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Innenministerium: Mehr als 148.000 offene Haftbefehle in Deutschland

Bundespolizisten am Hamburger Hauptbahnhof, 14. Juli 2023
Bundespolizisten am Hamburger Hauptbahnhof, 14. Juli 2023 -  Copyright  Daniel Bockwoldt/dpa via AP
Copyright Daniel Bockwoldt/dpa via AP
Von Johanna Urbancik
Zuerst veröffentlicht am •Zuletzt aktualisiert
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Laut einer sogenannten "Kleinen Anfrage" des Bundestagsabgeordneten Sebastian Münzenmaier (AfD) an das Bundesinnenministerium werden bundesweit mehr als 148.000 Menschen mit Haftbefehl gesucht. 87,3 Prozent davon besitzen eine ausländische Staatsangehörigkeit.

In Deutschland sind mehr als 148.000 Menschen zur Festnahme ausgeschrieben, so die Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine parlamentarische Anfrage eines Abngeordneten der AfD. 87,3 Prozent der Gesuchten besitzten demnach über eine ausländische Staatsangehörigkeit. 11,2 Prozent haben ausschließlich den deutschen Pass, weitere 1,5 Prozent besitzen neben der deutschen eine zweite Staatsangehörigkeit.

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Der Anfragesteller Münzenmaier (AfD) nannte die Zahlen gegenüber Euronews "eindeutig". Die Mehrheit der mit Haftbefehl gesuchten Straftäter, habe keinen deutschen Pass. Zudem kritisierte: "dass Ministerin Bas diesen Personen teilweise weiterhin Sozialleistungen überweisen lässt, ist eine Verhöhnung aller rechtschaffenen Bürger".

Die Zahlen sagen allerdings zunächst wenig darüber aus, wie schwerwiegend die zugrunde liegenden Straftaten sind. Der Strafrechtsexperte Michael Soiné von der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) warnt laut der Welt am Sonntag davor, aus der Gesamtzahl allein auf die Sicherheitslage zu schließen, da beispielsweise auch nicht bezahlte Geldstrafen zu einem Haftbefehl führen können.

Dass die Zahl der offenen Haftbefehle nicht mit der Zahl der jährlich neu eingeleiteten Fahndungen gleichzusetzen ist, zeigen auch Angaben der Bundesregierung. Einer früheren Antwort auf eine parlamentarische Anfrage zufolge wurden 2023 insgesamt 148.725 neue Fahndungsausschreibungen registriert, 2024 waren es 131.271. Die Angaben beziehen sich auf neu erfasste Ausschreibungen und nicht auf den Bestand offener Haftbefehle zu einem bestimmten Stichtag. Zudem können einzelne Personen mehrfach im Fahndungssystem erfasst sein.

Unter den zehn häufigsten Nationalitäten sind deutsche Staatsbürger mit rund 16.600 per Haftbefehl Gesuchten auf Platz 1, gefolgt von rund 16.100 Rumänen, 12.000 polnischen Staatsbürgern, rund 6800 Georgiern und 6700 türkischen Staatsbürgern. Die übrigen Haftbefehle verteilen sich auf Bulgaren, Algerier, Albaner, Ukrainer und Marokkaner.

Auch die personellen Kapazitäten der Polizei spielen eine Rolle. Heiko Teggatz, Vorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft, sagte ebenfalls der Welt am Sonntag, den Landespolizeien fehlten häufig die Ressourcen, um systematisch nach allen Gesuchten zu fahnden.

Eine frühere Antwort der Bundesregierung zeigt, dass die Zahl der jährlich neu ausgeschriebenen Haftbefehle schwankt. Während 2023 insgesamt 148.725 neue Fahndungsausschreibungen registriert wurden, waren es 2024 nach Regierungsangaben 131.271. Die Zahlen sind allerdings nicht mit dem Bestand offener Haftbefehle zu einem bestimmten Stichtag gleichzusetzen. Zudem kann eine Person mehrfach im Fahndungssystem erfasst sein.

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