Dutzende Demonstrierende sind am 17. September durch San Francisco gezogen und haben KI-Unternehmen aufgefordert, das „Stop the AI Race“ zu unterstützen. Der Protest startete vor dem Hauptsitz von OpenAI im Stadtteil Mission Bay und zog dann weiter zu den Büros von Anthropic in der 500 Howard Street, direkt neben der Dreamforce-Konferenz. Der Marsch endete am Rathaus, wo die Teilnehmenden Bürgermeister Daniel Lurie und den Stadtrat drängten, einen lokalen KI-Notstand auszurufen.
Die Organisatorinnen und Organisatoren verlangen eine Pause bei der Entwicklung immer leistungsfähigerer KI-Systeme, bis strengere Sicherheitsvorkehrungen und internationale Regeln gelten. Sie wollen außerdem einen globalen Vertrag, der die Möglichkeiten fortgeschrittener KI begrenzt und verbindliche Sicherheitsstandards festlegt.
Die Demonstrierenden trugen Schilder, die vor unkontrollierter KI warnten, und schrieben mit Kreide Botschaften wie „Auslöschung steht im Raum“ auf den Asphalt. Sie riefen auch Beschäftigte bei OpenAI und Anthropic dazu auf, ihre Jobs zu verlassen und sich für international vereinbarte Grenzen einzusetzen.
Stop the AI Race-Mitorganisator Michaël Trazzi sagte, Branchenvertreter hätten die US-Regierung bereits früher um KI-Regulierung gebeten, seien jedoch abgeblitzt. Ein weiterer Organisator, Hunter Glenn, erklärte, er fürchte, außer Kontrolle geratene KI könnte das Überleben der Menschheit bedrohen, und forderte, KI-Sicherheit als überparteilige Frage zu behandeln.
Der Protest fand vor dem Hintergrund einer neu entfachten Debatte über KI-Sicherheit statt, nachdem OpenAI sechs Fälle von „unerwartetem oder besorgniserregendem“ Verhalten seiner Modelle offengelegt hatte. Teilnehmende äußerten zudem Sorgen über den wachsenden Energieverbrauch von Rechenzentren und die möglichen Folgen der Technologie für das Klima.
Der Marsch fiel mit Dreamforce zusammen, einer Konferenz, die rund 43.000 Menschen nach San Francisco brachte. Zu den Rednern gehörten OpenAI-Chef Sam Altman, Anthropic-Mitgründer Dario Amodei und Nvidia-Chef Jensen Huang. Auf ihrem Weg kamen die Demonstrierenden auch an einem Waymo-Selbstfahrzeug vorbei – ein Hinweis auf die wachsende Präsenz von KI im Alltag.