Acht Personen sind seit Juli 2026 in Deutschland an Malaria erkrankt. Zwei der Erkrankungen verliefen tödlich. Jetzt warnt die Stadt Frankfurt die Bevölkerung, bei entsprechenden Symptomen Malaria in Betracht zu ziehen und mit dem Arzt abzuklären.
Das Gesundheitsamt Frankfurt am Main warnt. Denn in der Stadt hat es zwei weitere Fälle von Malaria gegeben, seit Juli sind bereits sechs Personen erkrankt. Malaria ist eine Tropenkrankheit, die durch Mücken übertragen wird. Zwei der Erkrankungen in Frankfurt endeten tödlich.
Bei den neuen Fällen handelt es sich um Personen aus dem Stadtteil Schwanheim, in unmittelbarer Nähe zum Flughafen. Hier untersucht das Gesundheitsamt einen Zusammenhang. Zuletzt hatten sich insbesondere Flughafenmitarbeiter infiziert. Es wird davon ausgegangen, dass immer wieder Mücken aus Malaria-Gebieten bei Flugstrecken mitreisen, in Frankfurt weiterleben und die Krankheit dann bei einem Stich übertragen.
Was ist Malaria?
Die Tropenkrankheit Malaria ist bei frühzeitiger Diagnose gut behandelbar. Die Symptome ähneln zunächst allerdings einer Grippe und Erkältung. "Entscheidend ist deshalb, eine mögliche Malariainfektion bei entsprechenden Symptomen frühzeitig in Betracht zu ziehen", so die Stadt Frankfurt am Main.
Klassische Symptome für eine Malaria-Infektion sind Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Magen-Darm-Beschwerden. "Häufig werden solche Anzeichen daher als grippaler Infekt oder Magen-Darm-Infektion fehlinterpretiert", erklärt auch das Robert-Koch-Institut.
Nicht alle Malaria-Arten sind tödlich, etwa Malaria tertiana, quartana, oder Plasmodium knowlesi Malaria. Die gefährlichste Art ist Malaria tropica, sie kann ohne frühzeitige Diagnose und Behandlung tödlich enden. Das Auswärtige Amt spricht deshalb von einer lebensbedrohlichen Erkrankung.
Die Krankheit ist nicht von Mensch zu Mensch ansteckend. Für eine Übertragung ist der Stich einer infizierten Mücke erforderlich. Wird Malaria nicht in einem Endemiegebiet übertragen, sondern durch den Mittransport der Tiere in andere Länder, spricht man oft von Flughafenmalaria.
Empfehlung: Bei unklarem Fieber ärztlichen Rat einholen
Menschen, die am oder im Umfeld des Frankfurter Flughafens arbeiten oder sich dort aufhalten beziehungsweise in räumlicher Nähe zum Flughafen wohnen, sollen bei unklarem Fieber einen Arzt aufsuchen.
Dort sei es wichtig, auf den Wohnort oder einen möglichen Aufenthalt im Umfeld des Flughafens hinzuweisen.
Bürger aus Frankfurt am Main können sich außerdem über eine Hotline des Gesundheitsamts informieren. Diese ist telefonisch von 9 bis 18 Uhr unter 069/212-30030 erreichbar.
Auch Präventivmaßnahmen sind möglich, indem man sich vor Mückenstichen schützt. Prophylaxe ist beispielsweise durch Insektenabwehrmittel mit Repellenten möglich. Bislang haben sich Mittel auf der Basis von Diethyltoluamid (= DEET) und Icaridin weltweit bewährt, heißt es in einem Ratgeber des Auswärtigen Amts. Auch lange Kleidung sowie Insektennetze können langfristig helfen.
Flughafenmalaria in Europa
Fälle von Flughafenmalaria sind nach Angaben des Robert Koch Instituts in Deutschland sehr selten. Eine Studie aus dem Jahr 2024 macht außerdem deutlich, dass mehr als 99 Prozent der in Europa festgestellten Malariafälle aus Endemiegebieten importiert worden sind.
Von 1969 bis Anfang 2024 wurden demnach in Datenbanken 145 Fälle von Malaria bekannt, bei denen sich die Betroffenen in Europa angesteckt hatten. Mehr als zwei Drittel davon wurden als Flughafenmalaria gewertet. Am stärksten betroffen waren Frankreich (52 Fälle), Belgien (19 Fälle) und Deutschland mit neun Fällen, davon acht in Frankfurt und einer in München.
Auch hier hatten viele Betroffene Bezüge zu einem internationalen Flughafen. Die zwei neu erkrankten Personen aus Frankfurt Schwanheim sind nach Angaben der Stadt derzeit in stationärer Behandlung.