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Fünf Fakten zu OpenAIs möglichen Rekord-Börsengang

ARCHIV - Das OpenAI-Logo ist auf einem Smartphone vor einem Computerbildschirm mit zufälligen Binärdaten zu sehen, am 9. März 2023 in Boston.
ARCHIV - Das OpenAI-Logo ist auf einem Smartphone vor einem Computerbildschirm mit zufälligen Binärdaten zu sehen, aufgenommen am 9. März 2023 in Boston. Copyright  AP Photo
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Von Una Hajdari
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Börsengang in Planung: ChatGPT-Entwickler peilt größten Börsendebüt der Geschichte an – sofern SpaceX nicht schneller ist.

OpenAI rückt einem der meist erwarteten Börsengänge der Geschichte näher. Nach Informationen des „Wall Street Journal“ will das Unternehmen in den kommenden Tagen den Antrag für einen Börsengang einreichen.

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OpenAI-Chef Sam Altman peilt einen Börsenstart im September 2026 an. Für ein Unternehmen, das 2015 als gemeinnütziges Forschungslabor begonnen hat, wäre das ein tiefgreifender Wandel.

1. OpenAI-Listing könnte größter Börsengang aller Zeiten werden

OpenAI will dem Vernehmen nach beim Börsengang rund 60 Mrd. US-Dollar (55,4 Mrd. Euro) einwerben. Nach Berechnungen von Deutsche Bank Research wäre das mehr als das Doppelte des Rekord-Listings von Saudi Aramco aus dem Jahr 2019 über 25,6 Mrd. Dollar (23,6 Mrd. Euro).

Allerdings gibt es einen Haken. SpaceX, das in dieser Woche selbst einen Börsenprospekt eingereicht hat, will bis zu 75 Mrd. Dollar (69,1 Mrd. Euro) aufnehmen. Das Unternehmen strebt eine Bewertung zwischen 1,75 Billionen Dollar (1,61 Billionen Euro) und 2 Billionen Dollar (1,84 Billionen Euro) an. Damit stehen die beiden Konzerne im direkten Rennen um den größten Börsengang der Geschichte.

Das „Wall Street Journal“ berichtete zudem, OpenAI habe Goldman Sachs und Morgan Stanley mandatiert. Die Banken sollen einen Prospekt ausarbeiten, den das Unternehmen innerhalb weniger Tage vertraulich bei den Aufsichtsbehörden einreichen kann.

ARCHIV – Das OpenAI-Logo auf einem Handy vor einem von ChatGPTs Dall-E generierten Computermonitor, 8. Dezember 2023, Boston.
ARCHIV – Das OpenAI-Logo auf einem Handy vor einem von ChatGPTs Dall-E generierten Computermonitor, 8. Dezember 2023, Boston. Copyright 2023 The Associated Press. All rights reserved.

2. Bewertung von 1 Billion Dollar würde OpenAI zum 14.-größten Unternehmen machen

Laut Medienberichten könnte OpenAI zum Börsenstart mit mehr als 1 Billion US-Dollar (922 Mrd. Euro) bewertet werden. Analyst Adrian Cox von Deutsche Bank Research hat nachgerechnet: Damit läge der Hersteller von ChatGPT knapp hinter Berkshire Hathaway.

Der Mischkonzern erzielte im vergangenen Jahr Erlöse von über 370 Mrd. Dollar (341 Mrd. Euro) und einen Nettogewinn von 67 Mrd. Dollar (61,8 Mrd. Euro). OpenAI läge knapp vor Eli Lilly. Der Pharmariese kam auf einen Umsatz von 65 Mrd. Dollar (59,9 Mrd. Euro) und einen Gewinn von 21 Mrd. Dollar (19,4 Mrd. Euro).

