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Israels Kabinett beschließt Einnahme des gesamten Gazastreifens

Der Gaza-Streifen - heute in weiten Teilen ein Trümmerhaufen
Der Gaza-Streifen - heute in weiten Teilen ein Trümmerhaufen Copyright  AP Photo
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Von euronews mit AP
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Seit dem Scheitern des Waffenstillstands zwischen Israel und der Hamas Mitte März hat Israel weitere Gebiete im Gazastreifen unter seine Kontrolle gebracht. Diese machen nun etwa 50 Prozent des Gazastreifens aus.

Das israelische Sicherheitskabinett hat laut zwei israelischen Beamten an diesem Montag Pläne zur Einnahme des gesamten Gazastreifens und zum Verbleib in dem Gebiet auf unbestimmte Zeit gebilligt. Damit würde das Land seine Operationen in dem palästinensischen Gebiet erheblich ausweiten und wahrscheinlich auf heftigen internationalen Widerstand stoßen.

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Die Minister des Kabinetts billigten den Plan der Nachrichtenagentur AP zufolge in einer Abstimmung am frühen Morgen, Stunden nachdem der israelische Militärchef erklärt hatte, dass die Armee zehntausende Reservesoldaten einberufen werde.

Der neue Plan soll demnach Israel helfen, seine Kriegsziele zu erreichen, nämlich die Hamas zu besiegen und die verbliebenen Geiseln im Gazastreifen zu befreien. Seit dem Scheitern des Waffenstillstands mit der Hamas Mitte März hat Israel weitere Gebiete im Gazastreifen unter seine Kontrolle gebracht, insgesamt nun etwa 50 % des Gazastreifens.

Seit März blockiert Israel außerdem alle humanitären Hilfslieferungen in den Gazastreifen, einschließlich Lebensmitteln, Treibstoff und Wasser, und löste damit die vermutlich schlimmste humanitäre Krise in den fast 19 Monaten des Krieges mit der Hamas aus.

Laut den beiden israelischen Beamten umfasst der Plan die "Einnahme des Gazastreifens und das Halten von Gebieten". Der Plan würde auch darauf abzielen, die militante Hamas-Gruppe künftig daran zu hindern, humanitäre Hilfe zu verteilen, was nach Ansicht Israels die Herrschaft der Gruppe im Gazastreifen stärkt. Außerdem wird die Hamas beschuldigt, die Hilfsgüter für sich selbst zu behalten, um ihre Fähigkeiten zu stärken. Der Plan sehe auch heftige Angriffe auf Ziele der Hamas vor, so die Beamten.

Israel steht den Beamten zufolge mit mehreren Ländern über den Plan von US-Präsident Donald Trump in Kontakt, den Gazastreifen zu übernehmen und die Bevölkerung umzusiedeln. Israel sprach bereits vorher von "freiwilliger Ausreise", hat jedoch bei seinen Verbündeten in Europa und der arabischen Welt scharfe Kritik hervorgerufen.

Einer der Beamten sagte, der Plan werde schrittweise umgesetzt. Beide Beamten sprachen unter der Bedingung der Anonymität, weil sie militärische Pläne erörterten.

Seit Wochen versucht Israel, den Druck auf die Hamas zu erhöhen und sie zu mehr Flexibilität bei den Waffenstillstandsverhandlungen zu bewegen. Internationale Vermittler haben sich schwergetan, beide Seiten zu einer neuen Vereinbarung zu bewegen. Israels wachsender Druck richtete bei der Hamas bislang ebenfalls nichts aus.

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