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CIA warnt vor russischem Drohnenangriff auf Spanien, Frankreich oder Italien

Bild eines möglichen russischen Drohnenangriffs aus dem Mittelmeerraum auf Länder wie Spanien, Italien und Frankreich.
Bild eines möglichen Angriffs russischer Drohnen aus dem Mittelmeer auf Länder wie Spanien, Italien und Frankreich. Copyright  Jesús Maturana |Canva
Copyright Jesús Maturana |Canva
Von Maria Muñoz Morillo
Zuerst veröffentlicht am
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Nach Angaben der spanischen Tageszeitung „El Mundo“ warnen die USA Südeuropa vor einem möglichen russischen Angriff mit Gerbera-Drohnen von Schiffen aus. Ziele könnten Spanien, Frankreich oder Italien sein.

Die US-Geheimdienste haben mehrere europäische Länder informiert: Ein Bericht deutet auf eine mögliche russische Operation mit Drohnen gegen Ziele in Spanien, Frankreich oder Italien hin.

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Die Recherche des Journalisten Xavier Colás für „El Mundo“ (Quelle auf Spanisch), früher Korrespondent in Russland, führt die Warnung auf den Besuch des CIA-Direktors John Ratcliffe im vergangenen August in Moskau zurück. Sie beschreibt ein sehr konkretes Angriffsszenario: Drohnen, gestartet von Handelsschiffen, getarnt als gewöhnlicher Frachtverkehr.

Gerbera-Drohne im Fokus: Billige Waffe, schwer aufzuspüren

Nach Angaben anonymer Quellen im litauischen Verteidigungsministerium, auf die „El Mundo“ sich beruft, handelt es sich bei dem Modell um die Gerbera. Die russische Drohne ist klein, misst kaum zwei Meter und wiegt 18 Kilogramm. Sie kann bis zu 600 Kilometer weit fliegen und erreicht rund 160 km/h.

Ihre geringe Sprengladung von zwischen vier und fünf Kilogramm zielt nicht auf großflächige Zerstörung. Sie kann einen symbolischen und störenden Effekt erzeugen: einen Flughafen vorübergehend schließen, einen Brand auslösen oder Ziele im Hinterland erreichen, ohne eine Landgrenze zu überschreiten.

Die Methode ist keine ferne Hypothese. Der Kreml hat Starts von Drohnen über Seeplattformen bereits erprobt. Im Februar entdeckte eine schwedische Marineeinheit eine Drohne, die von einem russischen Aufklärungsschiff im Öresund abhob. Hinzu kommen der Angriff mit bewaffneten Drohnen auf den Flughafen Leipzig, den Berlin dem russischen Geheimdienst zuschreibt, und der Vorfall mit 19 unbewaffneten Drohnen, die vor einem Jahr den polnischen Luftraum überflogen.

Warum Südeuropa im Visier steht, nicht nur die Ostflanke

Nach Einschätzung der von der spanischen Zeitung befragten Experten orientiert sich die Logik des Kremls nicht an geografischer Nähe, sondern an politischer Verwundbarkeit. Der britische Russland-Experte Keir Giles, spezialisiert auf militärische Strategie, geht davon aus, dass Moskau „den schwächsten Punkt Europas“ suchen werde. Er nennt ausdrücklich Länder wie Spanien, die über keine integrierten Luftverteidigungssysteme verfügen, die gegen diese Art Bedrohung ausgelegt sind.

Moskau wird den schwächsten Punkt Europas suchen
Keir Giles
Analyst für russische Militärstrategie

Diese Einschätzung knüpft an eine Warnung an, die NATO-Generalsekretär Mark Rutte schon vor Monaten aussprach. Eine russische Rakete brauche demnach nur rund zehn Minuten länger nach Madrid als nach Warschau. Rutte wollte damit die Vorstellung widerlegen, der Süden Europas liege außerhalb der „östlichen Flanke“ und damit außerhalb des eigentlichen Gefahren- und Kriegsgebiets, das Russlands Angriff auf die Ukraine seit 2022 für den ganzen Kontinent geschaffen hat.

