Die Polnische Notenbank stockt ihre Goldreserven im September deutlich auf: plus 25,3 Tonnen auf knapp 694 Tonnen. Das Ziel sind 700 Tonnen.
Die polnische Zentralbank NBP verfolgt konsequent die Strategie, den Goldanteil an den offiziellen Währungsreserven zu erhöhen. Die Käufe im September fielen deutlich größer aus als in den Monaten zuvor.
Nach Berechnungen des Portals Bankier.pl erwarb die NBP im September rund 815.000 Unzen Gold, das entspricht etwa 25,3 Tonnen, die umfangreichsten Monatskäufe seit 19 Monaten. Insgesamt stieg der Goldbestand der polnischen Zentralbank damit auf ungefähr 693,8 Tonnen.
Die exakte Höhe der Goldreserven will die NBP in einem Bericht am 21. Oktober veröffentlichen.
Polen: Mehr Goldreserven als Europäische Zentralbank
Der Verwaltungsrat der NBP hat sich bereits im Januar 2026 das Ziel gesetzt, insgesamt 700 Tonnen Gold anzusammeln. Seit Jahresbeginn sind die polnischen Goldreserven bereits um mehr als 123 Tonnen gewachsen. Auch in den Vorjahren lag das Tempo hoch: 2025 kaufte die NBP knapp 102 Tonnen, 2024 fast 90 Tonnen und 2023 mehr als 130 Tonnen. In nur drei Jahren nahmen die Goldreserven Polens damit um über 320 Tonnen zu.
Auf ihrer offiziellen Webseite betont die NBP, dass Polen mittlerweile größere Goldreserven hält als die Europäische Zentralbank.
Die Zentralbank verweist darauf, dass Gold ein strategischer Teil der Reserven ist. Es ist keine Forderung gegenüber einem Staat oder einer Institution und trägt kein Emittenten-Kreditrisiko. (Das Emittenten-Kreditrisiko ist das Risiko, dass der Herausgeber einer Anleihe oder eines Wertpapiers seine Zinsen oder Rückzahlungen nicht leisten kann.)
Zudem soll Gold das Risiko verringern, das aus einer starken Konzentration der Reserven in anderen Anlageklassen entsteht.
Goldreserven fast 349 Mrd. Złoty (79,58 Milliarden Euro) wert
Die steigende Menge an Gold erzählt aber nur einen Teil der Geschichte. In den vergangenen Jahren ist auch sein Wert stark nach oben gegangen. Nach NBP-Angaben waren die polnischen Goldbestände Ende September 348,64 Mrd. Złoty (ungefähr 79,67 Milliarden Euro) wert. Die gesamten offiziellen Währungsreserven Polens lagen bei rund 1,135 Billionen Złoty (etwa 259,4 Milliarden Euro). Damit entfielen 30,7 Prozent aller Reserven auf Gold.
Innerhalb eines Jahres legte der Wert der polnischen Goldbestände um rund 120 Mrd. Złoty (27,42 Milliarden Euro) zu, ein Plus von 52,2 Prozent. Bemerkenswert ist, dass dieser Anstieg trotz sinkender Goldnotierungen im September erfolgte. In US-Dollar gerechnet ging der Wert des NBP-Goldes im Monatsverlauf um etwa 1,9 Prozent auf 90,7 Mrd. Dollar zurück.
Goldreserven: Polen rückt in weltweite Spitzengruppe auf
Die jüngsten Käufe der NBP haben auch die Stellung Polens im globalen Ranking der Zentralbanken mit den größten Goldreserven verbessert.
Polen steht nun auf dem zehnten Platz unter den Staaten weltweit. Zum nächsten Land im Ranking, Japan, bleibt jedoch noch Abstand. Die Bank von Japan hält rund 846 Tonnen Gold und damit deutlich mehr als die von der NBP angepeilten 700 Tonnen.