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Premiumisierung, Branchenerholung und KI: Reisetrends auf der ATM Dubai 2026

Dubai ist Gastgeberstadt des Arabian Travel Market
Dubai ist Gastgeberstadt des Arabian Travel Market Copyright  Fabien Bellanger/Unsplash
Copyright Fabien Bellanger/Unsplash
Von Mike Starling
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Auf dem Arabian Travel Market in Dubai sprachen viele über die schweren Störungen seit Jahresbeginn, zugleich stand die Erholung mit neuen Trends und Angeboten im Mittelpunkt.

Für die Tourismusbranche war es ohne Frage ein schwieriges Jahr – besonders im Nahen Osten, wo Konflikte in der Region und ihre Folgen den Reiseverkehr durcheinandergebracht haben.

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Trotz eines Rekordjahres für den weltweiten Tourismus 2025 hat die geopolitische Lage die Reisen in den Nahen Osten und in die Golfstaaten 2026 stark belastet. Besucherzahlen, Flugkapazitäten und Hotelbuchungen gingen deutlich zurück.

Auf der Arabian Travel Market (ATM) in Dubai dominierten zwar die aktuellen Störungen viele Gespräche am Rande. Zugleich zeigten sich erste Anzeichen einer Erholung der Branche.

Der in dieser Woche vorgestellte ATM Travel Trends Report 2026 prognostiziert für 2027 ein Plus der internationalen Reisen in der Region Naher Osten, Nordafrika und Südasien (MENASA) von 17 Prozent – „mehr als doppelt so hoch wie die weltweit erwartete Wachstumsrate von acht Prozent“, wie Tourism Economics, Mitautor des Berichts, betont.

Zudem sollen die Ausgaben internationaler Besucher im Nahen Osten zwischen 2025 und 2030 um 116 Milliarden Dollar (100,58 Milliarden Euro) steigen – ein Zuwachs von 57 Prozent.

Auf der ATM Dubai (Quelle auf Englisch) zeigte sich Dave Goodger, Managing Director EMEA bei Tourism Economics, angesichts dieser Prognosen „optimistisch“.

„In den nächsten fünf Jahren wächst das Reisen strukturell und nicht nur als zyklische Gegenreaktion“, sagte er. „Internationale Reisen waren nie wichtiger als heute. Dieses Jahr ist von einer unsicheren wirtschaftlichen und geopolitischen Lage geprägt, aber die Verbraucher behandeln Reisen als unverzichtbar.“

Mit Blick auf Erholung und langfristige Entwicklung tauchen zahlreiche Trends auf, die die nächste Ära des Tourismus prägen könnten.

Der Bericht (Quelle auf Englisch) fasst zentrale Erkenntnisse zusammen – von der „Premiumisierung“ des Reisens über den Aufstieg weniger bekannter Ziele bis hin zum Einsatz von KI bei der Reiseplanung. Zugleich prägten diese Themen die Diskussionen in den Messehallen der ATM Dubai.

Premiumisierung des Reisens

Luxus bleibt ein Kernsegment des Reisemarkts, besonders im Nahen Osten und in den Golfstaaten. Laut Goodger legen dort fast 80 Prozent der potenziellen Gäste bei Reisen Wert auf Luxus. Doch Premiumisierung reicht über klassische Fünf-Sterne-Hotels hinaus.

Reisende sind zunehmend bereit, für bestimmte Bestandteile ihres Urlaubs mehr auszugeben – etwa für ein Upgrade der Flugkabine oder für besonders eindrucksvolle Aktivitäten.

„Die Menschen wollen diese luxuriösen Erlebnisse, sie wollen Premiumangebote, aber sie sparen, wo es möglich ist“, sagte Goodger. Der Bericht zeigt zudem, dass 35 Prozent der Reisenden heute stärker an Premiumerfahrungen interessiert sind als vor zwei Jahren.

Schnäppchenjagd und preisbewusstes Reisen

Die Suche nach einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis läuft parallel zur Premiumisierung, sie ersetzt sie nicht. In einem separaten Gespräch mit Euronews Travel sprach Goodger von einer „globalen Herausforderung“, die sich in Europa, Nordamerika, China und anderen asiatischen Märkten zeigt.

„Die Menschen achten auf den Preis, sie suchen nach Wert, aber sie wollen wertvolle Erlebnisse“, sagte er. Das kann bedeuten, beim Hotel zu sparen, um die Aktivitäten zu finanzieren, die überhaupt erst der Grund für die Reise sind.