Weit voraus bleibt Nvidia. Der Chipkonzern gehört zu den wertvollsten Unternehmen der Welt und gilt an der Börse als nahezu reiner KI-Wert. Die Marktkapitalisierung liegt bei 5,4 Billionen Dollar (4,98 Billionen Euro), nachdem sich der Aktienkurs seit dem Start von ChatGPT am 30. November 2022 mehr als verdreizehnfacht hat, so Deutsche Bank Research.

3. Anleger suchen direkten Zugang zu reinen KI-Werten

Privatanleger, die auf KI setzen wollen, haben derzeit nur wenige Möglichkeiten. Sie können in Halbleiterhersteller, Cloud-Anbieter oder große Technologiekonzerne investieren.

Nach Einschätzung von Deutsche Bank Research würde ein OpenAI-Listing „einen Wettlauf auslösen, um den Hunger der Anleger nach direktem Zugang zu reinen KI-Unternehmen an der Börse zu stillen“ – ein Angebot, das es heute praktisch nicht gibt.

4. Wettlauf um KI-Börsengänge spitzt sich zu

OpenAI steht mit seinen Plänen nicht allein da. Auch Anthropic, der Entwickler des Chatbots Claude, wächst rasant.

Im vergangenen Monat überholte Anthropic OpenAI beim Umsatz und erreichte annualisierte wiederkehrende Erlöse von 30 Mrd. Dollar (27,7 Mrd. Euro), verglichen mit 25 Mrd. Dollar (23,1 Mrd. Euro) bei OpenAI.

Den von Deutsche Bank Research zitierten Prognosen des Technologieportals „The Information“ zufolge dürfte Anthropic bereits in diesem Monat auf rund 40 Mrd. Dollar (36,9 Mrd. Euro) jährliche wiederkehrende Erlöse kommen.

Das Unternehmen prüft demnach einen eigenen Börsengang noch in diesem Jahr und könnte dabei mehr als 60 Mrd. Dollar (55,4 Mrd. Euro) einwerben. Parallel führt Anthropic Gespräche mit Investoren über neue Mittel auf Basis einer Bewertung von 900 Mrd. Dollar (830 Mrd. Euro). Damit läge der Konzern über der aktuellen Privatmarkt-Bewertung von OpenAI von 852 Mrd. Dollar (786 Mrd. Euro).

Eine Kapitalspritze von 60 Mrd. Dollar wäre zudem höher als das gesamte Volumen aller US-Börsengänge in allen bis auf vier Jahren seit 1980, betont Deutsche Bank Research unter Verweis auf Daten der University of Florida.

Der US-Aktienmarkt bringt es inzwischen auf rund 70 Billionen Dollar (64,6 Billionen Euro). Damit ist er nominal etwa fünfmal so groß wie auf dem Höhepunkt der Dotcom-Blase.

5. Geschäftsmodell wirft weiter große Fragen auf

Trotz seiner Größe und Ambitionen hat OpenAI noch nie Gewinne erzielt.

Laut Deutsche Bank Research dürfte der Konzern in diesem Monat auf annualisierte Erlöse von rund 30 Mrd. Dollar (27,7 Mrd. Euro) kommen.

Doch interne, von „The Information“ berichtete Prognosen deuten darauf hin, dass 2026 allein ein Verlust von 14 Mrd. Dollar (12,9 Mrd. Euro) anfallen könnte. Insgesamt könnten sich die Fehlbeträge bis zum Erreichen der Gewinnzone im Jahr 2029 auf 44 Mrd. Dollar (40,6 Mrd. Euro) summieren.

Deutsche Bank Research formuliert es so: „Es ist noch völlig offen, wie die Aktienmärkte OpenAI und vergleichbare Unternehmen bewerten werden, sobald sie ihre Zahlen offenlegen und die bislang wenig verstandene Ökonomie ihrer Geschäftsmodelle erklären.“

Im Oktober 2025 schloss OpenAI den Wandel von einer gemeinnützigen Organisation zu einer Public-Benefit-Corporation ab.

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