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Spanien: Warum Francos Truppen eine Prämie auf sowjetische Panzer aussetzten

Leichter Panzer T-26B von Vickers
Leichter Panzer T-26B von Vickers Copyright  By Contando Estrelas from Vigo, España / Spain - Museo de Unidades Acorazadas de El GolosoUploaded by Dura-Ace, CC BY-SA 2.0
Copyright By Contando Estrelas from Vigo, España / Spain - Museo de Unidades Acorazadas de El GolosoUploaded by Dura-Ace, CC BY-SA 2.0
Von Jesús Maturana
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Ende 1936 bekam die Spanische Republik den modernsten Panzer der Welt. Er war jedem Gegner überlegen, gewann aber den Krieg nicht. Gescheitert sind nicht die Waffen, sondern jene, die über ihren Einsatz entschieden.

Mit dem Militärputsch vom Juli 1936 begann in Spanien ein Bürgerkrieg, der fast drei Jahre dauern sollte. Die nationalistischen Truppen unter Francisco Franco kämpften gegen die Zweite Spanische Republik und erhielten dabei militärische Unterstützung vom faschistischen Italien und dem nationalsozialistischen Deutschland.

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Als die ersten sowjetischen T-26 Mitte Oktober 1936 im Hafen von Cartagena eintrafen, dauerte der spanische Bürgerkrieg erst knapp drei Monate. Die erste Lieferung umfasste 50 Panzer. Bereits am 26. Oktober griffen sie südlich von Madrid unter dem Kommando des sowjetischen Generals Semjon Krivoschein in die Kämpfe ein. Auf Seiten der Putschisten stand ihnen kein gleichwertiger Panzer gegenüber.

Deutschland hatte den Panzer I entsandt, einen kleinen Kampfpanzer, der lediglich mit Maschinengewehren bewaffnet war und auf einem Konzept aus dem Ersten Weltkrieg beruhte. Italien steuerte seine CV-33-Tanketten bei, die noch weniger leistungsfähig waren. Der T-26 hingegen verfügte über eine 45-Millimeter-Kanone und konnte jeden gegnerischen Panzer zerstören, bevor dieser in effektive Schussweite kam.

In der Schlacht von Guadalajara im März 1937 vernichteten die T-26 die gegnerischen Panzerkräfte nahezu vollständig. Diese bestanden vor allem aus CV-33 und anderen italienischen Tanketten.

Die technische Überlegenheit war so groß, dass das nationalistische Lager eine Prämie auf jeden erbeuteten T-26 aussetzte. In Schlachten wie Belchite oder Teruel erwiesen sich die T-26 den deutschen und italienischen Panzern als derart überlegen, dass die Nationalisten 500 Peseten (ca. 3 Euro) für jedes intakt erbeutete Fahrzeug boten.

T-26, sowjetischer Panzer
T-26, sowjetischer Panzer Por Balcer~commonswiki - Trabajo propio, CC BY 2.5

Technische Daten: Leichter Panzer T-26 (Modell 1933)

  • Herkunft: UdSSR (Weiterentwicklung des britischen Vickers-6-Ton-Panzers)
  • Einsatzbeginn in Spanien: 1936
  • An die Republik gelieferte Panzer: 281
  • Hauptbewaffnung: 45-mm-Kanone (122 Schuss) + zwei DT-Maschinengewehre im Kaliber 7,62 mm (1.440 Patronen)
  • Höchstgeschwindigkeit: 28 km/h auf der Straße oder 20 km/h im Gelände
  • Besatzung: drei Soldaten
  • Gefechtsgewicht: 10,5 Tonnen
  • Motor: Benzinmotor mit 91 PS
  • Von Francos Truppen erbeutete Panzer: 178 (einige blieben bis 1957 im Dienst)
  • Gesamtproduktion: mehr als 11.000 Einheiten
  • Feuertaufe: Seseña (Toledo), 29. Oktober 1936
  • Heute zu sehen in: Museo Histórico Militar de Cartagena und Museo del Ejército de Valencia
  • Kosten: etwa 2.000 Euro im Jahr 1936

Seseña: Sieg, der das Problem sichtbar macht

Die ersten Kampfeinsätze der T-26 in Spanien fanden in der Nähe der Ortschaft Seseña statt. Dort stieß eine republikanische Panzerkompanie gegen die Speerspitze der nationalistischen Truppen vor, die auf Madrid vorrückten. Für die Verteidiger war das Ergebnis zunächst verheerend: Die Panzer rollten durch den Ort, ohne dass sie jemand aufhalten konnte.

