Die Ukraine baut ihre Luftverteidigung weiter aus. Schweden liefert 16 Gripen-Kampfjets kostenlos und will Kyjiw den Kauf modernerer Maschinen ermöglichen.
Die Ukraine will bis zu 20 Kampfflugzeuge des Typs Gripen E aus Schweden kaufen. Zusätzlich stellt Stockholm der ukrainischen Luftwaffe 16 ältere Gripen-Maschinen kostenlos zur Verfügung. Das gaben beide Länder am Donnerstag bei einem überraschenden Besuch des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Schweden bekannt.
Für den Kauf der modernen Gripen-E-Jets will Kyjiw laut schwedischer Regierung einen EU-Kredit in Höhe von 2,5 Milliarden Euro nutzen.
Schwedens Ministerpräsident Ulf Kristersson erklärte bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Selenskyj auf einem Luftwaffenstützpunkt nahe Uppsala, Ziel sei es, „rasch eine endgültige Vereinbarung zu schließen“, damit die Auslieferungen ab 2030 beginnen könnten. Die 16 gespendeten Flugzeuge sollen bereits Anfang 2027 an die Ukraine übergeben werden.
„Das ist eine historische Entscheidung für Schweden und zugleich eine erhebliche Stärkung der ukrainischen Luftverteidigung“, sagte Kristersson. Bereits im Oktober hatten beide Länder eine Absichtserklärung über einen möglichen Kauf von 100 bis 150 Gripen-E-Jets unterzeichnet.
Selenskyj betonte, die Ukraine hoffe weiterhin, langfristig alle 150 Maschinen finanzieren zu können. „Wir hoffen, dass wir die Finanzierung dafür sichern können“, sagte er.
Schweden hatte ursprünglich bereits 2024 erwogen, Gripen-Jets an die Ukraine zu liefern. Die Pläne wurden jedoch vorübergehend gestoppt, nachdem westliche Partner dafür plädiert hatten, zunächst die Einführung der US-Kampfjets vom Typ F-16 zu priorisieren.
Die nun angekündigte Lieferung ist Teil des 22. schwedischen Militärhilfepakets für die Ukraine mit einem Gesamtvolumen von umgerechnet rund 2,2 Milliarden Euro. Schweden gehört seit Beginn der russischen Invasion zu den wichtigsten Unterstützern Kyjiws und hat bislang Militärhilfe im Wert von rund elf Milliarden Euro bereitgestellt.
Selenskyj erklärte zudem, die Ukraine warte weiterhin auf eine Antwort der USA auf ihre Bitte um zusätzliche Munition für Patriot-Luftabwehrsysteme zur Abwehr russischer ballistischer Raketen.
Bei der Verteidigung gegen russische Raketenangriffe ist die Ukraine weiterhin stark auf westliche Unterstützung angewiesen. Gleichzeitig hat Kyjiw jedoch ein eigenes System zur Abwehr von Langstreckendrohnen aufgebaut, das nach ukrainischen Angaben inzwischen selbst bei westlichen Hightech-Armeen auf Interesse stößt.
In einem Schreiben vom 26. Mai bat Selenskyj US-Präsident Donald Trump und den US-Kongress entweder um zusätzliche Patriot-Systeme oder um Lizenzen zur eigenen Produktion der Abfangraketen in der Ukraine.
„Wir warten auf eine Antwort“, sagte Selenskyj. Er habe sich am Mittwoch mit Mitgliedern des Kongresses und Senatoren getroffen. „Sie unterstützen die Vorschläge, die an den Kongress und an das Weiße Haus gerichtet wurden“, sagte er. Er rechne nun mit einer offiziellen Antwort.
„Ich denke, sie müssen schneller handeln. Wir drängen, sehr nachdrücklich. Der Winter steht bevor“, so Selenskyj.