Der Stürmer lief in Madrid mit roter Kappe herum; darauf Trumps Slogan, auf Spanien zugeschnitten. Nur Stunden nach dem WM-Siegtor für La Roja. Auch Cucurella steht in Argentinien wegen eines Liedes in der Kritik.
Ferran Torres erzielte den Treffer, der Spanien den WM-Titel 2026 brachte gegen Argentinien, in der 106. Minute des Endspiels im Stadion von New York/New Jersey. Einen Tag später tauchte der Stürmer bei der Siegesparade durch die Straßen Madrids oben ohne auf – mit einer roten Kappe, auf der der Satz „Make Spain Great Again“ stand, eine direkte Abwandlung des Wahlkampfslogans von Donald Trump „Make America Great Again“.
Die Bilder von Torres, wie er die Fans vom offenen Bus aus mit der Kappe grüßt, machten in den sozialen Netzwerken schnell die Runde. Das Cap stammt nicht von der offiziellen Marke der MAGA-Bewegung, sondern variiert den Slogan mit Bezug auf Spanien. Vor der Parade hatte die Mannschaft König Felipe VI. und Königin Letizia im Palacio de la Zarzuela besucht, anschließend empfingen sie auch Regierungschef Pedro Sánchez im Moncloa-Palast.
Geteilte Reaktionen
Die Geste löste höchst unterschiedliche Deutungen bei Fans und Medien aus. Einige sahen darin nur einen Scherz ohne tiefere Bedeutung, andere einen ironischen Hinweis auf Trump oder sogar eine Spitze gegen Sánchez. Zudem wiesen Kommentatoren darauf hin, dass die Formel „Hacer España grande otra vez“ in der Vergangenheit bereits die rechtsgerichtete Partei Vox benutzt hat, was die politischen Lesarten des Vorfalls zusätzlich befeuerte.
Torres hat bisher öffentlich nicht erklärt, warum er genau diese Kappe wählte oder ob hinter der Botschaft eine Absicht stand. Entsprechend bleiben die Deutungen vorerst jedem selbst überlassen. Das Weiße Haus nutzte den Moment jedoch für eine Botschaft auf X: „Alle wollen sich der Bewegung anschließen.“
Sumar wirft Torres Geierfonds-Geschäfte vor
Die Kontroverse drehte sich nicht nur um die Kappe. Alberto Ibáñez, Abgeordneter von Compromís-Sumar, verbreitete am Dienstag eine falsche Behauptung: Die Firma von Ferran Torres agiere wie ein „Geierfonds“ und habe „20 Wohnungen in Valencia“ gekauft, um damit zu spekulieren. Laut einem Bericht von „El Español“ (Quelle auf Spanisch) und nach Angaben aus dem Umfeld des Spielers gegenüber dem Blatt entspricht das jedoch nicht den Tatsachen.
Demnach ist das wichtigste Immobilienobjekt von Eleven Future Invest, der Firma des spanischen Nationalspielers mit der Rückennummer sieben, ein Geschäftsgebäude neben dem Stadion Mestalla mit 50 vermieteten Büros. Es handelt sich also nicht um einen Wohnungsbestand, mit dem gezielt spekuliert wird.
Sein privater Wohnungsbestand umfasst vier Immobilien: seinen Hauptwohnsitz in Barcelona, zwei Wohnungen in Valencia sowie ein weiteres Haus in dem Ort, in dem er Urlaub macht. Zudem besitzt er ein Grundstück, auf dem er später bauen will.
Ausgelöst hatte die Debatte ein Bericht des Magazins „Forbes“, demzufolge der Stürmer „20 Immobilien, strategisch verteilt“ zwischen der Region Valencia und Katalonien besitzt.
Auf dieser Grundlage schärfte Ibáñez seine Kritik und forderte eine Gesetzesreform, damit „Unternehmen und Geierfonds wie Eleven Future Invest, die Firma von Ferran Torres, die laut ‚Forbes‘ bereits 20 Wohnungen in Valencia hortet, keine Häuser mehr zum Spekulieren kaufen können“.
Cucurella gerät ebenfalls in Argentinien in die Kritik
Der Verteidiger, Neuzugang von Real Madrid, zählte bei den Feierlichkeiten in Madrid zu den ausgelassensten Spielern. Nach den offiziellen Empfängen im Palacio de la Zarzuela und im Moncloa-Palast verlagerte sich die Party auf die Plaza de Cibeles. Dort betrat jeder Spieler die Bühne zu einem selbst gewählten Song, und Marc entschied sich erneut für „Malbec“, den Track von Duki und Bizarrap, der schon bei der Feier nach dem EM-Titel 2024 lief.
In Argentinien blieb diese Wahl aus zwei Gründen nicht unbemerkt. Die Musiker des Songs, Duki und Bizarrap, sind beide Argentinier, und die Zeilen: „Ich kam in die Stadt und man empfängt mich, als wäre ich ein Boss. Ich werde immer gefragter und weiß selbst nicht, wie das passiert ist. Heute feiern wir und mein Team ist Meister geworden. Drinnen auf der Party, draußen auf der Straße hört man meine Stimme“, wirkten in diesem Kontext ebenfalls wenig versöhnlich.
Ein Teil der Fans und mehrere Medien werteten die Songwahl als Provokation gegenüber der Albiceleste nach dem Ausgang des Turniers. Die Sportzeitung „TyC Sports“ etwa sprach sogar von einer „Verspottung“ der argentinischen Nationalmannschaft.