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"Kein Algorithmus macht Krieg moralisch": Papst warnt vor KI-Waffen

Papst Leo XIV. spendet den Gläubigen auf der Piazza Calipari in Acerra nahe Neapel, Italien, am Samstag, dem 23. Mai 2026, seinen Segen. (Foto AP/Andrew Medichini)
Papst Leo XIV segnet Gläubige auf der Piazza Calipari in Acerra nahe Neapel in Italien, am Samstag, 23. Mai 2026. (Foto: AP/Andrew Medichini) Copyright  AP Photo
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Von Greta Ruffino
Zuerst veröffentlicht am
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Papst Leo XIV stellt erste Enzyklika zur Künstlichen Intelligenz vor: "Magnifica Humanitas" fordert "Entwaffnung" der KI und Schutz der Menschenwürde.

Papst Leo XIV hat mit "Magnifica Humanitas" seine erste Enzyklika zur Künstlichen Intelligenz vorgestellt. Darin ruft er dazu auf, KI zu "entwaffnen" und trotz technologischen Fortschritts "zutiefst menschlich" zu bleiben.

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In dem mehr als 200 Seiten langen Dokument warnt der Papst vor den Folgen eines unkontrollierten Einsatzes von KI. Technologie müsse dem Menschen dienen – nicht Machtinteressen. Mit der Forderung, KI zu "entwaffnen", stellt Leo XIV. die Vorstellung infrage, technologische Überlegenheit gebe automatisch ein Recht auf Kontrolle oder Herrschaft. "Entwaffnen bedeutet nicht, Technologie abzulehnen, sondern zu verhindern, dass sie die Menschheit beherrscht", schreibt er.

KI und Krieg: "Kein Algorithmus macht Krieg moralisch vertretbar"

Ein zentrales Thema der Enzyklika ist der Einsatz Künstlicher Intelligenz im Krieg. Pope Leo XIV kritisiert den Ausbau der Rüstungsindustrie, das nukleare Wettrüsten sowie das Entstehen neuer bewaffneter Gruppen – darunter auch dschihadistische Bewegungen.

Diese würden Konflikte aus Machtinteressen weiter anheizen. In diesem Zusammenhang warnt der Papst ausdrücklich vor KI-gestützten Waffensystemen. "Es gibt keinen Algorithmus, der Krieg moralisch akzeptabel machen kann", schreibt Leo XIV. Er warnt davor, dass Technologie Kriege "schneller und unpersönlicher" machen könne – und dadurch die moralische Hemmschwelle für Gewalt sinke.

Technologiemacht in den Händen weniger

Der Papst fordert außerdem international abgestimmte ethische Regeln für den Umgang mit Künstlicher Intelligenz. Gleichzeitig warnt er davor, dass sich technologische Macht zunehmend in den Händen weniger privater Akteure konzentriert.

Das Gemeinwohl dürfe "nicht der Kontrolle einiger Weniger überlassen werden", schreibt der Papst. Andernfalls drohe die Kluft zwischen den Menschen zu wachsen, die von der digitalen Revolution profitieren – und jenen, die ausgeschlossen bleiben.

Aus Sicht des Papstes müsse die gesamte Gesellschaft über die Entwicklung neuer Technologien mitentscheiden. Entscheidungen dürften nicht von oben diktiert werden. Leo XIV. erinnert deshalb an die Bedeutung von Solidarität und mahnt, nicht nur wirtschaftliche Interessen im Blick zu haben, sondern auch besonders verletzliche Menschen und kommende Generationen.

Der menschliche Preis der Digitalwirtschaft

Die Enzyklika beschäftigt sich auch mit den sozialen Folgen der digitalen Wirtschaft – von prekären Arbeitsbedingungen beim Training von KI-Modellen bis hin zum Abbau seltener Erden, die für Mikroprozessoren und elektronische Geräte benötigt werden.

Papst Leo XIV beschreibt dabei insbesondere die Situation von Kindern und Jugendlichen, die unter gefährlichen Bedingungen in Minen arbeiten. „Ihre Körper sind gezeichnet, verstümmelt, aufgerieben – nur damit der Strom der Berechnungen nicht abreißt“, schreibt der Papst.

Gerade im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz bestehe deshalb die dringende Pflicht, "zutiefst menschlich zu bleiben". Neue Technologien dürften nicht dazu führen, dass die menschliche Würde durch neue Formen der Entmenschlichung verdrängt werde.

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