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Griechenland trauert um seinen Volkshelden Mikis Theodorakis

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Von Euronews mit dpa
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Eine griechische und eine EU-Flagge auf Halbmast
Eine griechische und eine EU-Flagge auf Halbmast   -   Copyright  Yorgos Karahalis/AP Photo
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Griechenland trauert um seinen Komponisten Mikis Theodorakis. Die Flaggen im Land wurden auf Halbmast gesetzt, Radio- und Fernsehsender unterbrachen ihre Programme, um den großen Künstler zu würdigen und seine Musik zu spielen.

Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis würdigte den griechischen Volkshelden als politischen Akteur. Er habe in historisch-kritischen Momenten seine Stimme erhoben.

"Symbol gegen Tyrannei und Totalitarismus"

Unterdessen wurde bekannt, das der Sarg des verstorbenen Künstlers in der Kathedrale von Athen aufgebahrt werden soll, damit die Menschen Abschied nehmen können. Am Donnerstagmittag soll zum Abschluss eine Trauermesse gehalten werden.

Unklar blieb, wo Mikis Theodorakis schließlich begraben wird; er selbst hatte schriftlich den Wunsch geäußert, in einem Vorort der Stadt Chania auf Kreta bestattet zu werden, wo sich auch das Grab seiner Familie befindet. Medienberichten zufolge könnte seine letzte Ruhestätte jedoch auch auf der Halbinsel Peloponnes sein.

Er war ein Symbol des Widerstands gegen Tyrannei und Totalitarismus, wie seine 'Ballade von Mauthausen' zeigt. Wir alle können uns von seinen berühmten Worten inspirieren lassen: "Ich bin kein Held, Helden sterben jung. Ich bin nur ein Bürger, der seine Pflicht tut".
Dana Süinant
Sprecherin der EU-Kommission

Widerstandskämpfer und Filmkomponist

Mikis Theodorakis war am Donnerstag im Alter von 96 Jahren gestorben. Der Komponist wird in Griechenland als Volksheld verehrt.

Der 1925 geborene Theodorakis war während des Zweiten Weltkriegs Widerstandskämpfer und kämpfte beim anschließenden Bürgerkrieg (1946 bis 1949) mit den Linken, weshalb er später in einem Lager interniert und schwer gefoltert wurde. Auch gegen die Militärdiktatur ging er in den Widerstand und wurde festgenommen und gefoltert. Anschließend durfte er auf internationalen Druck hin ausreisen und lebte bis 1974 in Paris im Exil.

In Paris und auch in Athen hatte Theodorakis zuvor Ende der 40er und Anfang der 50er Jahre Musik studiert. Nachdem er zunächst klassische Musik komponierte, wandte er sich in den 60er Jahren wieder seinen Wurzeln zu und machte die griechische Musik populär. Zum Film "Alexis Sorbas" mit Anthony Quinn in der Hauptrolle lieferte er die Filmmusik - sie machte ihn weltweit bekannt.