanik mindestens 56 Menschen ums Leben.
Vertreter der Islamischen Republik erklärten mit Blick auf die Trauerfeiern für Chamenei, dass „mehrere Millionen Menschen“ erwartet würden.
Ein stellvertretender Bürgermeister Teherans hatte zuvor erklärt, Delegationen und Besuchergruppen aus dem Irak, Afghanistan, Pakistan, Indien, Kaschmir und weiteren Ländern der Region hätten ihre Teilnahme zugesagt. Einige irakische Vertreter hätten sogar vorgeschlagen, Khameneis Leichnam vor der Beisetzung in Iran nach Nadschaf und Kerbela zu überführen.
In den ersten Tagen nach dem Krieg erschien die Verschiebung der Beisetzung vielen Beobachtern noch nachvollziehbar. Mit der Zeit und dem Rückgang der regionalen Spannungen wurde jedoch zunehmend die Frage gestellt, warum der frühere Staatschef noch immer nicht bestattet worden war. Hinzu kommt, dass die Trauerfeiern für Ali Larijani, den im Krieg getöteten Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrats, bereits vor längerer Zeit stattgefunden haben.
Wird Modschtaba Chamenei erscheinen?
Ali Chamenei stand von 1989 bis Februar 2026 fast 37 Jahre lang an der Spitze der Islamischen Republik und traf letztlich die wichtigsten politischen und sicherheitspolitischen Entscheidungen des Landes.
Seit seiner Ernennung zum Nachfolger seines Vaters ist Modschtaba Chamenei jedoch nicht öffentlich aufgetreten. Auch Ton- oder Videoaufnahmen von ihm wurden bislang nicht veröffentlicht.
Daher bleibt unklar, ob die neue Führungspersönlichkeit der Islamischen Republik an den Trauerfeiern und der Beisetzung ihres Vorgängers und Vaters teilnehmen wird.