Polizei-Großeinsatz in Schongau: An einem Gymnasium im oberbayerischen Landkreis Weilheim-Schongau sind nach Angaben der Polizei zwei Mädchen schwer verletzt worden. Ein 16-jähriger Tatverdächtiger befindet sich in Polizeigewahrsam.
Bei einem Vorfall an einem Gymnasium in Oberbayern sind nach Polizeiangaben zwei Schülerinnen angegriffen und schwer verletzt worden. Die Mädchen sind indes außer Lebensgefahr. Die genaue Anzahl der Verletzten ist der Polizei noch nicht bekannt, heißt es.
Nach ersten Erkenntnissen ereignete sich die Tat sowohl auf dem Schulgelände als auch in der unmittelbaren Umgebung des Gymnasiums. Der mutmaßliche 16-jährige Täter flüchtete zunächst, wurde jedoch kurze Zeit später festgenommen.
Am Abend erklärte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) bei einem Besuch in Schongau, der Tatverdächtige habe einen Schuss abgegeben. Die Waffe habe anschließend jedoch blockiert, sodass keine weiteren Schüsse möglich gewesen seien. Daraufhin soll er ein Messer gezogen haben.
Nach Angaben von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) befand sich der Tatverdächtige in der Vergangenheit in psychiatrischer Behandlung. Das sagte Herrmann der dpa in München.
Herrmann erklärte außerdem, es gebe Hinweise darauf, dass der mutmaßliche Täter ein ehemaliger Schüler der betroffenen Schule sei. Dies sei jedoch bislang nicht abschließend bestätigt. Auch eine mögliche Verbindung zwischen dem 16-Jährigen und den beiden schwer verletzten Mädchen (beide 13 Jahre alt) sei bislang unklar. Nach aktuellem Stand gebe es keine Hinweise auf eine persönliche Beziehung. Nun müsse geklärt werden, ob es einen besonderen Bezug zu den Opfern gegeben habe oder ob sie zufällig zu den Betroffenen geworden seien.
Laut Herrmann besitzt der 16-Jährige die kroatische Staatsangehörigkeit und lebte zuletzt bei seinen Eltern.
Nach Informationen des Merkur soll es an der Schule in der 6. Unterrichtsstunde einen Amok-Alarm gegeben haben. Allerdings hätten nicht alle Lehrkräfte den Alarm als solchen erkannt, weshalb einige Schüler das Gebäude verlassen hätten. Andere seien von ihren Lehrern im Klassenzimmer eingeschlossen worden – eine Maßnahme, die in einer solchen Situation vorgesehen ist.
Nach Angaben der ADAC-Luftrettung waren mehrere Rettungshubschrauber im Einsatz. Insgesamt waren sechs Hubschrauber beteiligt, darunter vier der ADAC-Luftrettung, sagte ein Sprecher. Einer der vier Helikopter wurde zur Versorgung der Verletzten eingesetzt.
Zuvor hatte die Polizei mitgeteilt, dass zahlreiche Einsatzkräfte am Welfen-Gymnasium in Schongau vor Ort seien. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, das Gebiet zu meiden. Für Angehörige sowie Eltern Schülern wurde am dortigen Feuerwehrhaus eine Anlaufstelle eingerichtet.
„Unsere Gedanken und Gebete sind bei den Verletzten der Amoktat von Schongau“, erklärte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Er betonte, dass eine solche schwere Tat nicht nur sichtbare Verletzungen hinterlasse, sondern auch viele seelische Wunden, deren Heilung lange Zeit in Anspruch nehmen werde.
Besonders würdigte Söder den schnellen und entschlossenen Einsatz der Polizei sowie aller Rettungsorganisationen. Dieses Zusammenhalten in schwierigen Situationen sei ein prägendes Merkmal des Landes.