Aserbaidschanische Behörden haben nach eigenen Angaben mehrere Anschlagspläne mit mutmaßlichen Verbindungen zum Iran vereitelt. Ein veröffentlichtes Video zeigt sichergestellten Sprengstoff, darunter C-4, der laut Ermittlern für Angriffe auf Infrastruktur und jüdische Einrichtungen vorgesehen war.
Aserbaidschanische Behörden haben nach eigenen Angaben mehrere geplante Anschläge mit mutmaßlichen Verbindungen zum Iran vereitelt. Ziel der Angriffe sollen unter anderem wichtige Infrastrukturen und Einrichtungen der jüdischen Gemeinde im Land gewesen sein.
Filmmaterial, das von aserbaidschanischen Medien veröffentlicht wurde, zeigt sichergestellten Sprengstoff aus einer Anti-Terror-Operation. Auf dem Video sind Ermittler mit angeblich bei der Operation sichergestellten Sprengstoff zu sehen, darunter auch Blöcke von C-4, die nach offiziellen Angaben als Teil eines geplanten Anschlags ins Land geschmuggelt wurden.
Nach Angaben der Behörden wurde das Material bei einer Spionageabwehruntersuchung des aserbaidschanischen Staatssicherheitsdienstes (SSS) entdeckt.
Der SSS erklärte am Freitag, er habe iranische Geheimdienstagenten daran gehindert, Anschläge auf vier Ziele im Lande zu verüben.
Laut aserbaidschanischen Medienberichten handelte es sich bei den geplanten Zielen um die Ölpipeline Baku-Tbilisi-Ceyhan, die israelische Botschaft in Baku, einen führendes Mitglied der jüdischen Gemeinde Mizrachis und eine aschkenasische Synagoge.
Ermittler entdeckten demnach nahe der Siedlung Shikhov im Bakuer Stadtteil Sabail einen Container mit mehr als 7,7 Kilogramm C-4-Sprengstoff. Weitere Sprengsätze, darunter eine ferngesteuerte Bombe, die in einem Umkreis von 250 bis 300 Metern Schaden anrichten kann.
Vier Personen wurden verhaftet
Mehrere Verdächtige wurden festgenommen. Vier Personen wurden bereits zu sechs Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Andere bleiben in Haft, unter anderem wegen Vorbereitung eines versuchten Attentats und illegalen Besitzes von Sprengstoff und Schusswaffen.
Die Beamten identifizierten den Offizier der Islamischen Revolutionsgarde Oberst Ali Asgar Bordbar Sherami als einen der Hauptorganisatoren.
Mehrere iranische Staatsangehörige, die mit der Operation in Verbindung stehen, wurden auf eine internationale Fahndungsliste gesetzt.
Die Ankündigung Bakus erfolgte einen Tag nach einem iranischen Drohnenangriff auf die aserbaidschanische Exklave Nachitschewan. Dabei wurden vier Zivilisten verletzt und der internationale Flughafen Nachitschewan sowie eine nahegelegene ländliche Schule beschädigt.
Aserbaitschans Präsident Ilham Alijew bezeichnete den Angriff als „Terrorakt“ und drohte Teheran bei weiteren Angriffen mit einer entschiedenen Antwort.
Auch Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate haben zuletzt die Zerschlagung mutmaßlicher Zellen angekündigt, die mit den iranischen Revolutionsgarden in Verbindung stehen und nach Angaben der Behörden Anschläge auf ihrem Staatsgebiet vorbereiten.