Spieltag für die DFB-Elf in New York. Heute 22 Uhr deutscher Zeit findet dort das letzte Gruppenspiel gegen Ecuador statt. 80.000 Zuschauer – darunter mindestens 5000 deutsche Fans - werden erwartet. Auch das Finale der WM wird im New Yorker Stadion ausgetragen. Ein Vorgeschmack für die DFB-Elf?
Deutschlands Top-Scorer Deniz Undav wird nicht von Anfang an spielen, das bestätigt Bundestrainer Nagelsmann noch einmal auf der letzten Pressekonferenz vor dem Spiel: „Dass sich Deniz in die erste Elf gespielt hat, kann man unterschreiben, trotzdem haben wir auch eine Idee“, so Nagelsmann, derartige Entscheidungen treffe man nicht aus „Jux und Tollerei“. Der verletzte Nico Schlotterbeck fällt aus, ebenso der angeschlagene Linksverteidiger Nathaniel Brown.
Für die beiden Abwehrspieler rücken Antonio Rüdiger und David Raum in die Viererkette. „Und ansonsten werden wir erstmal so ins Spiel gehen wie in den letzten Spielen auch und dann im Verlaufe des Spiels wieder versuchen, gute Entscheidungen zu treffen“, erklärt Nagelsmann.
Undav mit Joker-Rolle zufrieden
Die Rolle des Jokers, für Deutschlands Topstürmer kein Problem: „Ich versuche einfach nur, guten Input zu bringen, egal ob es von Anfang an ist oder von der Bank. Das Wichtigste ist, dass das Team gewinnt“, so Undav, „ich bin zweimal von der Bank aufs Feld gekommen, wir haben die Spiele gewonnen, das freut mich natürlich“. Das Wichtigste sei, dass man die Spiele gewinne soweit wie möglich komme. „Wenn ich nicht zufrieden wäre, würde ich nicht hier sitzen“ betont der Stürmer vom VFB Stuttgart, „ich versuche einfach nur meinen Job zu erledigen und das hat jetzt zwei Spiele gut geklappt“.
Die WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko läuft für die deutsche Nationalmannschaft bisher ingesamt gut. Nach dem 7:1 zum Auftaktsieg gegen Curacao und dem erkämpften 2:1 gegen die Elfenbeinküste steht Deutschland als Sieger der Gruppe E fest und hat sich für die nächste Runde qualifiziert.
Mit Ecuador wartet aber ein starker Gegner, für den es auch noch um das Weiterkommen geht. Für Ecuador sei in beiden ersten Spielen mehr drin gewesen so Nagelsmann, nun müssten sie alles reinwerfen. Er rechne damit, dass Ecuador offensiver auftritt, obwohl die stabile, körperlich starke Defensive das „Prunkstück“ des Gegners sei. Nagelsmann: „Ich erwarte einen extrem starken Gegner, der uns alles abverlangen wird.“
5000 deutsche Fans vs. 55.000 Anhänger Ecuadors?
Wichtiger Faktor ist das Publikum. Im Großraum New York sollen 500.000 Ecuadorianer wohnen, so Nagelsmann und 55.000 sollen angeblich im MetLife Stadium in New Jersey vor den Toren von New York sein. Kein Problem für den Bundestrainer: „Morgen wird es laut, ich weiß, dass wir viele Fans da haben. Ich habe auch schon Bilder vom Times Square gesehen, wo sich einige deutsche Fans getroffen haben mit Fahnen“, berichtet Nagelsmann. „Es wird eine große deutsche Unterstützung da sein aber auch eine große ecuadorianische, da freuen wir uns drauf. Es ist immer gut, wenn es emotional ist von beiden Seiten“, so Nagelsmann auf der Pressekonferenz vor dem Spiel, “es dürfen gerne beide Fanlager alles raushauen…“
Deniz Undav ergänzt: „Ich glaube die Stimmung morgen kann wieder überragend sein. Wir haben auch einige Fans da, sehr viele Fans und ich glaube, das der Support morgen genauso gut sein wird, wie gegen die Elfenbeinküste.“
Fan-Begeisterung: Undav-Trikots teilweise nicht mehr lieferbar
Die Begeisterung der Fans zeigt sich auch bei den Trikotverkäufern. Man werde bei diesem Turnier mehr als drei Millionen DFB-Jerseys verkaufen, dreimal so viele wie bei der vergangenen WM in Katar, sagte Björn Gulden, CEO von DFB-Partner adidas. Im internationalen Trikotvergleich liege Deutschland mit den Verkaufszahlen hinter WM-Co-Gastgeber Mexiko und Weltmeister Argentinien auf Rang drei. Insbesondere die Trikots mit dem Rückenflock von Deniz Undav sind gut gegangen, konnten zeitweise nicht geliefert werden, weil es der Buchstabe „V“ nicht mehr vorlag.
Dazu Deniz Undav: „Ich hab‘s mitbekommen, freut mich natürlich, aber meine Kumpels, meine Jungs, meine Leute, meine Familie, haben alle schon genug Trikots, da musste ich jetzt nichts Neues bestellen. Aber es hat mich natürlich gefreut, dass einige oder viele Undav-Trikots bestellt haben oder neu bestellen, es ehrt mich!“
Auf die Frage, ob er ein besonderes Vorbild für Jesiden sein und noch mehr Kinder zum Fußball bringe - Undav hat selbst jesidisch-kurdische Wurzeln - antwortet der Nationalstürmer: „Nicht nur für uns Jesiden, für alle ist es gut, wenn mehr Kinder Fußball spielen und generell Sport machen.“ Er bekomme von seinen Eltern die Hinweise, wie viele Jesiden die Spiele schauen würden, das mache ihn stolz, aber es sei für jeden gut, „wenn Kinder sich von Ärger fernhalten, sondern Sport machen, sich fit halten und gesund leben, dass ist das Wichtigste.“
US-Amerikanerin leitet als Schiedsrichterin die Partie
Aus dem ecuadorianischen Team dürften deutsche Fußball-Fans vor allem Piero Hincapié kennen. Der Innenverteidiger lief zwischen 2021 und 2025 166mal für Bayer Leverkusen auf und gewann mit der Werkself das Double aus Meisterschaft und DFB-Pokal. Jetzt soll er für 52 Millionen Euro, davon 46 Millionen als Ablösesumme, zu Arsenal London führen, wohin er bislang ausgeliehen war.
Auch Willian Pacho dürfte vielen deutschen Fußballfans ein Begriff sein. Er gilt als einer der besten Innenverteidiger der Welt und lief in der Saison 2023/2024 für Eintracht Frankfurt auf.
Gepfiffen wird die Partie von der US-Amerikanerin Tori Penso. Sie ist erst die zweite Frau überhaupt, die ein WM-Spiel leitet. Linienrichterinnen sind ihre Landsfrauen Brooke Mayo und Kathryn Nesbitt., als Vierter Offizieller ist Campbell-Kirk Kawana-Waugh aus Neuseeland im Einsatz, VAR wird Joe Dickerson aus den USA sein, unterstützt von Fu Ming aus China und Khasim Al-Masri aus Katar.