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8 Mal Niagara: Das sind Deutschlands höchste Wasserfälle

Der höchste Wasserfall Deutschlands ist etwa 470 Meter hoch. Mit dem Schlauchboot darf man dort nicht mehr fahren.
Der höchste Wasserfall Deutschlands ist etwa 470 Meter hoch. Mit dem Schlauchboot darf man dort nicht mehr fahren. Copyright  Copyright 2007 AP. All rights reserved.
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Von Franziska Müller
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Wo in Deutschland der höchste Wasserfall fällt, ist nicht ganz unumstritten. Zwei Orte beanspruchen den Titel für sich und könnten unterschiedlicher nicht sein.

Sowohl die Triberger Wasserfälle im Schwarzwald als auch der Röthbachfall im Berchtesgardener Land werben damit, der höchste Wasserfall Deutschlands zu sein. Dabei sind die beiden Naturspektakel kaum miteinander zu vergleichen.

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In Deutschland gibt es rund 500 namentlich erfasste Wasserfälle, wie das Erlebnisportal Jochen Schweizer berichtet. Nicht mitgezählt sind hierbei kleinere Kaskaden und bisher eher im Verborgenen gebliebene sogenannte Abstürze, die beispielsweise im Mittelgebirge schwer zugänglich sind.

Die meisten und spektalkulärsten Wasserfälle sind in den Alpen und im Schwarzwald zu finden. Die beiden Orte, die um den höchsten Wasserfall Deutschlands buhlen, sind also exemplarisch.

Rund 530 Kilometer im deutschen Süden trennen die beiden Orte, die für sich beanspruchen, den höchsten Wasserfall des Landes zu beherbergen.

Ist der Röthbachfall Deutschlands höchster Wasserfall?

470 Meter stürzt das Wasser vom Röthbachfall in die Tiefe. Nach 270 Metern der erste Aufprall auf Stein, doch dann rutscht das Wasser nochmals weitere hunderte Meter nach unten. Das Naturschauspiel liegt gut versteckt am Südende des Königssees. Wer es sehen will, muss eine Schifffahrt und eine Wanderung auf sich nehmen, mit dem Auto ist der Wasserfall nicht zugänglich.

Der Röthbachfall ergießt sich mehrere hundert Meter in den Berchtesgadener Alpen südlich vom Königssee.
Der Röthbachfall ergießt sich mehrere hundert Meter in den Berchtesgadener Alpen südlich vom Königssee. Zweckverband Bergerlebnis Berchtesgaden

"Es mag bekanntere Wasserfälle in Deutschland geben, höhere gibt es nicht", heißt es unter anderem deshalb auf der Webseite des Berchtesgardener Landes. Demnach beginnt die obere Hauptstufe des Wasserfalls auf einer Seehöhe von 1.250 Metern. Am Ende mündet er in die Röthbach, die wiederum in den Obersee und anschließend in den Königssee fließt.

Wer schon einmal in der Region ist, kann außerdem wenige Kilometer weiter den 410 Meter hohen Landtalfall besuchen. Der Wanderausflug beginnt am Königssee, dort nimmt man das Schiff bis zu Saletalm am südlichen Ende des Sees. Von dort aus kann am am Ufer des kleinen Obersees etwa drei Kilometer bis zu den Wasserfällen wandern.

Bergfans müssen hier noch nicht Halt machen. Durch die Röthwand, an der das Wasser herunterfällt, kann man über den Röth-Steig bis zur Wasseralm aufsteigen. Eine weitergehende Route führt dann bis auf die Teufelshörner.

Boote bringen Besucher zum südlichen Ende des Königssees, um den Röthbach-Fall erkunden zu können.
Boote bringen Besucher zum südlichen Ende des Königssees, um den Röthbach-Fall erkunden zu können. Bild von Diana Kalinowska auf Pixabay

"Durch seine Lage im Nationalpark Berchtesgaden und seine relativ komplizierte Erreichbarkeit blieb der Röthbachfall trotz dieses Höhen-Rekordes von einer weitergehenden touristischen Erschließung verschont", heißt es auf der Tourismus-Seite weiter. Dadurch sei er jedoch auch "das geblieben, was er seit Jahrhunderten ist: Ein beeindruckendes Naturdenkmal."

Oder liegen Deutschlands höchste Wasserfälle im Schwarzwald?

Deutlich einfacher zugänglich und ebenfalls in einer touristisch beliebten Gegend stürzen die Triberger Wasserfälle über ganze sieben Stufen 163 Meter in die Tiefe. "Ein Naturschauspiel der besonderen Art bieten Deutschlands höchste Wasserfälle", heißt es auch auf der Seite von Schwarzwald-Tourismus.

