Die Earth Hour begann vor zwanzig Jahren mit dem einfachen "Abschalten" des Opernhauses und der Harbour Bridge in Sydney, einer symbolischen Geste zur Rettung des Planeten. In Deutschland machen rund 500 Städte und Gemeinden mit.
Am 31. März 2007 begann der World Wide Fund for Nature (WWF) in Australien eine globale Aktion, die seitdem nicht mehr unterbrochen wurde. Vom Opernhaus in Sydney bis zum Eiffelturm in Paris schließen sich Dutzende von ikonischen Monumenten auf der ganzen Welt der Initiative an und schalten am letzten Samstag im März für eine Stunde ihr Licht aus.
Eine symbolische Aktion, die alle im globalen Kampf gegen den Klimawandel vereinen soll.
"Wir wissen, dass es weit mehr braucht als eine Stunde, in der wir das Licht ausschalten, um einen messbaren Einfluss auf den Klimawandel zu haben", heißt es auf der Earth-Hour-Webseite. Die Aktion trage aber dazu bei, das Bewusstsein für das Problem zu schärfen und mehr Engagement zu zeigen.
Nach Aussage des WWF hat die kleine Geste, die Lichter auf der ganzen Welt für nur eine Stunde auszuschalten, in den letzten 20 Jahren einen Unterschied gemacht. Bis 2025 wurden der Erde rund 3 Millionen Stunden gewidmet.
Die Organisation warnt, dass sich der Planet an einem Wendepunkt befindet, "was Klima- und Umweltkrisen angeht, die das Schicksal unserer einzigen Heimat und unser aller Zukunft gefährden".
"Wir sind auf dem besten Weg, bis 2030 die im Pariser Klimaabkommen festgelegte Grenze von 1,5 °C für den globalen Temperaturanstieg zu überschreiten."
Wenn dieser globale Temperaturanstieg erreicht wird, werde die Erde unter "extremen klimatischen Phänomenen" leiden.
António Guterres: "Ein globales Signal"
"Die Earth Hour begann mit einer einfachen Geste", schreibt Guterres in einer Botschaft auf X. Der UN-Generalsekretär ruft alle Bürger der Welt dazu auf, heute Abend "alle nicht unbedingt notwendigen Lichter" auszuschalten, damit dies ein "Funke für den Wandel" sein kann.
"Aber lassen wir diese Geste nicht im Verborgenen bleiben. Lassen wir sie zum Funken für den Wandel werden. Fordern wir eine schnellere Reduzierung der Emissionen, einen beschleunigten und fairen Übergang von fossilen Brennstoffen zu erneuerbaren Energien und eine echte Unterstützung für die Gemeinden, die bereits unter den schlimmsten Auswirkungen leiden", fügt Guterres hinzu.
In Australien, dem Ursprungsland der Earth Hour, bleiben traditionell weltbekannte Wahrzeichen wie die Oper und die Harbour Bridge in Sydney unbeleuchtet. Auch das 60 Meter hohe Riesenrad „Wheel of Brisbane“ wird für die Aktion verdunkelt. In Südostasien gehen regelmäßig zahlreiche Monumente und ikonische Gebäude vom Netz, darunter die Petronas-Zwillingstürme in Kuala Lumpur.
Später sollen europäische Sehenswürdigkeiten folgen, etwa das Brandenburger Tor in Berlin, der Kölner Dom, das Kolosseum in Rom und der Big Ben in London. Anschließend erreicht die Dunkelwelle den amerikanischen Kontinent, wo unter anderem die riesige Christusstatue (Cristo Redentor) in Rio de Janeiro abgedunkelt wird. Millionen Haushalte weltweit beteiligen sich ebenfalls, indem sie das Licht ausschalten und Elektrogeräte vom Netz nehmen.
Gemeinden weltweit schließen sich der "Blackout"-Kampagne an
In diesem Jahr schließen sich 110 portugiesische Gemeinden Tausenden von Städten auf der ganzen Welt an. Um 20:30 Uhr (Ortszeit) werden die Lichter von Denkmälern wie der Brücke 25 de Abril in Lissabon, der Freixo-Brücke in Porto sowie mehrerer Bahnhöfe und Rathäuser in portugiesischen Städten ausgeschaltet. Auch Hunderte von Unternehmen werden sich an der Aktion beteiligen und die Lichter in ihren Gebäuden zum vereinbarten Zeitpunkt ausschalten.
Mehr als 400 spanische Städte schalten ihre Lichter aus
In Spanien werden sich 430 Städte und zahlreiche Unternehmen an der Earth Hour beteiligen und ihre Lichter ausschalten. An der Initiative beteiligen sich auch symbolträchtige spanische Bauwerke wie der Torre del Oro in Sevilla, die Sagrada Familia in Barcelona und die Puerta de Alcalá in Madrid.
Ikonische Fontana dell'Acqua in Rom wird verdunkelt
Italiens Denkmäler beteiligen sich an der Earth Hour und schalten die Lichter ihrer wichtigsten Wahrzeichen für 60 Minuten aus.
In Rom wird der wichtigste Moment der italienischen Beteiligung sicherlich sein, wenn die Lichter des Kolosseums ausgehen. Im anderen Teil der Stadt, nicht weit entfernt, werden die Lichter der Fonte dell'Acqua ebenfalls ausgeschaltet. Mailand, Neapel, Turin, Venedig und andere italienische Städte beteiligen sich an der Earth Hour.
500 deutsche Städte werden für 60 Minuten dunkel sein
Nach Angaben des WWF werden sich in Deutschland rund 500 Städte und Gemeinden an der Earth Hour beteiligen. Das Brandenburger Tor in Berlin wird sicherlich einer der repräsentativsten Orte der Initiative sein.
"Dieses Jahr könnte eines der wärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen werden. Gleichzeitig wird die Klimakrise immer wieder durch andere globale Herausforderungen in den Hintergrund gedrängt. Aber sie verschwindet nicht - im Gegenteil, sie verschärft viele dieser Krisen", schreibt der WWF-Deutschland.