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EU will Microsoft und Amazon bei Cloud-Diensten strenger regulieren

Das AWS-Logo ist bei der Veranstaltung „What’s Next with AWS“ am Dienstag, 28. April 2026, in San Francisco zu sehen.
Das AWS-Logo ist beim Event „What’s Next with AWS“ am Dienstag, 28. April 2026, in San Francisco zu sehen. Copyright  AP Photo/Jeff Chiu
Copyright AP Photo/Jeff Chiu
Von Luca Bertuzzi
Zuerst veröffentlicht am
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Die EU-Kommission will Microsoft Azure und Amazon Web Services vorläufig den strengen Vorgaben des Digital Markets Act unterwerfen. Ziel ist mehr Wettbewerb im Cloud-Markt und eine stärkere Position europäischer Anbieter.

Die Europäische Kommission hat am Donnerstag erklärt, dass die Cloud-Dienste von Microsoft und Amazon vorläufig strengen Regulationen unterworfen werden sollen. Brüssel will den Markt für Cloud-Dienste fairer und offener machen und zugleich europäische Anbieter stärken.

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Konkret sollen Microsoft Azure und Amazon Web Services – die beiden größten Cloud-Anbieter mit zusammen rund 60 Prozent Marktanteil in Europa – unter die Pflichten und Verbote des Digital Markets Act (DMA) fallen. Das Gesetz soll wettbewerbsfeindliche Praktiken marktbeherrschender Konzerne eindämmen.

Auffällig ist, wer nicht auf der Liste steht: Google Cloud. Der drittgrößte Anbieter der Branche gilt nach Einschätzung der Kommission bislang nicht als so dominant, dass er bereits unter die DMA-Regeln fällt.

"Wir sind weiterhin besorgt, dass die wachsende Macht von Google Cloud und Gemini ignoriert wird und sich der Markt dadurch in schädlicher Weise verschiebt", sagte ein Microsoft-Sprecher zu Euronews.

Das EU-Regelwerk soll verhindern, dass Tech-Giganten ihre Kundschaft in ihren Diensten einsperren, indem sie einen Wechsel zu Konkurrenzangeboten extrem teuer oder technisch praktisch unmöglich machen.

Der Schritt dürfte in Washington nicht gut ankommen, denn die Regierung Trump hat amerikanische Unternehmen, die sie in Europa gerade wegen ihres Erfolgs für unfair behandelt hält, lautstark verteidigt. Brüssel betont jedoch, der Vorstoß richte sich nicht gegen einen transatlantischen Wettbewerb an sich.

"Hier geht es nicht um europäische gegen US-Anbieter", sagte Ricardo Cardoso, Sprecher der Kommission für Wettbewerbspolitik, auf einer Pressekonferenz nach der Bekanntgabe.

Kommission und US-Regierung bereiten derzeit einen "digitalen Dialog" vor. Brüssel sieht darin eine Möglichkeit, seine Regulierungsentscheidungen zu erklären und Kritik von der anderen Seite des Atlantiks frühzeitig aufzufangen. Kritiker halten dagegen, das Format verschaffe Washington vor allem eine privilegierte Bühne, um gegen EU-Regeln zu lobbyieren. Das erste Treffen dieses Dialogs steht allerdings noch aus.

Die Entscheidung fällt nur wenige Wochen, nachdem die Kommission Pläne vorgelegt hat, ihre Abhängigkeit von ausländischen Technologieanbietern zugunsten heimischer Alternativen zu verringern – Cloud-Dienste gehören zu den am stärksten betroffenen Bereichen.

Der Versuch, den von US-Konzernen dominierten Cloud-Markt wettbewerbsfähiger zu machen, trifft damit auf neue Regeln aus Brüssel, nach denen besonders sensible öffentliche Aufträge in der EU teilweise europäischen Anbietern vorbehalten bleiben sollen.

Ob diese Maßnahmen Europas Abhängigkeit von ausländischer Technologie tatsächlich verringern – und wie stark sie die transatlantischen Spannungen anheizen –, ist allerdings offen.

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