"Das besondere an den Triberger Wasserfällen ist die schöne Schwarzwaldlandschaft, welche die Wasserfälle direkt im Stadtzentrum umgibt", erklärt Nikolaus Arnold von der Stadtverwaltung Triberg. Den größten Vorteil der Triberger Wasserfälle sei ihm zufolge die Zugänglichkeit. "Selbst mit Kinderwagen oder gar einem Rollstuhl kommt man auf ebenem Weg bis direkt an die Wasserfälle", so Arnold zu Euronews.

Weil es sich beim Röthbach-Fall um einen einzigen extrem hohen Fall handelt und bei den Triberger Wasserfällen um eine Aneinanderreihung einzelner hoher Stufen, gibt es einfach zwei unterschiedliche Titel. Der Verband Berchtesgaden hat auf unsere Anfrage bisher nicht geantwortet.

Je mehr es in den Vortagen geregnet hat, desto stärker ist das Sturzwasser aus der Gutach, desto lauter tosen die Wassermengen auf den Stein. Ein Steg führt Besucher direkt zum Fuß der Wasserfälle und der ein oder andere kann schon mal einen Tropfen Wasser abbekommen. Auch von oben lassen sich die Triberger Wasserfälle besichtigen.

Die Triberger Wasserfälle im Schwarzwald sind ein beliebtes Ausflugsziel.
Die Triberger Wasserfälle im Schwarzwald sind ein beliebtes Ausflugsziel. AP Photo

Der Wasserfall ist zu Fuß vom 5.000-Einwohner-Ort Triberg im Schwarzwald zu erreichen. Je nach Vorliebe kann man den Natur-, Kultur- oder Kaskadenweg wählen. Die befestigten Wege außerdem bis 22 Uhr abends beleuchtet. Für das Erlebnis braucht man eine Eintrittskarte.

Die Wasserfälle können ganzjährig besichtigt werden, Nikolaus Arnold von der Stadtverwaltung spricht von "weit über 400.000 Besuchern pro Jahr" aus den benachbarten Ländern, aber auch beispielsweise China, Saudi-Arabien und Indien.

Wie entstehen Wasserfälle?

Manche stürzen nahezu in freiem Fall hinab, andere werden immer wieder durch sogenannte Kaskaden abgebremst. Wasserfälle faszinieren aufgrund ihres lauten Getöses, der ungewohnten Wasserrichtung und stellen ein Naturschauspiel dar.

Wissenschaftler des Deutschen GeoForschungsZentrum (GFZ) in Potsdam haben gemeinsam mit dem California Institute of Technology einen Fluss nachgebaut, um die Entstehung von Wasserfällen besser zu erforschen.

Bislang dachte man, dass Wasserfälle beispielsweise durch Veränderungen des Meeresspiegels, Erdbeben oder Erdrutsche entstehen könnten. Die Forscher erklärten jedoch in ihrer Studie, dass sich Wasserfälle aller Wahrscheinlichkeit nach aus sich selbst herausgebildet haben. Die Forschungsarbeit ist im Magazin Nature erschienen.

7,3 Meter lang war der Fluss, den die Wissenschaftler für ihr Experiment im Labor nachgebaut haben. Das Flussbett bestand dabei aus Kunststoffschaum, der Fluss hatte eine Neigung von 19,5 Prozent. Um die Beschaffenheit eines Flussbettes nachzubilden, platzierten die Wissenschaftler kleine Steine in der Wasserrinne – sie sollten das Steinsediment nachempfinden. Denn zunächst fließt das Wasser über verschiedene Gesteinsschichten. Hartes Gestein bietet dabei mehr Widerstand.

Dieser Wasserfall in Oregon rauscht mehrere hundert Meter in die Tiefe.
Dieser Wasserfall in Oregon rauscht mehrere hundert Meter in die Tiefe. Copyright 2026 The Associated Press. All rights reserved.

Nach wenigen Stunden, in denen konstant Wasser zugeführt wurde, begannen die Kieselsteine durch Reibung und Bewegung, das Flussbett abzutragen: Es kommt zu Erosion. Es sind Vertiefungen entstanden, die sich durch Wasser und Steine immer mehr ausweiteten. Schließlich wurden einige Gruben so tief, dass die Steine liegen blieben und der Boden nicht weiter abgetragen wurde. Das Wasser, das über die Kante floss, fiel, ein kleiner Wasserfall ist entstanden.

Doch der soll nicht für Jahre halten, wie die Wissenschaftler vermuten. Ihnen zufolge würde der Wasserfall etwa 10.000 Jahre überdauern und dann wieder zu einem normalen Fluss. Der Vorgang erfolgt, wenn das Becken so tief ist, dass dort kein Boden mehr abgetragen werden kann, an der Kante des Wasserfalls aber schon.

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