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Ölpreis steigt erneut über 100 Dollar je Barrel, Konflikt USA–Iran spitzt sich zu

ARCHIV: Die Sonne geht über Handelsschiffen vor Anker in der Straße von Hormus nahe Bandar Abbas im Iran unter, am sechsten September 2026
Archivbild: Sonnenuntergang über Handelsschiffen in der Straße von Hormus vor Bandar Abbas im Iran, am sechsten September 2026. Copyright  AP Photo/Vahid Salemi
Copyright AP Photo/Vahid Salemi
Von Quirino Mealha
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Brent-Öl steigt auf über 100 Dollar. US-Truppen zerstören fünf iranische Tanker, Teheran greift Jordanien mit Raketen an – jüngste Eskalation, die die Straße von Hormus seit Februar lahmlegt.

Der Frontmonat-Future auf Brent-Öl, die internationale Referenzsorte, kletterte am Mittwochmorgen erneut über 100 Dollar je Barrel. Die US-Sorte WTI hielt sich zugleich um 95 Dollar.

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Seit Mitte vergangener Woche sind die Preise um fast 20 % gestiegen. Grund ist die erneut eskalierende Gewalt rund um den wichtigsten Seeweg für Öl.

Erstmals seit dem 23. Juli durchbrach der Ölpreis damit wieder die Marke von 100 Dollar.

Das US-Zentralkommando erklärte, seine Kräfte hätten am 8. September fünf iranische Öltanker zerstört, die Rohöl transportierten. Zuvor habe die Revolutionsgarde Irans innerhalb von zwei Tagen zweimal ballistische Raketen auf ein Kriegsschiff der US-Marine abgefeuert. Das Kommando nannte das Schiff nicht, betonte aber, es sei nicht getroffen worden und patrouilliere weiter in den Gewässern der Region.

Bereits am 5. September hatten iranische Streitkräfte ballistische Raketen auf einen US-Flugzeugträger und einen Zerstörer abgefeuert, beide Schiffe wichen den Geschossen aus. Das US-Kommando reagierte, setzte drei iranische Tanker außer Gefecht oder zerstörte sie.

Teheran schlug zurück und feuerte Raketen auf einen US-Militärstützpunkt in Jordanien, wo die Luftabwehr die meisten Geschosse abfing. Zudem erneuerte Iran seine Drohungen, Tanker in kuwaitischen und bahrainischen Gewässern anzugreifen.

Iran warnte Schiffe wiederholt davor, nicht genehmigte Routen durch die Straße von Hormus zu nutzen.

Mohsen Rezaei, Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrats, kündigte an, Teheran werde außerhalb der Meerenge bald eine Sperrzone ausweisen. Jedes Schiff, das ohne Abstimmung mit Iran in diese Zone einfahre, solle auf eine Sanktionsliste gesetzt werden, drohte er.

Auch Saudi-Arabien ist zunehmend involviert. Anlagen des Ölkonzerns Aramco in Jazan wurden am Montag erneut angegriffen, nach Angaben aus dem Königreich blieb der Schaden jedoch begrenzt.

Durch die Straße von Hormus fließen derzeit nur noch rund sieben Millionen Barrel pro Tag. Vor Beginn des Krieges am 28. Februar waren es etwa 20 Millionen.

Keine Entspannung in Sicht

Zur militärischen Eskalation kommt eine finanzielle.

Washington startete Ende August die „Operation Economic Outcast“. Ziel ist es, Iran weiter vom globalen Finanzsystem abzuschneiden, vor allem über den Zugriff auf digitale Vermögenswerte, Technologie, Gold sowie den Luft- und Seeverkehr.

Das US-Finanzministerium setzte zum Auftakt fast 60 Unternehmen, Personen und Schiffe auf Sanktionslisten und kündigt seither nahezu jede Woche weitere Schritte an. Die Europäische Union stellte sich in diesem Monat hinter die Kampagne.

Die Rhetorik auf beiden Seiten hat sich deutlich verschärft.

„Wir werden iranische Öltanker zerstören und versenken, falls Iran auf amerikanische Schiffe schießt“, sagte US-Kriegsminister Pete Hegseth. Der Sprecher des iranischen Parlaments, Mohammad Bagher Ghalibaf, antwortete: „Greift unser Eigentum an, und ihr werdet selbst getroffen.“

US-Präsident Donald Trump beharrt darauf, dass die Wasserstraße funktioniere. Auf Truth Social schrieb er vergangene Woche: „Hormuz volumes are BACK“ und behauptete, es würden 18 Millionen Barrel pro Tag durch die Meerenge transportiert.

US-Energieminister Chris Wright nannte für Montag dagegen einen Wert von 17 Millionen Barrel Rohöl und Ölprodukte zusammen. Zugleich räumte er ein, dass der gleitende Durchschnitt über mehrere Tage deutlich niedriger liegt.

In der Pressekonferenz im Weißen Haus in der vergangenen Woche weigerte sich US-Vizepräsident JD Vance zudem, den laufenden Konflikt als Krieg zu bezeichnen. „Der einzige Grund, warum wir keine weltweite Energiekrise haben, ist die Führung des Präsidenten“, sagte er.

Angesichts der jüngsten Entwicklungen passen Analysten ihre Prognosen nach oben an.

Die Bank Goldman Sachs erhöhte am Montag ihre Prognosen für Brent und WTI um fünf Dollar auf 85 bzw. 80 Dollar für Dezember. Die Analysten warnten, die Preise könnten im kommenden Jahr auf über 120 Dollar steigen, falls die Förderung am Golf dauerhaft um vier Millionen Barrel pro Tag unter dem Vorkriegsniveau bleibt. Dies sei aber nicht ihr Basisszenario.

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