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"Crashout", "Ragebait" oder "Peak": Das ist das Jugendwort des Jahres 2026

Auf der Frankfurter Buchmesse wird jährlich das Jugendwort des Jahres 2026 bekanntgegeben.
Auf der Frankfurter Buchmesse wird jährlich das Jugendwort des Jahres 2026 bekanntgegeben. -  Copyright  AP Photo
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Von Franziska Müller
Zuerst veröffentlicht am
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Die drei Favoriten "Crashout", "Ragebait" und "Peak" machen das Rennen um das Jugendwort des Jahres 2026. In diesem Jahr sind Anglizismen besonders beliebt. Diesen Samstag wird das Gewinnerwort auf der Frankfurter Buchmesse verkündet.

Wochenlang konnte abgestimmt werden, welches Wort die Jugend am besten repräsentieren könnte. Die Favoriten sind "Crashout", "Ragebait" und "Peak". Zusammen haben sie Stimmen im mittleren sechsstelligen Bereich gesammelt. Bei der Wahl durften 11-20-Jährige mitmachen.

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Am Samstag verkündet der Langenscheidt-Verlag, der die Abstimmung veranstaltet, den Gewinnerbegriff diesen Jahres auf der Frankfurter Buchmesse. Das sind die Favoriten.

Crashout

Wer "Crashout" geht, der hat die Kontrolle verloren. "Komplett die Fassung verlieren, ausrasten oder emotional explodieren", erklärt das Langenscheidt-Gremium den Begriff, der es bereits in die Top 3 geschafft hat.

Die Besonderheit: Nicht immer geht es wirklich darum, dass jemand wirklich überreagiert. Der Begriff kann auch ironisch verwendet werden, insbesondere wenn lediglich eine Kleinigkeit hinter dem Gefühlsausbruch steckt.

Ragebait

Dieser Begriff bezieht sich auf digitale Beiträge in den sozialen Medien. Dabei geht es um Inhalte, die absichtlich eine Reaktion auslösen sollen. "Mit provokanten Takes, offensichtlichen Falschbehauptungen oder komplett wilden Meinungen wird versucht, Wut auszulösen", erklärt das Langenscheidt-Gremium.

Denn Reaktionen sind die Währung auf Plattformen wie Instagram oder Tiktok. Mit Reaktionen kommen Klicks, Kommentare, Shares und Reichweite. Je mehr Aufregung, desto öfter wird ein Beitrag angezeigt, der Algorithmus favorisiert ihn.

Peak

Dieses ursprünglich englische Wort kann eigentlich wörtlich übersetzt werden. Denn es geht um Spitzenwerte, um Höhepunkte und den Gipfel. "Wenn etwas Peak ist, dann ist es das Beste vom Besten. Der absolute Höhepunkt, maximale Qualität oder einfach 10/10", beschreibt das Langenscheidt-Gremium.

Diese Worte gab es in der Abstimmung 2026 noch:

Insgesamt 43 Prozent aller abgegebenen Stimmen sind auf die Top-3-Begriffe entfallen, heißt es in einer Auswertung des zuständigen Verlags. Seit 2008 ermittelt er das Jugendwort des Jahres.

Für den Sprecher des Verlags Langenscheidt gab es eine Überraschung. Das beliebte 67 (Six Seven), das mit einer Geste der Hände einhergeht, hat es lediglich in die Top 10, nicht aber unter die drei beliebtesten Begriffe geschafft. Dabei geht es weniger um eine feste Bedeutung als um Zugehörigkeit. Durch TikTok, Basketball-Memes und vor allem den Song "Doot Doot (6 7)" des US-Rappers Skirlla ging der Trend viral.

"Wir waren uns eigentlich sicher, dass 67 in den Top 3 landen würde", so die Verlagssprecher. "Einmal mehr ein Beweis dafür, wie unvorhersehbar und schnell sich Jugendsprache entwickelt." Dass es sich bei vielen der Wörter um Anglizismen handelt, überraschte den Verlag hingegen weniger. Das war bereits 2023 schon einmal der Fall.

Auch der absolute Klassiker "Digga" war wieder unter den Einsendungen vertreten, auf den ersten Platz hat es der Begriff allerdings noch nie geschafft.

Mit dem Jugendwort des Jahres wird deutlich, wie sehr der Sprachgebrauch von Sozialen Medien geprägt ist.
Mit dem Jugendwort des Jahres wird deutlich, wie sehr der Sprachgebrauch von Sozialen Medien geprägt ist. AP Photo

Darüber hinaus war die Zeile "Du bist gut genug" aus einem Song von KitschKrieg, Shirin David und Blumengarten unter den Top Ten. Der kurze Satz ist auf TikTok und Co. viral gegangen und hat auch das internationale Publikum begeistert. Inzwischen gebe es dem Langenscheidt-Gremium zufolge unzählige Memes, Remixe und Parodien.

Auch der Begriff "Gute Käse", der keine wörtliche Bedeutung hat, aber so viel heißt wie "richtig gut" und "stabil", steht unter den zehn beliebtesten Ausdrücken. "Macker" kann je nach Kontext Boyfriend, Crush, Kumpel oder einfach ein Typ sein. "Schere" kommt aus dem Gaming-Kontext und bedeutet so viel wie "Sorry, mein Fehler".

Noch eine weitere Sprache hielt Einzug in die Top Ten. Die türkische Version des Wortes "super". Bekannt geworden ist der Begriff durch ein virales Video eines Ultramarathonläufers, der nach seinem Lauf auf die Frage "Wie geht's dir?" einfach mit "Süper" antwortete.

"Mehrzweckeier" von Gremium ausgeschlossen

Das Gremium hat dieses Jahr außerdem einen Begriff ausgeschlossen, der vielmals eingereicht wurde: "Mehrzweckeier". Aufgekommen war der Ausdruck bei einer Demonstration gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht. Ursprünglich stand dort die Botschaft "Merz leck Eier", das Plakat wurde von der Polizei beschlagnahmt. Der Demonstrant war mit Ermittlungen aufgrund von übler Nachrede und Verleumdung konfrontiert.

Anschließend rief eine Kampagne auf der Plattform Reddit dazu auf, den abgewandelten Begriff "Mehrzweckeier" als Vorschlag für das Jugendwort des Jahres 2026 einzureichen. Das Gremium hat das ausgeschlossen, "da der Begriff auf eine Kampagne zurückgeht und gleichzeitig auf einer persönlichen Beleidigung beruht", heißt es in der Begründung. Er erfülle gleich zwei zentrale Ausschlusskriterien, so das Gremium.

Gammelfleischparty: Das allererste Jugendwort des Jahres

2008 wurde Gammelfleischparty zum allerersten Jugendwort des Jahres gekürt. Es steht für eine Ü30-Party und ist eine zynische Erinnerung an die Wahrnehmung der jungen Leute.

Anschließend wurden Begriffe wie "hartzen", "Swag" oder das Akronym "Yolo" (you only live once" zum Sieger gewählt.

So viel Beteiligung wie noch nie

Nicht zuletzt dank Social Media und Susanne Daubners Lesungen in der Tagesschau hat die Abstimmung über das Jugendwort des Jahres große Aufmerksamkeit erlangt.

Laut dem Langenscheidt-Gremium lag die Zahl der abgegebenen Stimmen im mittleren sechsstelligen Bereich.

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