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Baby-Mafia: Schleuser bringen Schwangere zur Geburt nach Spanien

Archiv: Guardia Civil zerschlägt Netzwerk, das schwangere Brasilianerinnen aus anderen EU-Ländern nach Burgos schleust
Archiv: Guardia Civil zerschlägt Netzwerk, das schwangere Brasilianerinnen aus anderen EU-Staaten nach Burgos bringt -  Copyright  AP Illustration / Peter Hamlin/AP Photo/AP Illustration / Peter Hamlin
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Von Escarlata Sánchez
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30 Brasilianerinnen kamen hochschwanger aus Nordeuropa nach Spanien. Dann schlug das Krankenhaus Alarm. Jetzt hat die Guardia Civil zwei mutmaßliche Köpfe des Netzwerks festgenommen.

Es begann mit einem ungewöhnlichen Muster im Universitätskrankenhaus von Burgos: Immer wieder trafen hochschwangere Frauen aus Brasilien ein – kurz vor der Geburt oder bereits zur Entbindung. Rund 30 Frauen wurden auf diese Weise registriert. Für die Guardia Civil war das offenbar mehr als ein Zufall.

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Die spanische Polizei hat ein mutmaßliches kriminelles Netzwerk zerschlagen, das schwangere Brasilianerinnen mit irregulärem Aufenthaltsstatus in anderen EU-Staaten gezielt nach Spanien gebracht haben soll. Ziel: Die Kinder sollten in Spanien zur Welt kommen und dadurch unter bestimmten rechtlichen Voraussetzungen die spanische Staatsangehörigkeit erhalten können.

Für 1000 bis 2500 Euro soll das Netzwerk ein Rundum-Paket angeboten haben: Transport nach Spanien, Unterkunft, Sprachmittlung und die Organisation der notwendigen Dokumente. Auch beim Aufenthaltsstatus der werdenden Mütter soll die Gruppe geholfen haben.

Immer dieselben Adressen, immer derselbe Begleiter

Aufgeflogen ist der Fall im Mai. Das Universitätskrankenhaus von Burgos informierte die Guardia Civil über die auffällige Häufung der Fälle.

Das Muster war auffällig: Rund 30 Frauen in der letzten Phase ihrer Schwangerschaft wurden nacheinander im Krankenhaus vorstellig – entweder zu einer letzten Untersuchung oder direkt zur Entbindung.

Besonders stutzig machte das Personal, dass viele der Frauen, die überwiegend aus Belgien angereist sein sollen, dieselben Adressen in Medina de Pomar oder Villarcayo als Wohnort angaben. Hinzu kam ein weiteres Detail: Im Krankenhaus wurden sie immer wieder von derselben Person begleitet.

Für die Ermittler verdichtete sich damit der Verdacht, dass hinter den scheinbar unabhängigen Krankenhausbesuchen ein organisiertes System stecken könnte.

Zwei Männer festgenommen

Bei einem Einsatz der Guardia Civil wurden zwei Einwohner von Medina de Pomar festgenommen. Ihnen wird vorgeworfen, irreguläre Einwanderung begünstigt und ein kriminelles Netzwerk aufgebaut zu haben.

Nach Angaben der Guardia Civil soll die Gruppe gezielt schwangere Brasilianerinnen in Nordeuropa angesprochen und gegen Bezahlung nach Spanien gebracht haben. Dort sollte die Geburt organisiert werden.

Der mutmaßliche Zweck: eine Geburt auf spanischem Staatsgebiet und damit die Möglichkeit, dass für die Neugeborenen unter den gesetzlichen Voraussetzungen die spanische Staatsangehörigkeit beantragt bzw. festgestellt werden kann.

Die Ermittlungen laufen weiter. Weitere Festnahmen sind nach Recherchen des „Diario de Burgos“ nicht ausgeschlossen.

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