„Sie sagen nicht einfach… ‚Ich suche mir das billigste Pauschalangebot, das es gibt‘“, ergänzte Goodger. „Sie sagen: ‚Ich nehme ein einfacheres Hotel, aber ich will dieses Erlebnis, für das ich überhaupt hinreise, unbedingt machen.‘“

Dave Goodger, Managing Director EMEA von Tourism Economics, spricht auf der ATM Dubai
Dave Goodger, Managing Director EMEA von Tourism Economics, spricht auf der ATM Dubai RX Global

Aufstieg weniger bekannter Reiseziele

Von den befragten Reisenden gaben 56 Prozent an, heute stärker an neuen Destinationen interessiert zu sein als vor zwei Jahren. Unter potenziellen Gästen der MENASA-Region steigt dieser Anteil auf 68 Prozent.

Davon profitieren vor allem sekundäre Städte und Regionen abseits etablierter Tourismus-Hotspots. Das heißt jedoch nicht, dass Paris, London und andere Touristenmagneten an Anziehungskraft verlieren.

Erstmalige internationale Reisende wollen laut Goodger weiterhin „vor dem Eiffelturm stehen“ oder „Buckingham Palace sehen“. Wiederkehrende Gäste wagen sich jedoch immer häufiger in weniger bekannte Gegenden.

„Sie sind es, die in neue Regionen und sekundäre Destinationen reisen“, sagte er gegenüber Euronews Travel.

Reisen mit Erlebnisfokus

Viele Reisende wählen inzwischen zuerst ein Erlebnis oder eine Leidenschaft aus und planen ihre Reise darum herum.

Kultur und authentische Erfahrungen gehören laut Tourism Economics zu den wichtigsten Prioritäten. Zugleich wächst das Interesse an Aktivitäten, Essen und Sport.

„Die Menschen suchen nach Erlebnissen“, sagte Goodger auf der ATM. „Sie wollen Neues. Sie wollen kulturelle Erfahrungen.“

Übertourismus und Reisezeitpunkt

Der Massentourismus beeinflusst zunehmend die Wahl des Reiseziels. Die Studie von Tourism Economics zeigt, dass drei von zehn Reisenden bestimmte Orte gezielt meiden, weil sie Überfüllung befürchten.

Gegenüber Euronews Travel erklärte Goodger, Übertourismus sei vor allem in Europa ein großes Thema. Der Trend weg von überfüllten Zielen sei jedoch bislang „sehr subtil“.

Ein erkennbarer Trend ist das Reisen außerhalb der geschäftigsten Monate. „Wir beobachten eine leichte Glättung der Saisonverläufe“, sagte er. „Viele Menschen reisen außerhalb der Hochsaison, um das gewünschte Erlebnis ohne Menschenmassen zu genießen.“

Davon profitieren Orte, die Besucher über das Jahr verteilen wollen, ebenso wie weniger bekannte Regionen, die Reisende von überfüllten Hotspots abziehen möchten.

Eventtourismus im Aufwind

Immer mehr Menschen reisen gezielt über Grenzen hinweg, um Veranstaltungen zu besuchen. Das verleiht dem Boom im Sport- und Musiktourismus zusätzlichen Schwung. Drei von zehn Befragten gaben an, heute stärker an veranstaltungsbezogenen Reisen interessiert zu sein als vor zwei Jahren.

Goodger nannte „sportliche, kulturelle und religiöse Veranstaltungen“ als immer wichtigere Treiber – besonders im Nahen Osten.

Auch Geschäftsevents gewinnen an Bedeutung. Die Teilnahme an Verbandskongressen im Nahen Osten hat sich in den vergangenen zehn Jahren nahezu verdoppelt.

KI verändert Reiseplanung

Vielleicht verändert nichts die Art, wie Menschen ihre nächste Reise entdecken und planen, so stark wie der wachsende Einsatz von KI. Laut Goodger gelten potenzielle Besucher des Nahen Ostens als besonders technikaffin; KI-Chatbots spielen bei ihrer Reiseplanung bereits eine zentrale Rolle.

Der Bericht kommt zu dem Ergebnis, dass 28 Prozent der potenziellen Nahost-Besucher bereits einen KI-Chatbot zur Planung einer Reise genutzt haben. Unter Reisenden, die andere Regionen ins Auge fassen, liegt der Anteil bei zwölf Prozent.

KI kann weniger bekannten Destinationen neue Chancen eröffnen. Viele Nutzer verabschieden sich von klassischen Suchbegriffen und stellen stattdessen dialogorientierte Fragen zu der Art Urlaub, die sie sich wünschen.

Für Destinationen bedeutet das nach Goodger, im sich rasant wandelnden Umfeld sichtbar zu bleiben. „Es ist absolut entscheidend, dass Reiseziele über diese unterschiedlichen Plattformen auffindbar sind.“

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