Trotz seines kurzen und schwierigen Intermezzos bei Real Madrid zählt Xabi Alonso weiter zu den gefragtesten jungen Trainern im Weltfußball. Im Januar trennten sich beide Seiten nach nur acht Monaten einvernehmlich.
Der britische FC Chelsea hat Xabi Alonso als neuen Cheftrainer verpflichtet. Der Spanier übernimmt den Klub zur kommenden Saison und hat einen Vertrag bis 2030 unterschrieben.
Für Alonso ist es die Rückkehr auf die Trainerbank nach seinem kurzen Intermezzo bei Real Madrid. In London soll er Chelsea nach mehreren turbulenten Jahren unter den amerikanischen Eigentümern sportlich wieder stabilisieren.
Offiziell beginnt Alonso seine Arbeit am 1. Juli. Er folgt auf Liam Rosenior, der im vergangenen Monat freigestellt wurde. Seit der Übernahme durch Todd Boehly und Clearlake Capital im Jahr 2022 ist Alonso bereits der fünfte Trainer mit einer festen Anstellung bei Chelsea.
Bei Real Madrid war Alonso nur acht Monate im Amt, ehe sich beide Seiten im Januar trennten. Zuvor hatten schwache Ergebnisse und Berichte über Unruhe innerhalb der Mannschaft den Druck auf den Spanier deutlich erhöht.
Zuvor hatte sich der frühere spanische Nationalspieler bei Bayer Leverkusen einen Namen gemacht. In der Saison 2023/24 führte Alonso den Klub zur deutschen Meisterschaft und zu einer kompletten Bundesliga-Saison ohne Niederlage. Chelsea bezeichnete ihn als "eine der angesehensten Persönlichkeiten des modernen Fußballs".
"Nach meinen Gesprächen mit den Eigentümern und der sportlichen Führung ist klar geworden, dass wir die gleichen Ziele verfolgen", erklärte Alonso in einer Mitteilung des Vereins. "Wir wollen eine Mannschaft aufbauen, die dauerhaft auf höchstem Niveau spielt und um Titel kämpft."
Chelsea wartet seit acht Jahren auf einen nationalen Titel. 2021 gewann der Klub allerdings die Champions League und setzte sich im vergangenen Sommer überraschend bei der erstmals erweiterten Klub-WM in den USA durch. Ob Chelsea in der kommenden Saison erneut in der Champions League spielt, ist derzeit offen. Nach einer schwachen zweiten Saisonhälfte droht dem Klub sogar das Verpassen des internationalen Geschäfts.
Mit der Niederlage gegen Manchester City im FA-Cup-Finale am Samstag blieb Chelsea in dieser Saison ohne Titel. "In dieser Mannschaft steckt enorm viel Talent, und dieser Verein hat großes Potenzial. Es ist eine große Ehre für mich, Chelsea zu trainieren", erklärte Alonso.
"Jetzt geht es darum, hart zu arbeiten, die richtige Kultur zu schaffen und Titel zu gewinnen."
Nach dem Ende der turbulenten Amtszeit von Liam Rosenior hatten die Klubbesitzer angekündigt, die sportliche Ausrichtung des Vereins zunächst intern zu überprüfen, bevor ein neuer Trainer verpflichtet wird. Unter den Fans war zuletzt die Unzufriedenheit über die Entwicklung des Klubs und die hohen Ausgaben deutlich gewachsen. Seit der Übernahme durch Todd Boehly und Clearlake Capital investierte Chelsea rund 2,5 Milliarden Dollar in neue Spieler – überwiegend junge Talente mit langfristigen Verträgen. Gleichzeitig häufte der Verein Schulden in Höhe von fast zwei Milliarden Dollar an.
Die jüngsten Geschäftszahlen zeigten zudem einen Verlust vor Steuern von rund 350 Millionen Dollar – ein Negativrekord für einen Premier-League-Klub.
Vor diesem Hintergrund wechselt Alonso nun zu Chelsea. Der Spanier war in den vergangenen Jahren immer wieder mit einem Wechsel zum FC Liverpool in Verbindung gebracht worden, einem weiteren seiner früheren Klubs.
Chelsea bezeichnete Alonso als "einen der größten Vereine im Weltfußball". Der Klub erklärte, die Entscheidung für Alonso sei wegen seiner Erfahrung, seiner Arbeit als Trainer und seines Führungsstils gefallen.
Zudem sehe man in ihm eine Persönlichkeit, die die nächste Entwicklungsphase des Vereins prägen könne. Weiter hieß es, Alonso gelte nicht nur als herausragender Trainer, sondern auch als starke Führungspersönlichkeit mit den Fähigkeiten, die für die Leitung einer Mannschaft auf höchstem Niveau nötig seien. Bis zum Saisonende wird allerdings weiter Calum McFarlane an der Seitenlinie stehen.
Er betreut Chelsea in den verbleibenden Premier-League-Spielen gegen Tottenham Hotspur am Dienstag sowie gegen Sunderland am letzten Spieltag am 24. Mai.