Der Buckelwal, der aus einer flachen Ostseebucht vor der Insel Poel geborgen wurde, ist freigelassen worden, teilte die private Rettungsinitiative mit. Kritiker fordern Transparenz über das, was mit dem Wal geschieht. Ein krankes Tier sei an einer häufig frequentierten Route freigelassen worden.
Nach seiner Bergung aus einer Ostseebucht vor der Insel Poel und einem mehrtägigen Transport ist der gerettete Buckelwal in der Nordsee freigesetzt worden. Gegen 9:00 Uhr morgens habe sich das Tier nicht mehr im Lastkahn befunden, sagte Jens Schwarck von der privaten Rettungsinitiative der Nachrichtenagentur dpa.
Nach ersten Informationen der Bild soll der Kapitän des Schleppers die Freilassung des Wals angeordnet haben. Das Tier sei jedoch offenbar nicht an dem ursprünglich von der Rettungsinitiative vorgesehenen Ort ins offene Meer entlassen worden, sondern rund 70 Kilometer nördlich von Skagen in Dänemark. Er sollte ursprünglich weiter westlich im offenen Nordatlantik freigelassen werden – also deutlich außerhalb stark befahrener Küsten- und Schifffahrtsbereiche.
Wal bekam Peilsender - aber nur sporadisch Signale
Der Wal hat einen Peilsender bekommen. Offenbar sind rund sieben Stunden nach der Freilassung erste Signale empfangen worden.
Die Initiatorin der Rettungsaktion, Karin Walter-Mommert, sagte der Bild, damit der Tracker anspringt, "müsse er zehn Sekunden am Stück komplett im Wasser sein, und das Netz ist schlecht."
Das Problem: Wale sind Säugetiere und müssen regelmäßig zum Atmen an die Oberfläche. Dadurch wird der für den Sender nötige durchgehende Wasserkontakt immer wieder unterbrochen. Ist der Tracker erst einmal aktiviert, kann er seine Daten zudem nur an der Oberfläche übertragen. Taucht der Wal nur kurz auf oder ist der Empfang schwach, reicht die Zeit oft nicht aus, um die Position zu übermitteln.
Möglicherweise wurde der Tracker auch beschädigt.
Der Greenpeace-Meeresbiologe Thilo Maack stellt den Einsatz grundsätzlich infrage. "Am Ende dieses umstrittenen Rettungsversuchs findet sich ein todkrankes Wildtier lediglich an einem anderen Ort", sagte er dem Magazin Spiegel.
Der Buckelwal sei in einer der meistbefahrenen Schifffahrtsrouten Europas freigelassen worden und seinem Schicksal überlassen worden. Maack schätzt die Überlebenschancen als minimal ein.
Zugleich fordert er mehr Transparenz: Die Trackingdaten des Wals sollten öffentlich zugänglich gemacht werden, um nachvollziehen zu können, wie es Timmy nach der Freilassung ergeht und ob sich das Leiden des Tieres auf dieser Reise gelohnt hat.
Die Tierschutzorganisation PETA betrachtet Buckelwal Timmy indes als Opfer der Fischerei. Seine Verstrickung in ein Stellnetz und die wiederholten Strandungen müssten Konsequenzen haben, teilte die Organisation mit. PETA fordert den Abbau von Netzfallen sowie die Ausweisung echter Meeresschutzgebiete in Nord- und Ostsee.