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Angriff auf britischen Stützpunkt auf Zypern: Nahostkonflikt erreicht Europa

Ein Soldat salutiert, während er neben einer H-10 Poseidon-Drohne in einem Militärlager im Dorf Mosfiloti im Bezirk Nikosia auf Zypern steht, Montag, 12. Januar 2026. (AP Foto/Petr
Ein Soldat salutiert, während er neben einer H-10 Poseidon-Drohne in einem Militärlager im Dorf Mosfiloti im Bezirk Nikosia auf Zypern steht, Montag, 12. Januar 2026. (AP Foto/Petr Copyright  AP Photo
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Von Jeremiah Fisayo-Bambi
Zuerst veröffentlicht am
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Der mutmaßliche Drohnenangriff kam nur wenige Stunden, nachdem Premierminister Keir Starmer erklärt hatte, Großbritannien werde den USA auf Wunsch Zugang zu britischen Stützpunkten geben. Washington soll damit iranische Raketenangriffe in der Region abwehren können.

Das britische Verteidigungsministerium teilte am späten Sonntagabend mit, dass eine mutmaßliche Drohne den Militärstützpunkt Akrotiri auf Zypern getroffen hat. Es ist die erste offensichtliche Auswirkung des aktuellen Nahostkonflikts, der durch die US-amerikanisch-israelischen Angriffe auf den Iran ausgelöst wurde. Bei diesen Angriffen wurde Ayatollah Ali Chamenei am Samstag getötet.

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Der britische Verteidigungsminister John Healey hatte zuvor erklärt, kurz vor Mitternacht seien ballistische Raketen auf Zypern abgefeuert worden. Verletzte gebe es nach bisherigen Erkenntnissen nicht.

Bestätigt wurde der Vorfall auch von der Regierung Zyperns. Ein Sprecher berichtete von einem "Zwischenfall" auf einem britischen Luftwaffenstützpunkt an der Südküste des Inselstaates. Beteiligt gewesen sei eine "unbemannte Drohne", die nur begrenzte Schäden verursacht habe.

Regierungssprecher Konstantinos Letymbiotis sagte, der Vorfall auf der RAF Akrotiri habe sich am Montag kurz nach Mitternacht ereignet. "Informationen, die wir über verschiedene Kanäle erhalten haben, deuten auf einen Drohnenangriff hin", erklärte Letymbiotis. Details gebe es bislang nicht: "Wir wissen noch nicht, um welche Art von Drohne es sich handelte, woher sie kam oder wie groß der Schaden ist."

Die RAF Akrotiri ist der wichtigste britische Luftwaffenstützpunkt für Operationen im Nahen Osten. Er liegt auf britischem Hoheitsgebiet.

Nach Angaben Letymbiotis haben die zyprischen Behörden Sicherheitsprotokolle aktiviert. Die Lage werde in Abstimmung mit dem Vereinigten Königreich und den beiden britischen Militärstützpunkten auf Zypern beobachtet.

Angriff nach Starmers Zusage zu US-Nutzung britischer Stützpunkte

Der mutmaßliche Drohnenangriff ereignete sich kurz nachdem Premierminister Keir Starmer erklärt hatte, Großbritannien habe den USA auf Bitte Washingtons Zugang zu britischen Stützpunkten gewährt. Starmer betonte zugleich, das Vereinigte Königreich werde sich nicht an Angriffen auf den Iran beteiligen. Zugestimmt habe man jedoch, dass die USA britische Basen für einen "speziellen und begrenzten Verteidigungszweck" nutzen dürften.

"Die Vereinigten Staaten haben um die Erlaubnis gebeten, britische Stützpunkte für diesen speziellen und begrenzten Verteidigungszweck zu nutzen. Wir haben beschlossen, diesem Ersuchen stattzugeben, um den Iran daran zu hindern, Raketen in der Region abzufeuern und unschuldige Zivilisten zu töten", sagte Starmer.

Bereits am Samstag hatte Starmer gemeinsam mit seinen Amtskollegen aus dem E3-Format – Deutschland, Frankreich und Großbritannien – iranische Angriffe auf Nachbarländer verurteilt. Teheran wurde aufgefordert, seine wahllosen Militäraktionen einzustellen und zu Gesprächen zurückzukehren. In einer gemeinsamen Erklärung, an der auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Bundeskanzler Friedrich Merz beteiligt waren, hieß es: "Wir verurteilen die iranischen Angriffe auf Länder in der Region aufs Schärfste."

Am Sonntag deutete Irans Außenminister Abbas Araghchi an, die Militäreinheiten seines Landes handelten derzeit weitgehend ohne Kontrolle der Zentralregierung. Angesprochen auf Angriffe auf arabische Golfstaaten, die in der Vergangenheit als Vermittler für Teheran fungiert hatten, sagte er einem Nahostsender: "In der Tat sind unsere Militäreinheiten jetzt unabhängig und irgendwie isoliert, und sie handeln auf der Grundlage von Anweisungen – Sie wissen schon, allgemeinen Anweisungen –, die ihnen im Voraus gegeben wurden."

Der Iran griff nach Angaben aus der Region auch Katar an. Das Emirat verhandelt mit Teheran und teilt mit der Islamischen Republik ein großes Offshore-Erdgasfeld im Persischen Golf. Auch die Vereinigten Arabischen Emirate und Oman, das zuletzt bei Atomgesprächen zwischen den USA und dem Iran als Vermittler fungierte, seien angegriffen worden.

Die Angriffe Teherans in den Golfstaaten fordern dem Bericht zufolge bereits Opfer. Zugleich bombardieren die USA und Israel weiterhin Ziele im Iran. Dabei werden unter anderem Stellungen ballistischer Raketen angegriffen und Kriegsschiffe im Rahmen einer ausgeweiteten Militärkampagne zerstört.

Weitere Quellen • AP

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