Der Iran setzte seine Angriffe auf Ziele in der Region fort, nachdem er Trumps Behauptungen über "sehr gute" Gespräche zwischen beiden Seiten zur Beendigung des Krieges zurückgewiesen hatte.
Der Iran hat in der Nacht neue Raketen auf Israel abgefeuert. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump von „sehr guten“ Gesprächen zur Beendigung des Krieges gesprochen – Teheran weist das zurück. Die widersprüchlichen Signale sorgen für Unsicherheit, auch an den Märkten.
Die Angriffe erfolgten nur Stunden nach den Aussagen von US-Präsident Donald Trump, seine Regierung stehe in Kontakt mit einer nicht näher genannten "Top-Person" im Iran. Sollte es innerhalb von fünf Tagen keine Einigung geben, drohte er mit neuen Angriffen.
Aus dem Iran kommen dazu andere Töne. Der iranische Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf erklärte, es gebe "keine Verhandlungen". Trump versuche vielmehr, "die Finanz- und Ölmärkte zu manipulieren".
Auch das iranische Außenministerium bestätigte zwar, dass über befreundete Staaten Nachrichten eingegangen seien. Konkrete Gespräche habe es jedoch nicht gegeben, berichtete die staatliche iranische Nachrichtenagentur IRNA.
Israels Premierminister Benjamin Netanjahu bestätigte ein Gespräch mit Trump. Washington halte eine Einigung für möglich. Israel werde seine Angriffe jedoch fortsetzen, um sich zu schützen, so der israelische Regierungschef.
Märkte reagieren auf Trumps Aussagen
Die Aussagen aus Washington hatten zuvor für Bewegung an den Märkten gesorgt. Die Ölpreise gaben nach, Aktienkurse legten zu. Der S&P 500 stieg um 1,1 Prozent, auch Dow Jones und Nasdaq verzeichneten Gewinne. Der Ölpreis der Sorte Brent fiel wieder unter 100 Dollar pro Barrel.
Trump hatte dem Iran zuvor ein Ultimatum gestellt: Entweder Teheran öffnet die Straße von Hormus wieder – oder die USA greifen Energieanlagen an. Die Frist verlängerte er um fünf Tage.
Angriffe auf Energieanlagen gemeldet
Unterdessen meldeten iranische Medien Angriffe auf Energieinfrastruktur. Demnach wurden Anlagen in Isfahan sowie eine Gasleitung bei Khorramshahr getroffen. Unklar ist, wer hinter den Angriffen steckt. Weder das israelische Militär noch die US-Regierung äußerten sich dazu zunächst.
Auch im Libanon gingen die Kämpfe weiter. Das israelische Militär griff nach eigenen Angaben Ziele in den südlichen Vororten der libanesischen Hauptstadt Beirut an, darunter Infrastruktur der Hisbollah. Die libanesischen Staatsmedien berichteten von mehreren Luftangriffen.
Die Zahl der Opfer steigt weiter. Nach aktuellen Angaben wurden bislang mehr als 1.500 Menschen im Iran und über 1.000 im Libanon getötet. In Israel starben mindestens 15 Menschen, hinzu kommen 13 Angehörige des US-Militärs.
Millionen Menschen sind im Iran und im Libanon auf der Flucht. Wie sich die Lage weiter entwickelt, ist offen. Die widersprüchlichen Signale aus Washington und Teheran lassen Zweifel an einer schnellen diplomatischen Lösung wachsen.