US-Präsident Donald Trump hat die südafrikanische Richterin Navi Pillay kritisiert, die in diesem Jahr mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde. Das Nobelpreiskomitee bestehe aus „antidemokratischen Feinden der Zivilisation“.
US-Präsident Donald Trump hat in der Nacht eine lange, scharfe Kritik an der Entscheidung geübt, der südafrikanischen Juristin Navanethem „Navi“ Pillay den Friedensnobelpreis zu verleihen.
In einem Beitrag auf Truth Social nannte Trump die Entscheidung einen „unauslöschlichen Makel für Norwegen“. Zugleich stellte er Pillays berufliche Laufbahn infrage.
„Ich weiß nichts über diese Frau, und niemand sonst weiß etwas über sie! Nach meinem Wissen hat nie jemand von ihr gehört, außer dass sie ganz offensichtlich Israel hasst“, schrieb er und fügte hinzu: „Ich weiß nicht, was diese Frau getan hat.“
Trump sagte weiter, er hätte "acht Friedensnobelpreise gewinnen sollen“, weil er „acht Kriege beigelegt“ habe. Bald werde er „zwei weitere beilegen oder gewinnen“, sagte er mit Blick auf die Konflikte mit Iran und in der Ukraine.
Als Beispiele nannte er Kambodscha und Thailand, Kosovo und Serbien, die Demokratische Republik Kongo und Ruanda, Pakistan und Indien, Israel und Iran, Ägypten und Äthiopien, Armenien und Aserbaidschan sowie Israel und die Hamas.
Trump beschrieb Pillay als „liberale Person, die bei den Vereinten Nationen arbeitet“.
„Der Nobel-‚Friedens‘-Preis ist für immer diskreditiert durch eine kleine Gruppe radikaler Ideologen, die gegen die Demokratie sind und Feinde der Zivilisation!“ schloss er seinen Beitrag.
Der Online-Post folgte auf einen Wahlkampfauftritt am Freitag in Syracuse im US-Bundesstaat New York. Dort hatte Trump die Vergabe des Preises bereits als „schändlich und peinlich“ verurteilt.
Pillay
Pillay wurde in Durban an der Ostküste Südafrikas geboren. Im Jahr 2008 übernahm sie das Amt der Hohen Kommissarin der Vereinten Nationen für Menschenrechte, das sie bis 2014 innehatte.
Früh in ihrer Laufbahn arbeitete sie als Strafverteidigerin für Anti-Apartheid-Aktivistinnen und -Aktivisten und setzte Rechte für die Gefangenen auf Robben Island durch.
Später war sie geschäftsführende Richterin am Obersten Gerichtshof Südafrikas und Richterin am Internationalen Strafgerichtshof für Ruanda.
2003 wurde sie zudem zur Richterin am Internationalen Strafgerichtshof ernannt, wo sie bis 2008 in der Berufungskammer tätig war.
Im Jahr 2025, als sie der Unabhängigen Internationalen Untersuchungskommission zu den besetzten palästinensischen Gebieten, einschließlich Ost-Jerusalem, und Israel vorsass, warf Pillay Israel Völkermord im Gazastreifen vor.
Als sie am Freitag erfuhr, dass sie den Friedensnobelpreis erhält, konnte Pillay einen spielerischen Seitenhieb auf Trump offenbar nicht lassen.
„Wenn Sie noch ein bisschen mehr klatschen, teile ich den Preis vielleicht mit Trump“, sagte sie – offenbar in Anspielung auf die venezolanische Oppositionspolitikerin Maria Corina Machado, die im vergangenen Jahr den Preis gewann und ihn dem amerikanischen Präsidenten überreichte.
USA verhängen Sanktionen gegen IStGH
Unterdessen kündigte US-Außenminister Marco Rubio am Freitag an, die Vereinigten Staaten würden den Internationalen Strafgerichtshof mit Sanktionen belegen. Washington wirft dem Gericht seit Langem „politisierte Maßnahmen“ und eine „Zielrichtung gegen Israel“ vor.
„Wir werden Transaktionen mit diesem Schurkengericht verbieten, seine Ressourcen abschneiden und seine Fähigkeit lahmlegen, gegen uns vorzugehen“, sagte Rubio in einer Videobotschaft, die er in sozialen Medien veröffentlichen ließ.
„Unsere Botschaft ist klar: Die Vereinigten Staaten und das amerikanische Volk unterliegen nicht der Zuständigkeit dieses falschen IStGH“, fügte er hinzu.