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Euro auf 17-Monats-Tief: Sorge um Frankreich, Neuwahl in Spanien

Archivbild: Patrick King arbeitet am Parkett der New York Stock Exchange, 14. September 2026
Archivbild: Patrick King arbeitet am Parkett der New York Stock Exchange, 14. September 2026 -  Copyright  AP Photo/Seth Wenig
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Von Quirino Mealha
Zuerst veröffentlicht am
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Der Euro ist am Montag auf den schwächsten Stand zum US‑Dollar seit Mai 2025 gefallen. Schuldenprobleme in Frankreich und Spaniens Neuwahlkrise schüren Sorgen vor einer neuen Eurokrise und Ansteckung an den Anleihemärkten.

Zu Wochenbeginn rutschte der Euro auf den niedrigsten Stand seit 17 Monaten gegenüber dem US-Dollar. Haushalts- und politische Risiken in Paris und Madrid wecken Erinnerungen an die Schuldenkrise im Euroraum.

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In Asien fiel die Gemeinschaftswährung bis auf 1,1161 Dollar, nach vier Wochen in Folge mit Verlusten. Zum Handelsauftakt in Europa lag sie wieder bei rund 1,12 Dollar und hatte damit leicht aufgeholt.

Analysten der niederländischen ING warnten in einem Kommentar am Freitag, der Markt könne „dem Euro problemlos weitere zwei Prozent Risikoaufschlag verpassen“, falls sich der Abverkauf bei Anleihen fortsetzt.

Die Renditedifferenz zwischen französischen und deutschen zehnjährigen Staatsanleihen liegt bei rund 146 Basispunkten. Laut Datenanbieter LSEG ist das der stärkste wöchentliche Anstieg seit 17 Jahren.

Die Rendite französischer zehnjähriger Anleihen kletterte am Montag im frühen Handel auf 4,917 Prozent. Sie bewegt sich damit nahe dem 24-Jahreshoch der vergangenen Woche, nach einem Schlussstand von etwa 4,856 Prozent am Freitag.

Finanzminister Roland Lescure hatte in der vergangenen Woche betont, Frankreich sei weiterhin ein verlässlicher Schuldner. Zugleich stellte er den Haushaltsentwurf für 2027 vor, der das Defizit von 5,4 Prozent des BIP auf 5 Prozent drücken soll – mit Blick auf die Präsidentschaftswahl im kommenden Frühjahr.

Zusätzliche politische Unsicherheit kam am Montag aus Spanien: Ministerpräsident Pedro Sánchez setzte für den 29. November Neuwahlen an. Das Parlament hatte am Freitag zwei Wohnungsdekrete seiner Minderheitsregierung abgelehnt.

Die Rendite spanischer zehnjähriger Anleihen bewegte sich am Montagmorgen weitgehend stabil zwischen 4,07 und 4,09 Prozent. Der Abstand zu deutschen Papieren lag damit bei rund 65 Basispunkten – weniger als die Hälfte der aktuellen französischen Risikoaufschläge.

Vor diesem Hintergrund starteten die europäischen Aktienmärkte uneinheitlich in den Handel.

Der Euro Stoxx 50 gab um rund null Komma vier Prozent nach, der breiter gefasste Stoxx 600 legte um etwa null Komma sechs Prozent zu.

Der französische Leitindex CAC 40 verlor mehr als ein Prozent. Der spanische IBEX 35, der nach der Ankündigung von Sánchez zunächst ins Minus gerutscht war, notierte zuletzt rund null Komma vier Prozent höher.

Der deutsche DAX, Italiens FTSE MIB, der britische FTSE 100 und der niederländische AEX lagen zwischen null Komma eins und null Komma drei Prozent im Plus.

Ansteckungsängste setzen EZB unter Druck

Der jüngste Ausverkauf traf nicht nur französische Papiere. Auch italienische, belgische und griechische Staatsanleihen gerieten unter Druck, während deutsche Bunds als sicherer Hafen gefragt waren. Der Renditeaufschlag italienischer Titel gegenüber Bunds näherte sich am Donnerstag 110 Basispunkten.

Analysten der belgischen Bank KBC erklärten am Montag in einer Analyse, es gebe seitdem „eine klare Ansteckung etwa in Belgien oder Italien“.

Die Turbulenzen bringen die Europäische Zentralbank in eine schwierige Lage.

Seit Juni hat sie die Zinsen zweimal angehoben, um die Inflation zu dämpfen, die im September 3,8 Prozent erreicht hat. An den Märkten halten Händler weitere Schritte inzwischen für weniger wahrscheinlich.

Ihr 2022 geschaffenes Transmission Protection Instrument, ein Anleihekaufprogramm als Sicherheitsnetz, ist bislang noch nie zum Einsatz gekommen.

Bei einer Veranstaltung eines Thinktanks am Donnerstag sagte Joachim Nagel, Präsident der Deutschen Bundesbank und ein aussichtsreicher Kandidat für die nächste EZB-Spitze, der Fokus der Notenbank liege auf Preisstabilität und nicht auf „bestimmten Spreads“.

Auf die Lage in Frankreich angesprochen, sagte EZB-Präsidentin Christine Lagarde vergangene Woche der französischen Tageszeitung La Croix: „Wenn die Staatsverschuldung nahe 120 Prozent des BIP liegt und nicht auf einen klaren Konsolidierungspfad zusteuert, ist das eine ernste Sache.“

Zugleich betonte Lagarde: „Das ist nicht 2008 oder 2011.“

Wall Street legt nach schwachen Arbeitsmarktdaten zu

Die US-Börsen haben am Freitag zugelegt, nachdem die amerikanische Wirtschaft im September lediglich 29.000 neue Jobs geschaffen hatte – deutlich weniger als erwartet. Händler reduzierten daraufhin ihre Wetten auf eine Zinserhöhung der US-Notenbank im Oktober.

Der Leitindex S&P 500 stieg um rund null Komma sieben Prozent, der Dow Jones Industrial Average um etwa null Komma fünf Prozent und der Nasdaq Composite um rund eins Komma zwei Prozent.

Die US-Aktienfutures zeigten sich am Montag überwiegend kaum verändert; einzig der Nasdaq-100 lag rund null Komma fünf Prozent im Minus.

Das Protokoll der Fed-Sitzung vom September wird am Mittwoch veröffentlicht.

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