Die Drohkulisse von aus dem Mittelmeer gestarteten Drohnen ist langsamer, aber ebenso symbolisch. Sie passt in dieselbe Botschaft: Entfernung garantiere keinem europäischen Land mehr Sicherheit.

Spanien, Frankreich und Italien teilen zudem einen weiteren Risikofaktor, den die Recherche hervorhebt. Alle drei Länder stehen 2027 vor Wahlen und haben politische Kräfte, die den gesellschaftlichen Ermüdungseffekt nach Jahren des Ukrainekriegs ausschlachten können – trotz der Forderungen Donald Trumps, den Konflikt vor Beginn des Winters zu beenden. Die Regierung Wladimir Putins könnte versuchen, diesen Unmut mit einer kostengünstigen Aktion und großer medialer Wirkung auszunutzen.

Sánchez, Verteidigungsausgaben, Konflikt mit Washington

Der Bericht trifft Spanien in einer besonders sensiblen Sicherheitslage. Die Regierung von Pedro Sánchez zeigt sich zögerlich, die Verteidigungsausgaben auf das neue von der NATO geforderte Niveau anzuheben. Diese Haltung hat zu einem offenen Streit mit Donald Trump geführt und die bilateralen Beziehungen nahezu zum Erliegen gebracht. Ein jüngstes Beispiel lieferte die Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York, wo Sánchez der von Trump ausgerichteten Empfangsveranstaltung fernblieb.

In diesem Umfeld erhöht eine solche Geheimdienstwarnung den Druck auf die spanische Regierung. Die mangelnden Investitionen in Luftabwehr- und Raketenabwehrsysteme bleiben eine offene Flanke – genau in dem Moment, in dem die Wahrnehmung einer direkten Bedrohung des spanischen Staatsgebiets wächst.

Vermögensverflechtungen an der Costa del Sol

Die Debatte über Spaniens Verwundbarkeit gegenüber russischen Interessen beschränkt sich nicht auf das Militär. Seit Jahren dokumentieren unterschiedliche journalistische Recherchen Vermögen, das dem Umfeld des Kremls zugerechnet wird und an der andalusischen Küste liegt. Zu den bekanntesten Fällen gehört der von Liudmila Ocheretnaja – früher Liudmila Putina –, der Ex-Frau Wladimir Putins. Zusammen mit ihrem heutigen Mann Artur Ocheretny besaß sie zeitweise zwei Luxuswohnungen im Komplex Lomas del Rey in Marbella im Wert von 2,2 Millionen Euro.

Bereits damals berichteten Medien über einen eiligen Verkauf dieser Immobilien aus Sorge, auf die Sanktionsliste der Europäischen Union zu geraten, nachdem das Vereinigte Königreich sie schon belegt hatte. Spätere Recherchen zeichneten weiter das Geflecht aus Firmen und Stiftungen nach, das mit Ocheretny und seinem Umfeld verbunden ist. Die Frage nach dem tatsächlichen Umfang russischer wirtschaftlicher Interessen – direkt oder indirekt – in Spanien bleibt damit aktuell. Es gibt keine jüngste öffentliche Bestätigung, ob die Wohnungen tatsächlich verkauft wurden oder welchen Aufenthaltsstatus Ocheretnaja derzeit an der Costa del Sol hat.

Bedrohung, die Europa nicht länger als fern abtun kann

Der von „El Mundo“ zitierte Bericht betont, dass Moskau seit Monaten „unterhalb der Kriegsschwelle“ agiere. Punktuelle Sabotageakte verbinden sich mit Tests der Reaktionsfähigkeit, wie in Polen oder Deutschland.

Neu ist laut CIA, dass sich dieses Eskalationsmuster nun auf das Mittelmeer ausweiten könnte und damit die trügerische Distanz bricht, die Länder wie Spanien jahrelang zumindest in der öffentlichen Wahrnehmung schützte. Rutte fasst es so zusammen: In der heutigen europäischen Sicherheitslage trenne ein Unterschied von zehn Minuten Flugzeit kein sicheres Land mehr von einem Land in Gefahr.

Weitere Quellen • El Mundo

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