Bischöfe und religiöse Verbände beklagen den Fall Noelia, prangern gesellschaftliche und staatliche Versäumnisse an und lehnen Schritte ab, die dem ärztlichen Auftrag zu helfen widersprechen.
Mehrere Kirchenvertreter haben sich zur Sterbehilfe für Noelia Castillo geäußert und diese Option entschieden abgelehnt. Der Bischof der Kanarischen Inseln, José Mazuelos Pérez, erklärte: „Wir sind als Gesellschaft alle gescheitert.“
In einer veröffentlichten Erklärung zeigten die Bischöfe der Unterkommission für Familie und Lebensschutz sich betroffen über das Schicksal der jungen Frau. Ihr Fall stehe für „eine Häufung persönlicher Leiden und institutioneller Defizite, die die gesamte Gesellschaft herausfordern“.
Mazuelos sieht in der Sterbehilfe vielmehr einen weiteren Schritt hin zu einer „Kultur des Todes“. Man werfe das Handtuch, statt die Medizin stärker zu humanisieren; man wolle sie entmenschlichen. Der Arzt solle das Leben von Noelia beenden, sagte er, obwohl der Auftrag eines Arztes sei zu heilen – und wenn Heilung nicht mehr möglich ist, zu begleiten und Schmerzen zu lindern.
Ganz ähnlich äußerte sich Luis Argüello, Präsident der Spanischen Bischofskonferenz: „Ein Arzt darf nicht zum Vollstrecker eines Todesurteils werden, so legal, selbstbestimmt oder mitfühlend es erscheinen mag.“ Auch die Organisation Abogados Cristianos sprach der Familie ihr Beileid zum Tod von Noelia aus.
„Wenn der herbeigeführte Tod als Lösung für Probleme gilt, ist letztlich alles erlaubt“