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Polnischer Vize-Minister: Russland provoziert NATO gezielt mit Dohneneinsatz

Michał Baranowski, polnischer Staatssekretär für Handel
Michał Baranowski, polnischer Staatssekretär für Handel Copyright  Euronews
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Von Méabh Mc Mahon & Angela Skujins
Zuerst veröffentlicht am
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Exklusiv: Polens stellvertretender Handelsminister Michał Baranowski bewertet den Drohneneinschlag im Osten Rumäniens als gezielte Provokation Russlands. Die Lage sei sehr ernst, so der Staatssekretär im Interview mit Euronews.

In den frühen Morgenstunden ist eine Drohne auf rumänischem Gebiet auf ein Wohnhaus gestürzt und hat zwei Menschen verletzt. Dahinter steckt eine gezielte Provokation der Regierung in Moskau, so der polnische Handelsstaatssekretär Michał Baranowski im Interview mit Euronews. Faktisch lebe die Europäische Union nicht mehr in Friedenszeiten. Dem Vorfall seien mehrere ähnliche Zwischenfälle im Ostseeraum vorausgegangen.

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„Das sind keine Irrtümer. Das sind Provokationen“, sagte er in der Euronews-Sendung Europe Today.

„Die Lage ist äußerst ernst. Das Ausmaß dieser Eskalation lässt sich kaum überschätzen“, so der Vertreter der polnischen Regierung. Nach Angaben der rumänischen Behörden gehörte die Drohne zu einem nächtlichen russischen Angriff auf die Ukraine und stürzte in ein Wohnhaus im Südosten Rumäniens. Dabei wurden zwei Menschen verletzt.

Immer wieder Kreml-Drohnen über Baltikum und Finnland

Seit Anfang Mai hat es mindestens sechs bestätigte oder mutmaßliche Drohneneinflüge in den Luftraum von Lettland, Litauen, Estland und Finnland gegeben.

Die Vorfälle sorgen sowohl in der NATO als auch in der Europäischen Union für Alarmstimmung. Beide Bündnisse stützen sich auf die Staaten an der Ostsee und an der Ostflanke als zentrale Verteidigungslinie gegen Russland.

Im September vergangenen Jahres drangen fast 20 russische Drohnen in den polnischen Luftraum ein. Polens Ministerpräsident Donald Tusk sprach damals von einer „unmittelbaren Bedrohung“ und machte Moskau verantwortlich.

„Wir haben keinen Zweifel daran, wer hier der Aggressor ist“, sagte Baranowski mit Blick auf den jüngsten Zwischenfall in Rumänien. „Es liegt natürlich an der rumänischen Regierung zu entscheiden, ob sie Artikel vier der NATO aktiviert. Dann könnten die Verbündeten zu Konsultationen zusammenkommen.“

NATO: Ein Fall für Artikel 4?

Artikel vier des NATO-Vertrags erlaubt jedem Mitgliedstaat, dringende Konsultationen zu beantragen, wenn er seine territoriale Integrität, seine politische Unabhängigkeit oder seine Sicherheit bedroht sieht.

Der rumänische Präsident Nicușor Dan erklärte in einem Beitrag auf der Plattform X, er habe für elf Uhr Ortszeit ein NATO-Treffen einberufen, um die Folgen dessen zu erörtern, was er als „den schwerwiegendsten Zwischenfall“ für das Land seit Beginn der umfassenden russischen Invasion der Ukraine im Jahr 2022 bezeichnete. Man werde „angemessene Maßnahmen gegenüber der Russischen Föderation anordnen“, hieß es weiter.

Eine diplomatische Quelle sagte Euronews, nach den Vorfällen im Baltikum in der vergangenen Woche habe es Überlegungen gegeben, beim Treffen der Außenminister am Freitag in Schweden möglicherweise Artikel vier auszulösen.

Das vollständige Interview sehen Sie im Player oben.

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