Vor allem in Duisburg und im Raum NRW hat die Polizei bei einer Großrazzia gegen die Hells Angels laut Medienberichten mehrere Festnahmen vollstreckt. Laut Ermittlern gibt es ein europaweites kriminelles Netzwerk der Bande.
In einem koordinierten Einsatz mit mehr am 1.000 Polizeibeamten sind Sicherheitskräfte in Deutschland, Belgien, den Niederlanden und Bulgarien gegen ein europaweites Netzwerk der sogenannten Hells Angels vorgegangen. Wie BILD meldet, handelt es sich um eine der größten Operationen dieser Art überhaupt. Mehrere Personen wurden laut Medienberichten teils von Sondereinheitskräften festgenommen.
Die Hells Angels sollen ein europaweites Netzwerk zur Geldwäsche von Millionensummen betrieben haben, um ihre Einnahmen aus dem Rotlicht-Milieu sowie aus Drogen und Waffenhandel in Umlauf zu bringen.
Während der Schwerpunkt des Vorgehens gegen die Rocker- und Motorradbande in Deutschland in Duisburg, Oberhausen und im Raum NRW lag, fanden Razzien in insgesamt sechs Bundesländer statt. Mehr als 100 Wohnungen und Geschäftsräume wurden allein in Deutschland durchsucht.
Ausgangspunkt der Ermittlungen war eine Schießerei in Duisburg 2022, als sich Hells Angels und mutmaßliche Clankriminelle auf offener Straße beschossen. Damals wurden vier Personen verletzt.
Geldwäsche, Unternehmen und Immobilien
Die Justiz ermittelt neben Geldwäsche auch wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung, räuberischer Erpressung, bandenmäßigen Betrugs, Waffendelikten, Körperverletzung und Steuerhinterziehung.
An den Ermittlungen beteiligt ist das Landesamt zur Bekämpfung der Finanzkriminalität in NRW. Die Behörden hofften, Millionensummen sicherstellen zu können.
Das mutmaßlich durch illegale Geschäfte erworbene Geld soll unter anderem in Unternehmen und Immobilien investiert worden sein.
In den vergangenen Jahren war die Polizei in Deutschland immer wieder gegen Gruppen der in den USA gegründeten Rocker- und Motorradgang vorgegangen. Mehrere regionale Gruppierungen der Hells Angels hatte die Justiz wegen krimineller Machenschaften schon seit den 1980er Jahren verboten.