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Hitze in Frankreich: 2026 bricht Rekord an Felsstürzen in den Alpen

2026: Rekordjahr für Bergstürze in den Alpen
2026: Rekordjahr für Erdrutsche in den Alpen Copyright  © KEYSTONE / JEAN-CHRISTOPHE BOTT
Copyright © KEYSTONE / JEAN-CHRISTOPHE BOTT
Von Christina Molle mit AFP
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Im Sommer 2026 gingen in den französischen Alpen, vor allem rund um den Mont-Blanc, so viele Felsabbrüche nieder wie nie zuvor – ausgelöst durch extreme Hitze und tauenden Permafrost.

Lange galt der Sommer als sicherste Zeit fürs Bergsteigen. Inzwischen hat er sich zu einer Hochrisikosaison entwickelt. In den Alpen hält das Jahr 2026 bereits einen alarmierenden Rekord: Im Mont-Blanc-Massiv gab es seit Jahresbeginn 450 Felsstürze.

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So etwas hat Ludovic Ravanel, Geomorphologe und Forschungsdirektor am CNRS im Labor Edytem, noch nie beobachtet: „Hier kletterten die Temperaturen mühelos über 30 bis 35 Grad. Das wirkt sich natürlich auf die Gletscher und auf den Permafrost aus. Deshalb verzeichnen wir in diesem Jahr Rekordwerte, etwa bei der Zahl der instabil gewordenen Felswände und der Felsabbrüche in den Flanken.“

Den bisherigen Höchstwert gab es 2022 mit 300 registrierten Felsstürzen. Diese Entwicklung geht direkt auf den Klimawandel zurück, erklärt Ludovic Ravanel: „Mit diesen Fotos decken wir fast 200 Jahre Klimaerwärmung ab. Im Vergleich erkennen wir die Narben, also die instabil gewordenen Bereiche der Felswände, und können ihr Volumen berechnen. Unsere Auswertungen zeigen: 80 bis 85 Prozent dieser Narben sind in den vergangenen zwei bis drei Jahrzehnten entstanden. Es gibt also einen sehr klaren Zusammenhang zwischen der Klimaerwärmung und der Destabilisierung der Felswände.“

Die immer häufigeren und längeren Hitzewellen schwächen das Gebirge auch in der Tiefe. „Felsstürze und Felslawinen gehen heute vor allem auf den Abbau des Permafrosts zurück, aber auch auf den Rückzug der Gletscher. Gletscher üben normalerweise einen stabilisierenden Druck auf die Hänge aus. Wenn sie an Mächtigkeit verlieren, entlastet das die Wände – und sie geraten eher ins Rutschen.“, ergänzt der Geomorphologe.

Im Juli kamen zwei tschechische Touristen bei einem Felssturz am Mont Blanc ums Leben, im August starb ein weiterer Mann unter ähnlichen Umständen. Fachleute und lokale Behörden planen derzeit keine Beschränkungen für den Zugang ins Hochgebirge. Sie rufen Bergsteigerinnen und Bergsteiger jedoch zu besonderer Vorsicht auf, denn in den kommenden Monaten könnte es noch zu vielen weiteren Felsstürzen kommen.

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