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Niederlande: Einjähriges Kind stirbt durch aktive Sterbehilfe - weltweit jüngster Fall

Eine Person hält die Hand eines Babys, am zweiten August 2016.
Eine Person hält die Hand eines Babys, 2. August 2016 -  Copyright  Unsplash/Aditya Romansa
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Von Euronews
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In den Niederlanden ist erstmals das Leben eines unheilbar kranken Kindes durch aktive Sterbehilfe beendet worden. Das Kind war ein Jahr alt. Ein Regierungsbericht beschreibt die schwere Erkrankung. Die Staatsanwaltschaft wird den Arzt nicht anklagen.

In den Niederlanden ist im Rahmen einer Erweiterung der Sterbehilfe-Gesetze erstmals das Leben eines unheilbar kranken Kindes beendet worden. Das Kind war ein Jahr alt und gilt als der weltweit jüngste Mensch, der durch aktive Sterbehilfe gestorben ist.

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Niederländische Behörden haben im Juni bekanntgegeben, dass im vergangenen Jahr ein Kind durch Sterbehilfe gestorben ist. Sie nannten jedoch weder das Alter des Säuglings noch die genaue Erkrankung.

Ein offizieller Regierungsbericht, der Anfang dieses Monats veröffentlicht wurde, hält fest, dass das Kind zu früh geboren wurde und eine Sepsis entwickelte. Bereits im Alter von vier Monaten stellten Ärzte "ausgedehnte Hirnschäden" fest.

Die Ärzte diagnostizierten außerdem eine schwere Form der Zerebralparese. Später stellten sie fest, dass das Kind auch an einer schweren Form von Epilepsie litt.

"Das Kind hatte Probleme bei der Schleimlösung, das heißt, es war schwierig, Schleim aus Lunge und Atemwegen zu lösen und abzuhusten. Neben Atemnot führt dies zu einem deutlich höheren Risiko für Atemwegsinfektionen", heißt es in dem Bericht.

"Im Verlauf des kurzen Lebens des Kindes gab es keinerlei Entwicklung oder Besserung."

Ärzte besuchen einen Patienten auf der Intensivstation des Kinderkrankenhauses Königin Fabiola in Brüssel, 25. November 2013
Ärzte besuchen einen Patienten auf der Intensivstation des Kinderkrankenhauses Königin Fabiola in Brüssel, 25. November 2013 AP Photo

Der Bericht hält weiter fest, dass die Eltern den behandelnden Arzt baten, "das Leben des Kindes zu beenden", als klar wurde, dass es keine Hoffnung auf Besserung gab.

Die Niederlande haben im Jahr 2024 die aktive Sterbehilfe für schwer kranke Kinder im Alter zwischen einem und zwölf Jahren legalisiert.

Niederländische Medien haben Anfang dieser Woche berichtet, dass die Staatsanwaltschaft den Arzt nicht anklagen wird. Sie folgt damit der Empfehlung eines Ausschusses, der bereits Anfang dieses Monats zu dem Schluss gekommen ist, dass der Mediziner mit der gebotenen Sorgfalt gehandelt hat.

"Als Arzt ist man in einer extrem verletzlichen Position, weil so etwas noch nie vorgekommen ist. Es fühlt sich immer noch so an, als ob seit fast einem Jahr ein Damoklesschwert über einem hängt", sagte er.

Die Niederlande waren 2002 das erste Land der Welt, das unter strengen Auflagen Sterbehilfe legalisiert hat.

Alle Fälle müssen den medizinischen Prüfungskommissionen gemeldet werden.

Im vergangenen Jahr sind in den Niederlanden nach Angaben der Regionalen Euthanasie-Prüfungsausschüsse 10.341 Todesfälle durch assistierten Suizid oder aktive Sterbehilfe gemeldet worden. Das entspricht einem Anstieg von 3,8 Prozent im Vergleich zu 2024.

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