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Gibt es ein EU-Nachspiel für FIFA-Boss Infantino wegen Balogun und Roter Karte?

Gianni Infantino ist seit 2016 Präsident der FIFA
Gianni Infantino steht seit 2016 an der Spitze der FIFA. Copyright  Copyright 2026 The Associated Press. All rights reserved.
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Von Vincenzo Genovese
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Die WM beschäftigt das Europaparlament. Abgeordnete wollen durch eine Untersuchung klären, ob Druck aus Washington die FIFA zur Aufhebung der Rot-Sperre gegen US-Stürmer Folarin Balogun brachte. Belgien besiegte die USA danach mit 4 : 1.

Das Europäische Parlament mischt sich in den Streit um den Druck von US-Präsident Donald Trump auf die FIFA ein. Trump hatte den Weltverband gedrängt, die Sperre nach der roten Karte gegen Stürmer Folarin Balogun zurückzunehmen. Balogun stand im Achtelfinalspiel der Weltmeisterschaft auf dem Platz, das die USA dann mit 1 : 4 gegen Belgien verloren.

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Eine Gruppe von Europaabgeordneten hat am Dienstag eine Initiative gestartet. Sie fordert eine Untersuchung der Rolle von FIFA-Präsident Gianni Infantino, um zu klären, ob Druck aus der US-Regierung die Entscheidung beeinflusst hat.

Europäische Fußballverbände sollen eingreifen

Das Schreiben, das Euronews vorliegt, richtet sich an die 27 Fußballverbände der Europäischen Union. Die Abgeordneten drängen die Verbände, bei der FIFA offiziell eine Untersuchung des Entscheidungsprozesses zu beantragen, der zur Aufhebung der Sperre gegen Balogun führte.

"Wir sind der Ansicht, dass es Zeit ist, dass die europäischen Fußballverbände, allesamt Mitgliedsverbände der FIFA, eingreifen und die FIFA auffordern, die Entscheidungsprozesse im Fall Balogun zu untersuchen“, heißt es in dem Text.

Folarin Balogun ist in New York geboren und in Großbritannien aufgewachsen

Folarin Balogun hatte in der Partie des US-Teams gegen Bosnien und Herzegowina in der vergangenen Woche eine umstrittene rote Karte gesehen. Eigentlich hätte er deshalb im Spiel gegen Belgien, einem K.o.-Duell um das Weiterkommen, gesperrt sein müssen. Nach einer roten Karte gilt automatisch eine Sperre für ein Spiel.

Übrigens ist der 25-jährige Fußballprofi Folarin Balogun, der bei AS Monaco unter Vertrag steht, nur in den USA geboren, weil seine aus Nigeria stammende britische Mutter wegen ihrer Schwangerschaft nicht nach Großbritannien zurückfliegen durfte. US-Präsident Donald Trump hatte seit Beginn seiner zweiten Amtszeit versucht, das sogenannte "birth right" abzuschaffen.

Heftige Kritik an Aussetzung der roten Karte

Trump räumte ein, Infantino wegen der roten Karte gegen Balogun telefonisch kontaktiert zu haben. Er bezeichnete den Platzverweis als unfair, betonte aber, er habe bei dem Anruf nichts verlangt. Die FIFA setzte daraufhin die Sperre über eine umstrittene juristische Hintertür aus.

Trump bedankte sich anschließend bei Infantino für die "Korrektur einer großen Ungerechtigkeit“. Infantino erklärte, er habe dem US-Präsidenten während des Telefonats gesagt, dass das Disziplinargremium der FIFA unabhängig arbeite.

Die Entscheidung löste in Europa heftige Kritik aus.

Die UEFA, der europäische Fußballverband, nannte den Schritt "beispiellos, unverständlich und nicht zu rechtfertigen“. Der belgische Fußballverband hat die Spielberechtigung Baloguns mit einem formellen Einspruch angefochten.

EU-Kommissar Glenn Micallef, in dessen Zuständigkeit auch Sport fällt, erklärte ebenfalls, die Aufhebung der Sperre sei "die falsche Entscheidung“.

Unterschriftensammlung unter Abgeordneten

Die Initiative des EU-Parlaments haben die Europaabgeordneten Barry Andrews (Renew Europe), Lara Wolters und Niels Fuglsang (Sozialdemokraten) angestoßen. Der Text zirkuliert derzeit unter den Abgeordneten, um bis Mittwoch, den 8. Juli 2026, 18 Uhr MEZ, Unterschriften zu sammeln.

Die Unterzeichner fordern die Fußballverbände auf, darauf zu achten, dass "hochrangige FIFA-Funktionäre zur Verantwortung gezogen werden, wenn es Hinweise gibt, dass sie gegen die Regeln zur politischen Neutralität verstoßen“.

Sie verweisen zudem auf ein weiteres Schreiben von 50 Europaabgeordneten an die FIFA. Darin fordern sie eine Untersuchung der Verleihung des FIFA-Friedenspreises an US-Präsident Trump.

Der 56-jährige Gianni Infantino, der einen Schweizer, einen italienischen und einen libanesischen Pass hat, ist seit 2016 Präsident des Weltfussballverbandes FIFA. Nicht nur wegen seiner Einschmeicheleien bei Donald Trump geriet der Nachfolger von Sepp Blatter immer wieder in die Kritik.

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