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Erste deutsche F-35 hebt ab: Wie abhängig ist Deutschland von den USA?

Eine F-35 Lightning II, genauer gesagt eine F-35A, die für den konventionellen Start und die konventionelle Landung ausgelegt ist, ILA 2026, 13.06.2026
Eine F-35 Lightning II, genauer gesagt eine F-35A, die für den konventionellen Start und die konventionelle Landung ausgelegt ist, ILA 2026, 13.06.2026 Copyright  Johanna Urbancik
Copyright Johanna Urbancik
Von Johanna Urbancik
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Die erste deutsche F-35 hat in den USA ihren Jungfernflug absolviert. Der neue Kampfjet soll den Tornado ersetzen – doch wie unabhängig ist Deutschland bei seinem Betrieb von den USA?

Deutschlands erster F-35-Kampfjet hat am Dienstag seinen ersten Flug im amerikanischen Texas absolviert. "Dies stellt einen wichtigen Meilenstein für das Programm und die Zukunft der Luftwaffe dar", teilte die US-Rüstungsfirma Lockheed Martin in einem Beitrag auf X mit.

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Insgesamt 35 neue Kampfjets des Typ F-35A Lightning II beschaffen die deutschen Streitkräfte aus dem Sondervermögen. Sie sollen die alternden Tornado-Maschinen ersetzen, für die eigenen Angaben zufolge die Versorgung mit Ersatzteilen zunehmend schwieriger wird.

Der Vertrag, der im Rahmen des US-amerikanischen Foreign-Military-Sales-Verfahrens geschlossen wurde, hat ein Volumen von rund 8,3 Milliarden Euro. Darin enthalten sind nicht nur die Flugzeuge, sondern auch Waffen, Simulatoren, Ausbildung und die erforderliche Infrastruktur. Die ersten Maschinen sollen zunächst in den USA bleiben.

Dort werden deutsche Piloten und Techniker am neuen Kampfjet ausgebildet. Die F-35A – jene Variante, die Deutschland erhalten soll – ist zudem für den Einsatz der US-Atombombe vom Typ B61-12 zertifiziert und soll ab 2027 nach Büchel verlegt werden.

Die F-35 und der "Kill Switch"

Christophe Gomart, ehemaliger Chef des französischen Militär Geheimdienstes und heutiger EU-Abgeordneten der Europäischen Volkspartei, stellte vergangenes Jahr die These eines sogenannten "Kill Switches" in den Raum. Das heißt, die USA könnten ein Sperrsystem in die Jets einbauen, dass aktiviert werden könnte, wenn ein möglicher Flugplan nicht vom US-Verteidigungsministerium, dem Pentagon, genehmigt werden würde.

Einen sogenannten "Kill Switch", mit dem die USA die F-35 ihrer Verbündeten aus der Ferne abschalten könnten, gibt es nach Angaben des F-35 Joint Program Office nicht. Auch die niederländische und die britische Regierung haben entsprechende Berichte zurückgewiesen. Das britische Verteidigungsministerium betont, dass seine F-35-Flotte unabhängig betrieben werden kann.

Eine Abhängigkeit von den USA besteht dennoch: Die F-35 ist Teil eines globalen Systems, bei dem Software, Ersatzteile, Wartung und technische Unterstützung eine wichtige Rolle spielen. Die Frage ist deshalb weniger, ob Washington die Jets per Knopfdruck abschalten kann, sondern wie groß die Abhängigkeit der europäischen Betreiber vom US-geführten F-35-System tatsächlich ist.

"Buy European"

Nach internen Planungen der Bundesregierung sollte der überwiegende Teil der anstehenden Beschaffungen eigentlich an europäische Hersteller gehen. Lediglich rund acht Prozent der geplanten Großprojekte dürften an US-Unternehmen vergeben werden, wie Euronews vergangenes Jahr berichtete. Der Anspruch "Buy European" stößt jedoch an seine Grenzen, da nicht alle Fähigkeiten sich kurzfristig in Europa abbilden lassen – teils aus technologischen Gründen, teils aus industriepolitischen.

Das zeigt sich vor allem am Beispiel der F-35.

Das Kampfflugzeug enthält besonders sensible Schlüsseltechnologien, die strengen amerikanischen Exportvorschriften unterliegen. Produktionsprozesse, Infrastruktur und ITAR-Regularien machen eine Fertigung außerhalb der USA faktisch unmöglich. Im Verteidigungsministerium weist man allerdings darauf hin, dass es sich bei der F-35 nicht um ein ausschließlich amerikanisches Projekt handele. Das Flugzeug sei im Rahmen eines multinationalen Programms gemeinsam mit acht Partnerstaaten entwickelt worden – und damit mehr als ein rein bilaterales Vorhaben.

Wesentliche Teile des Flugzeugs würden außerhalb der USA gefertigt, sagte eine Sprecherin des Ministeriums auf Anfrage von Euronews im Februar dieses Jahres. Bei der Planung von Beschaffungen und bei Vertragsverhandlungen mit Herstellern – sowie gegebenenfalls mit Partnerstaaten – werde stets darauf geachtet, dass die Einsatzbereitschaft der Systeme und damit der Bundeswehr gewährleistet bleibe.

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