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"Giftiger Schleim": Moskau erlebt massive Invasion spanischer Nacktschnecken

Spanische Nacktschnecken zählen zu den 100 gefährlichsten invasiven Arten Europas.
Spanische Nacktschnecken zählen zu den hundert gefährlichsten invasiven Arten Europas. Copyright  AP Photo
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Von Dimitri Kavalerov
Zuerst veröffentlicht am
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In mehreren Regionen Russlands breiten sich ungewöhnlich viele spanische Wegschnecken von 15 bis 20 cm Länge aus. Besonders betroffen sind Moskau, Sankt Petersburg und ihr Umland; die Tiere übertragen gefährliche Krankheiten und vernichten Ernten.

Sie gehören seit Jahren zum russischen Sommer, doch in diesem Jahr erreichen sie eine nie dagewesene Zahl. Spanische Wegschnecken, Arion vulgaris, haben sich zu einer echten Plage entwickelt. Sie bedrohen Gärten, Gemüsebeete und Parks in vielen Ländern, auch in Russland. Biologen schlagen Alarm und raten, die Schädlinge gerade jetzt, im August, konsequent zu bekämpfen. Ernten und Pflanzen auf den Datschen sind bedroht; die Tiere fressen die Früchte in kürzester Zeit von innen aus und machen sie unbrauchbar für Lagerung und Verkauf.

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Die überdimensionierten Schnecken mit unnatürlich leuchtenden Farben bereiten den Menschen Sorgen. Besonders häufig melden sie Bewohnerinnen und Bewohner von Moskau und dem Moskauer Umland sowie aus Sankt Petersburg und der Region Leningrad. Diese Gebiete gelten inzwischen als Hauptzentren der agrar-klimatischen Plage.

Zu den warnenden Worten der Biologen kommen Hinweise von Ärzten: Die Schädlinge, betonen sie, übertragen Parasiten sowie Listeriose und Staphylokokken. Ihr giftiger Schleim kann bei Hautkontakt Reizungen oder Allergien auslösen, und Haustiere, die versehentlich eine Schnecke verschlucken, riskieren eine Infektion mit Lungenwürmern.

Die zentrale Frage lautet: Was tun? Fachleute schätzen, dass im Epizentrum der Plage an feuchten Tagen Dutzende ausgewachsene Tiere auf einem Quadratmeter vorkommen. Sie warnen, dass sich die Schnecken nur mit einem umfassenden Maßnahmenpaket eindämmen lassen.

Spanische Wegschnecke in einem Stadtpark in Sankt Petersburg
Spanische Wegschnecke in einem Stadtpark in Sankt Petersburg AP Photo/Dmitri Lovetsky

Eine der einfachsten Maßnahmen ist regelmäßiges Mähen. Hohes Gras schafft eine für die Schnecken ideal feuchte Schattenzone. Felder und Beete sollten mit Barrieren aus Materialien eingefasst werden, die den weichen Bauch der Tiere verletzen – etwa Flusssand, Asche oder zerkleinerte Eierschalen.

Fachleute führen das Ausmaß der aktuellen Invasion auf die Witterung der vergangenen Monate zurück. Durch den milden Winter überlebte eine Rekordzahl der im Herbst abgelegten Eier und Jungtiere. Die zahlreichen Schauer im Frühling und Sommer sorgten außerdem für einen Treibhauseffekt, von dem die Schädlinge besonders profitieren.

Arion vulgaris ist seit dem 19. Jahrhundert bekannt. Im Jahr 1855 beschrieb ihn der französische Naturforscher Alfred Moquin-Tandon erstmals. Lange galt die Art als ursprünglich auf der Iberischen Halbinsel heimisch, daher ihr Name. Moderne genetische Studien deuten jedoch darauf hin, dass ihr Ursprungsgebiet wahrscheinlich Frankreich und Westdeutschland ist. Die weltweite Ausbreitung der Spanischen Wegschnecke setzte erst gegen Ende des 20. Jahrhunderts ein: Der Boom im Handel und der Transport von Zierpflanzen, Setzlingen und Erde half den Tieren, Zentral-, Nord- und Osteuropa zu erobern.

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