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Fünf legendäre WM-Tore, die in die Geschichte eingegangen sind

Iniesta stemmt den in Südafrika 2010 gewonnenen WM-Pokal in die Höhe.
Iniesta stemmt den WM-Pokal, den Spanien bei der WM 2010 in Südafrika gewann. Copyright  AP Photo
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Von Cristian Caraballo
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Von Maradonas Solo gegen England bis zu Van Persies unglaublichem Flugkopfball: Diese WM-Tore sind in die Geschichte eingegangen.

Es gibt Tore, die einfach nur zählen, und Tore, die in die Geschichte eingehen. Bei Weltmeisterschaften, in denen jedes Spiel das letzte sein kann, ist der Unterschied meist klar: An die einen erinnert nur die Anzeigetafel, die anderen bleiben allen im Gedächtnis.

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Hier ist unsere Liste der fünf Treffer, die kein Fußballfan, egal aus welchem Land, ernsthaft infrage stellen kann.

1. Diego Maradona, gegen England (Mexiko, 1986)

Beginnen wir mit dem Tor, über das es keinen Streit gibt. Der Treffer von Maradona gegen England im Viertelfinale der WM 1986 in Mexiko gilt nahezu überall als das beste Tor in der Geschichte des Turniers.

Vier Minuten zuvor hatte er mit der Hand getroffen, und die Welt verarbeitete noch den Skandal, als der Argentinier den Ball in der eigenen Hälfte aufnahm und loslief. Er startete noch vor der Mittellinie, ließ mit einem herrlichen Haken zwei englische Verteidiger stehen, und ein anschließender Tempolauf brachte ihn bis zu Torwart Peter Shilton, der ebenfalls chancenlos blieb.

Die Zahlen zu diesem Tor beeindrucken: Er umspielte sechs Gegenspieler, lief rund 60 Meter und erzielte einen Treffer, der die Reportage von Víctor Hugo Morales zu einer der legendärsten im Fußball machte. Es gibt technisch präzisere Kommentare, aber keinen, der es so gut auf den Punkt bringt.

2. Carlos Alberto, gegen Italien (Mexiko, 1970)

Wenn Maradonas Tor als bestes Solo der Geschichte gilt, dann sehen viele Fußballfans in Carlos Albertos Treffer im WM-Finale 1970 das beste Mannschaftstor, das je bei einer Weltmeisterschaft gefallen ist.

Brasilien führte mit drei zu eins gegen Italien, der Pokal war praktisch sicher, doch die Seleção wollte das Spiel auf spektakuläre Weise abrunden. Tostão, Brito, Clodoaldo, Gérson und Pelé, der den Ball ohne hinzuschauen weiterleitete, waren alle an der Kombination beteiligt, bevor der Kapitän rechts auftauchte und den Ball mit einem Strich in den Winkel jagte. 107.000 Zuschauer im Aztekenstadion erlebten live einen Treffer, der allein schon rechtfertigt, Fußballaufnahmen in Schwarz-Weiß anzuschauen.

3. Dennis Bergkamp, gegen Argentinien (Frankreich, 1998)

Dennis Bergkamp war für zwei Dinge berühmt: seine Eleganz am Ball und seine Flugangst. Die WM 1998 in Frankreich war für europäische Fans und Spieler zum Glück bequem per Zug zu erreichen. Im Viertelfinale gegen Argentinien, beim Stand von eins zu eins in der 90. Minute, schlug Frank de Boer einen rund 60 Meter langen Pass in den argentinischen Strafraum. Bergkamp nahm den Ball mit einer sensationellen ersten Berührung an, ließ Roberto Ayala aussteigen und schob ihn mit dem Außenrist ins Netz.

All das in einem einzigen Bewegungsablauf, in weniger als zwei Sekunden und mit dem Halbfinaleinzug auf dem Spiel. Dieses Tor zeigt, wie Talent und eiskalte Nerven in einer Person zusammenkommen können – und das in einem Moment, in dem alles auf dem Spiel steht.

Für die niederländische Auswahl endete das Turnier dennoch bitter. Im Halbfinale traf sie auf Brasilien mit seinem „jogo bonito“. Die Oranje hielt das Unentschieden bis zum Ende der Verlängerung, verlor dann aber im Elfmeterschießen und wurde am Ende Vierter nach einer Niederlage gegen Kroatien.

