Nach Angaben des ukrainischen Katastrophenschutzes verletzten die Angriffe mindestens 33 Menschen. Der Luftalarm blieb bis in die frühen Morgenstunden bestehen.
Die Raketenangriffe trafen zwölf Orte in den Stadtbezirken Darnytskyi, Sviatoshynskyi und Solomianskyi und beschädigten Wohnhäuser, eine medizinische Einrichtung und eine Bildungseinrichtung. In Lagerhallen, Fahrzeugen und anderen nicht bewohnten Objekten brachen Brände aus. Das setzte die in der ganzen Stadt eingesetzten Einsatzkräfte weiter unter Druck.
Im Bezirk Solomianskyi zerstörten die Einschläge die beiden obersten Etagen eines neunstöckigen Wohnhauses. Auf mehreren Stockwerken wüteten Brände. Rettungskräfte holten neun verletzte Menschen aus den Trümmern, zwei Bewohner kamen ums Leben. Auch benachbarte Wohnhäuser, ein Kinderkrankenhaus und Fahrzeuge wurden beschädigt.
Der nächtliche Beschuss fällt in eine Phase, in der Russland vermehrt ballistische Raketen gegen Kyjiw einsetzt und damit das ukrainische Luftverteidigungsnetz zusätzlich belastet. Kyjiw verfügt nur über eine begrenzte Zahl von Systemen, die ballistische Raketen abfangen können. Die Bestände an Abfangraketen für die US-Patriot-Systeme bleiben knapp. Nach dem Angriff fiel in rund 90.000 Haushalten der Strom aus. Der Energieversorger DTEK erklärte jedoch, mehr als die Hälfte sei inzwischen wieder ans Netz gegangen.