Doch was anschließend geschah, sollte den weiteren Verlauf des Krieges prägen. Die Panzer kämpften ohne Unterstützung der Infanterie, die den gewonnenen Boden hätte sichern müssen. Nachdem sich die nationalistischen Befehlshaber von der anfänglichen Überraschung erholt hatten, organisierten sie mit den verfügbaren Mitteln eine Gegenreaktion.

Soldaten warfen Benzinflaschen mit brennenden Lappen auf die gummibereiften Laufrollen der Panzer. Sobald die Flammen griffen, schleuderten sie weitere Flaschen und eröffneten das Feuer auf die Besatzungen, um sie am Verlassen der Fahrzeuge zu hindern. Drei Panzer brannten mitsamt ihren Besatzungen aus.

Diese Vorfälle in Seseña gelten nach verschiedenen historischen Quellen als der erste belegte Einsatz dieser improvisierten Brandwaffe auf spanischem Boden. Die Bezeichnung "Molotowcocktail" entstand jedoch erst im Winterkrieg 1939, als die Finnen sie massenhaft gegen sowjetische Panzer einsetzten.

Dieses Muster wiederholte sich in den folgenden drei Kriegsjahren immer wieder: Die T-26 durchbrachen die Front, stießen weiter vor, als die Infanterie folgen konnte, und standen, sobald der Angriff ins Stocken geriet, ungeschützt unter feindlichem Feuer. In Brunete, der größten Panzerschlacht des gesamten Konflikts, war die Brigade erneut im Einsatz. Dort unternahmen die Republikaner einen der wenigen Versuche im Spanischen Bürgerkrieg, einen Frontdurchbruch mit Panzern auszunutzen. Am Ende stand jedoch der Verlust von mehr als 150 Fahrzeugen.

Lehren, die niemand ziehen will

Die Erfahrungen mit Panzern in Spanien hatten Folgen, die weit über die Ebenen Kastiliens und Aragons hinausreichten. Die sowjetische Seite zog aus dem Konflikt Schlüsse, die sich später als folgenschwer erweisen sollten. Die Deutschen hingegen beobachteten die Entwicklungen aufmerksam.

Die sowjetischen Offiziere kamen zu dem Schluss, dass Panzer nicht eigenständig operieren konnten, und verteilten ihre Fahrzeuge auf die Infanterieverbände. Diese Entscheidung sollte sie vier Jahre später teuer zu stehen kommen.

Im Dezember 1936 stellte Komkor Dmitri Pawlow die neuen sowjetischen Panzer zu einer Panzerbrigade zusammen. Sie bestand aus vier Panzerbataillonen und einer Aufklärungskompanie und wurde um Madrid sofort eingesetzt. Die Lehre, Panzerkräfte konzentriert und eigenständig einzusetzen, fand jedoch keinen festen Platz in der sowjetischen Vorkriegsdoktrin.

Die Deutschen entwickelten dagegen ein anderes Konzept. Sie konzentrierten ihre Panzer im Durchbruchsraum, stießen vor, ohne auf die Infanterie zu warten, und umschlossen die gegnerischen Kräfte, bevor diese reagieren konnten. 1940 verfügte Frankreich über ebenso viele oder sogar mehr Panzer als Deutschland. Dennoch verlor es den Feldzug innerhalb weniger Wochen, weil die französische Armee ihre Panzer auf zahlreiche Verbände als Unterstützung der Infanterie verteilte – ähnlich wie zuvor die Republik in Spanien.

Panzer T-26
Panzer T-26 Por Contando Estrelas from Vigo, España / Spain - Museo de Unidades Acorazadas de El GolosoUploaded by Dura-Ace, CC BY-SA 2.0

Die T-26, die den Spanischen Bürgerkrieg überstanden, gingen in den Bestand der franquistischen Armee über. Rund 150 der insgesamt 178 erbeuteten Panzer blieben bis in die 1950er Jahre einsatzbereit. Stalin wurde damit unfreiwillig zum wichtigsten Panzerlieferanten jenes Regimes, das er eigentlich hatte besiegen wollen. Fast zwei Jahrzehnte lang rollten sowjetische T-26, umlackiert in den Farben der Sieger, bei Militärparaden unter spanischen Flaggen über die Straßen.

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