Belgiens Verteidigungsminister Theo Francken warnte beim Euronews Defence Summit in Brüssel vor einem "dunklen Winter“ wegen Russlands hybrider Angriffe. Europa brauche dringend eine stärkere Luftabwehr.
Belgiens Verteidigungsminister Theo Francken auf dem Euronews Defence Summit in Brüssel gewarnt, Europa müsse sich in den kommenden Monaten auf weitere hybride russische Angriffe vorbereiten. Es stehe ein "dunkler Winter" bevor.
Im Gespräch mit der Euronews-Journalistin Angela Skujins bezeichnete Francken Russland als größte Bedrohung für die Sicherheit Belgiens und Europas. Auch sein Land verzeichnete in diesem Jahr mehrere Drohnenvorfälle, einige davon legten den Luftverkehr zeitweise lahm.
„Luftangriffe durch Russland. Das ist die größte Bedrohung. Also brauchen wir Luftverteidigung, Luftverteidigung und nochmals Luftverteidigung“, sagte Francken. Europa brauche ukrainische Technologie, um moderne russische Drohnen abzuwehren.
„Wir brauchen größere Vorräte, mehr Produktion, eine Produktion im großen Maßstab und eine breite industrielle Basis. Alles muss schneller gehen. In den nächsten Monaten wird es mehr hybride Angriffe geben. Es wird ein dunkler Winter für Europa“, mahnte er.
Der Minister betonte, Russland verfüge über 50 Jahre Erfahrung mit hybriden Angriffen und Belgien müsse jetzt bei technologischen Entwicklungen Schritt halten.
„Ich will nicht irgendwo 200.000 Drohnen auf Lager haben, die nach zwei Monaten nicht mehr einsetzbar sind, weil sie veraltet sind. Also müssen wir uns anpassen“, so Francken.
„Schlechtester Schüler in der NATO“
Francken räumte ein, dass Belgien seine Verteidigung lange unterfinanziert habe. Nun ziehe das Land die Ausgaben deutlich an.
„Wir waren so etwas wie der schlechteste Schüler in der NATO-Klasse. Wir gaben ein Prozent unseres BIP für Verteidigung aus“, sagte der belgische Verteidigungsminister. Die Ausgaben hätten sich inzwischen bereits verdoppelt.
„Aber ich kann in 18 Monaten nicht nachholen, was 40 Jahre lang vernachlässigt wurde.“
Belgien habe derzeit die höchste Staatsverschuldung in der EU und eine der schwierigsten Haushaltssituationen, sagte Francken. Doch die Regierung von Bart de Weber sei jetzt stabil und bleibe die Regierung entschlossen, die Verteidigungsausgaben weiter zu erhöhen.
Gleichzeitig sei es für Belgien auf absehbare Zeit nicht realistisch, fünf Prozent des BIP für Verteidigung bereitzustellen.