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Bericht: Höhere Kraftstoffkosten belasten EU im Schnitt mit 270 Mio. € täglich

Archivbild: Demonstrant trägt eine Attrappe einer Zapfsäule bei einer Maikundgebung in Frankreich am ersten Mai 2026 und protestiert gegen Spritpreise und Ölkonzerne.
Archivbild: Demonstrant trägt bei Maidemarsch in Frankreich am 1. Mai 2026 eine Zapfsäulen-Attrappe und protestiert gegen Spritpreise und Ölkonzerne. -  Copyright  Copyright 2026 The Associated Press. All rights reserved.
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Von Doloresz Katanich
Zuerst veröffentlicht am •Zuletzt aktualisiert
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Diesel verursacht den Großteil der Mehrkosten für Straßenkraftstoff. Laut T&E zahlte ein EU-Diesel-Pkw-Fahrer 142 Euro mehr, ein deutscher Fernfahrer 236 Euro pro Woche zusätzlich.

Seit Beginn des Irankriegs haben die gestiegenen Preise für Kraftstoffe im Straßenverkehr die EU Schätzungen zufolge rund 53 Milliarden Euro gekostet. Das geht aus einem Bericht der in Brüssel ansässigen Umweltorganisation Transport & Environment (T&E) hervor, der am Mittwoch veröffentlicht wurde.

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Der Großteil dieser Mehrkosten, rund 40 Milliarden Euro, entfiel auf Diesel. Nach Berechnungen von T&E haben die höheren Kraftstoffpreise die Transportkosten im Schnitt um 270 Millionen Euro pro Tag steigen lassen, davon 203 Millionen Euro täglich für Diesel. Die übrigen 67 Millionen Euro pro Tag gehen auf Benzin zurück.

Die Schätzungen vergleichen die Kosten in der Kriegszeit mit demselben Zeitraum des Vorjahres, bereinigt um die Inflation. Betrachtet wurden die 28 Wochen bis zum 6. September.

„Europa ist unter den großen Volkswirtschaften am stärksten von Diesel abhängig“, erklärt T&E.

Diesel und Gasöl machen nach Volumen rund 43 Prozent der in der EU genutzten Mineralölprodukte aus. Das sind etwa 16 Prozentpunkte mehr als im globalen Schnitt und ungefähr doppelt so viel wie in den USA. Im Jahr 2024 waren knapp vier von zehn Pkw auf Europas Straßen Dieselfahrzeuge.

Der Straßenverkehr verbrauchte in diesem Jahr 77 Prozent des in der EU eingesetzten Diesels und Gasöls. Den größten Anteil daran hatten Pkw, gefolgt von schweren Lkw und Bussen sowie Kleintransportern. Diesel kommt zudem in der Landwirtschaft, im Baugewerbe und in manchen Haushalten zum Einsatz. Der dort verbrauchte Kraftstoff außerhalb der Straße ist in der Schätzung von T&E für den täglichen Dieselverbrauch im Straßenverkehr von 203 Millionen Euro jedoch nicht enthalten.

Für Autofahrer ist der Anstieg deutlich spürbar. Nach Berechnungen von T&E zahlte eine durchschnittliche Diesel-Pkw-Fahrerin oder ein Fahrer in der EU im untersuchten Zeitraum rund 142 Euro mehr als im vergleichbaren Abschnitt des Vorjahres. Bis zum 14. September kostete das Volltanken eines 50-Liter-Dieseltanks etwa 30 Euro mehr als vor Kriegsbeginn.

Auch Unternehmen müssen tiefer in die Tasche greifen. Ein typischer deutscher Fernlastwagen mit Dieselmotor verursachte im Beobachtungszeitraum rund 6.000 Euro an zusätzlichen Kraftstoffkosten, umgerechnet 236 Euro pro Woche, so T&E. Es handelt sich dabei um ein Rechenbeispiel für einen deutschen Lkw, nicht um einen Durchschnittswert für Nutzfahrzeuge in der gesamten EU.

Diesel wird immer teurer: Ursachen des Preissprungs

Seit Beginn des Kriegs sind die Rohölpreise deutlich gestiegen, doch Diesel verteuerte sich noch stärker. Der Konflikt stört die Kraftstoffproduktion und Exporte aus dem Nahen Osten, Angriffe auf russische Raffinerien verringern das weltweite Angebot zusätzlich.

Nach Angaben von T&E gingen die Diesel- und Gasöl-Exporte aus dem Nahen Osten und Russland im August zusammengenommen um fast 75 Prozent zurück im Vergleich zum Vorjahr. Die Differenz zwischen Rohölpreis und Großhandelspreis für Diesel lag Anfang September bei mehr als 100 Dollar je Fass, üblich sind zehn bis 30 Dollar. Das deutet auf einen Mangel an raffiniertem Diesel hin – zusätzlich zu teurerem Rohöl.

Der nach Ländern gewichtete Durchschnittspreis für Diesel in der EU stieg am 14. September auf 2,159 Euro je Liter – den höchsten Wert in der Statistik der Europäischen Kommission seit 2005.

Experten der Europäischen Zentralbank erklärten Euronews Business vergangene Woche, auf Basis der damaligen Terminmärkte für Kraftstoffe dürften die Gewinnspannen bei der Dieselverarbeitung im Oktober ihren Höchststand erreichen. Es handelt sich um eine Prognose für die Margen, nicht um eine Aussage darüber, wann die Preise an den Zapfsäulen ihren Höhepunkt erreichen.

Im Herbst könnte sich die Versorgung weiter verknappen. Dann steigt die Nachfrage nach Heizöl, landwirtschaftlichen Maschinen und Frachttransporten, zugleich nehmen Raffinerien saisonale Wartungen vor. Die USA erwägen zudem ein vollständiges oder teilweises Verbot von Dieselexporten. Präsident Donald Trump sagte am Dienstag, er unterstütze den Vorschlag, beschlossen ist ein Exportstopp jedoch nicht. Ein solcher Schritt würde es Europa erschweren, ausreichend Diesel zu beschaffen.

Dieselpreise senken: Was Europa tun kann

Stützt man sich auf frühere Empfehlungen der Internationalen Energieagentur zur Senkung des Verbrauchs, kommt T&E zu dem Schluss, dass vier Maßnahmen zusammen die Diesel-Nachfrage von Pkw kurzfristig um 15 Prozent verringern könnten. Dazu gehört mehr Arbeit im Homeoffice, wo dies möglich ist. Nach T&E-Berechnungen können drei zusätzliche Tage pro Woche im Homeoffice die Spritkosten einer Fahrerin oder eines Fahrers um bis zu 20 Prozent senken.

Weitere Schritte wären niedrigere Tempolimits auf Autobahnen, mehr Investitionen in leistungsfähigen öffentlichen Verkehr sowie Tipps für spritsparendes Fahren, etwa regelmäßige Kontrolle des Reifendrucks.

Langfristig, so die Organisation, würden Elektrofahrzeuge Europas Abhängigkeit von Ölpreisschocks verringern. T&E schätzt, dass im Jahr 2025 knapp acht Millionen Elektroautos in der EU den Verbrauch von rund 46 Millionen Barrel Öl vermieden und damit 2,9 Milliarden Euro an Ölimporten eingespart haben.

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