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Bericht: Kuba baut Drohnenarsenal auf und lernt iranische Taktiken gegen US-Basen

Der kubanische Präsident Miguel Díaz-Canel in Havanna, Kuba, am Donnerstag, dem 16. April 2026.
Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel in Havanna am Donnerstag, 16. April 2026. Copyright  Copyright 2026 The Associated Press. All right reserved
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Von Christina Thykjaer
Zuerst veröffentlicht am
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Laut von dem Portal Axios zitierten Geheimdienstberichten stockt Kuba mit Hilfe Russlands und Irans sein Drohnenarsenal auf und prüft Einsätze gegen US-Ziele.

Die USA gehen davon aus, dass Kuba seine militärischen Fähigkeiten mit Drohnen deutlich ausbaut. Dieser Schritt bereitet Washington wegen möglicher Folgen für die regionale Sicherheit Sorgen, wie das Portal Axios berichtet.

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Nach Angaben des US-Portals deuten Geheimdienstberichte darauf hin, dass Havanna in den vergangenen Jahren mindestens 300 militärische Drohnen beschafft hat, teils mit Unterstützung von Verbündeten wie Russland und Iran. Diese Entwicklung verändert demnach den Blick der US-Sicherheitsbehörden auf Kuba.

Axios berichtet weiter, kubanische Funktionäre hätten Szenarien durchgespielt, in denen die Drohnen gegen strategische Ziele eingesetzt werden könnten, etwa gegen den US-Marinestützpunkt Guantánamo oder Kriegsschiffe im Karibikraum. Die zitierten Quellen betonen jedoch, eine akute Bedrohung gebe es derzeit nicht. Die Überlegungen würden vielmehr als Teil von Notfallplanungen vor dem Hintergrund wachsender Spannungen zwischen beiden Staaten gewertet.

In Washington richtet sich der Blick vor allem auf eine mögliche Weitergabe von Technologie und Know-how durch den Iran, der in mehreren jüngeren Konflikten Drohnen entwickelt und eingesetzt hat. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth erklärte bei einer Anhörung im Kongress, Washington beobachte seit Jahren die Präsenz "ausländischer Gegner“ in Kuba, die die Nähe zum US-Territorium für militärische und nachrichtendienstliche Zwecke nutzen könnten.

All dies geschieht vor dem Hintergrund zunehmend angespannter Beziehungen zwischen beiden Ländern, die von Sanktionen und blockierten diplomatischen Kanälen geprägt sind. In diesem Umfeld verfolgt die US-Regierung jede militärische Aufrüstung auf der Insel besonders aufmerksam.

Karibik-Spannungen nehmen zu

Die Sorge in Washington ist nicht nur militärischer, sondern auch strategischer Natur. Eine mögliche Präsenz iranischer Berater in Havanna und die geografische Nähe Kubas zur Küste Floridas – nur rund 150 Kilometer – verstärken das Bild der Insel als empfindlichen Punkt im regionalen Machtgefüge.

Einige US-Beamte gehen noch weiter. Nach Angaben von Reuters könnte das Material der Geheimdienste am Ende als Argument dienen, die Kuba-Politik zu verschärfen und im äußersten Fall sogar "als Vorwand für ein militärisches Vorgehen der USA" herangezogen werden. Das unterstreicht die Brisanz der Lage und das Risiko einer weiteren Eskalation.

Der Bericht fällt zudem mit Meldungen über eine zunehmende US-Militärpräsenz nahe Kuba zusammen. Eine von mehreren Medien zitierte Analyse des Senders CNN registrierte seit Februar mindestens 25 US-Aufklärungsflüge in der Nähe der Insel, einige davon in weniger als 64 Kilometern Entfernung zur kubanischen Küste.

Den Analysen zufolge erinnert das Muster an den Anstieg von Überwachungsflügen vor früheren US-Operationen in Ländern wie Venezuela oder Iran. Zum Einsatz kommen unter anderem Seeaufklärer vom Typ P-8A Poseidon, auf elektronische Aufklärung spezialisierte RC-135V Rivet Joint sowie Aufklärungsdrohnen des Typs MQ-4C Triton.

Parallel dazu reiste CIA-Direktor John Ratcliffe vor Kurzem nach Kuba, um sich mit hochrangigen Regierungsvertretern zu treffen und eine direkte Botschaft aus Washington zu möglichen politischen und wirtschaftlichen Veränderungen zu übermitteln. Der für einen Funktionsträger dieses Rangs ungewöhnliche Besuch hat die Nervosität und Spekulationen über eine mögliche Zuspitzung zwischen beiden Staaten weiter angeheizt.

Kuba bereitet Bevölkerung vor

Der Bericht fällt zudem in eine Phase schwerer Wirtschafts- und Energiekrisen in Kuba. In den vergangenen Monaten litt die Insel wiederholt unter Stromausfällen, Treibstoffknappheit und sozialen Protesten, während die Regierung von Donald Trump den Druck auf Havanna weiter erhöhte.

In dieser Woche begann die kubanische Regierung damit, einen Zivilschutzleitfaden an Familien im ganzen Land zu verteilen. Er enthält Anweisungen für den Fall eines möglichen "militärischen Angriffs". Das von der kubanischen Zivilverteidigung erstellte Dokument empfiehlt unter anderem, Notfallrucksäcke mit Wasser, Lebensmitteln, Medikamenten, Taschenlampen und Radios bereitzuhalten. Zudem enthält es Verhaltensregeln für Bombardierungen oder Luftalarm.

Der Leitfaden ruft die Bürgerinnen und Bürger zudem dazu auf, sich mit Schutzräumen, Alarmsignalen und grundlegenden Erste-Hilfe-Maßnahmen vertraut zu machen. Die Veröffentlichung löste in sozialen Netzwerken zahlreiche Reaktionen aus. Viele Kubaner kritisierten dabei den Widerspruch zwischen den Empfehlungen der Behörden und der anhaltenden Knappheit an Lebensmitteln, Treibstoff und Medikamenten im Land.

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