4. Robin van Persie, gegen Spanien (Brasilien, 2014)

Van Persie glich die Partie mit diesem Kopfball aus

Ein Tor, das in Spanien niemand sehen wollte. „La Roja“ ging als Weltmeister und zweifacher Europameister in die Partie. In der 44. Minute schlug Daley Blind einen langen Ball, und Van Persie, der „fliegende Holländer“, überraschte Iker Casillas und den ganzen Fußballplaneten mit einem Flugkopfball, der im Netz landete.

Der ikonische Handschlag zwischen Van Persie und Bondscoach Louis van Gaal nach Abpfiff wurde zu einem der Bilder des Turniers. Mit diesem Treffer stand es wieder unentschieden und er war das Signal, dass sich für „La Roja“ ein Debakel anbahnte. Spanien verlor am Ende mit eins zu fünf und schied schon in der Gruppenphase aus.

5. James Rodríguez, gegen Uruguay (Brasilien, 2014)

Die WM 2014 in Brasilien war, ohne dass es damals allen klar war, James Rodríguez’ offizieller Durchbruch auf der Weltbühne. Im Achtelfinale nahm der Kolumbianer den Ball mit der Brust an, drehte sich und setzte zu einem Volleyschuss an, den Torwart Fernando Muslera nicht halten konnte.

Der Treffer brachte ihm den Puskás-Preis jenes Jahres ein und James beendete das Turnier als bester Torschütze mit sechs Toren und zwei Vorlagen, was Kolumbien bis ins Viertelfinale trug. Dort ereilte die Südamerikaner dasselbe Schicksal wie die Niederlande 1998: Sie verloren gegen Brasilien.

Ganz schlecht verlief das Jahr dennoch nicht. Der Mittelfeldspieler spielte eine so starke Weltmeisterschaft, dass er im Sommer zu Real Madrid wechselte. Nur wenige Debüts wirkten so überzeugend.

Bonus: Iniesta und sein historisches Tor 2010 im dramatischen Finale Niederlande–Spanien

Wir durften den Treffer nicht vergessen, der Spanien den ersten WM-Titel bescherte. Die Auswahl von Vicente del Bosque schwebte auf einer Erfolgswelle. Sie hatte den Viertelfinalfluch gebrochen und Paraguay dank eines Treffers von David Villa in der 82. Minute besiegt. Im Halbfinale stürzte sie den deutschen Favoriten mit einem Kopfballtor des Carles Puyol. Es fehlte nur noch ein Schritt.

Man sagt, auf gute Dinge müsse man warten, und die spanische Mannschaft ließ ihre Fans tatsächlich lange zittern. Eine fragwürdige Schiedsrichterleistung, ein Tritt in Xabi Alonsos Brust ohne direkte Rote Karte – all das führte „La Roja“ in eine Verlängerung, die kein Ende zu nehmen schien.

Dann kam die 115. Minute. Jesús Navas startete fast von der eigenen Grundlinie und trug den Ball bis in die niederländische Hälfte. Ein Foulversuch und ein Stolperer ließen das Schlimmste befürchten, doch der Ball sprang zu Iniesta, der ihn mit der Hacke weiterleitete. Der Angriff landete links bei Fernando Torres, der den Ball halbhoch in den Strafraum schlug. Die niederländische Abwehr klärte nur unzureichend, Cesc Fàbregas bediente den freistehenden Iniesta – und der Rest ist spanische Fußballgeschichte.

Spaniens Nummer sechs traf wie einst an der Stamford Bridge und brachte ein ganzes Land dazu, an jenem Juliabend 2010 die Stimme zu verlieren.

Wir mussten die Auswahl auf nur fünf Treffer beschränken. Außen vor bleiben Archie Gemmills Tanz durch drei niederländische Verteidiger 1978, Al Owairans Sololauf über das halbe Feld 1994 oder Richarlisons akrobatischer Treffer in Katar 2022. Die Liste könnte 20 Namen umfassen. Das ist vielleicht das Schöne daran, dass es inzwischen so viele Weltmeisterschaften im Archiv gibt: Es gibt für jeden Geschmack ein Lieblingstor. Welches ist Ihres?

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