In Nepal kämpfen Einsatzkräfte nach erneuten schweren Sturzfluten um das Leben von Betroffenen. Die Wassermassen rissen 45 Häuser fort, mindestens fünf Menschen wurden zunächst noch vermisst.
Heftige Sturzfluten haben am Sonntag Zentralnepal getroffen. Wasser und Schlam rissen Häuser mit. Mehrere Personen wurden zunächst vermisst, die Zahl könnte nach Angaben der Behörden noch steigen. Das Unglück ereignete sich nur wenige Wochen nach verheerenden Überschwemmungen, bei denen Hunderte ums Leben gekommen sind.
In sozialen Netzwerken kursierende Videos zeigten einen dunklen Fluss, der Geröll durch die Hügel im Distrikt Gorkha wälzt.
Die Wassermassen rissen rund 45 Häuser mit. Außerdem beschädigten sie drei Wasserkraftwerke und vier Brücken. Nach Angaben der Katastrophenschutzbehörde retteten Einsatzkräfte mindestens 82 Menschen, darunter neun ausländische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger.
Vier Hubschrauber kamen zum Einsatz, um die Rettungs- und Evakuierungsarbeiten zu unterstützen. Der Pegel des Budhi Gandaki stieg unterdessen weiter. Die Behörden hatten zuvor eine Warnung herausgegeben und die Bewohner aufgefordert, sich vom Fluss in sicherere Gebiete zu begeben.
Nepal noch unter Eindruck jüngster Überschwemmungen
Die neuen Überschwemmungen treffen Nepal in einer Phase, in der sich das Land noch von einer verheerenden Flutkatastrophe erholt. Ausgelöst hatte sie der Einsturz eines Gletschers im Hochgebirge am 26. August. Dabei kamen mehr als 1.400 Menschen ums Leben, über 5.000 gelten seither als vermisst.
„Die Flut sah ähnlich aus ... Es war sehr beängstigend, und für uns fühlt es sich immer noch wie ein Albtraum an“, sagte die lokale Beamtin Laxmi Gurung aus der ländlichen Gemeinde Chumnubri.
Zerstörerische Fluten im Himalaya
Das in Kathmandu ansässige Internationale Zentrum für integrierte Gebirgsentwicklung (ICIMOD) erklärte, die Überschwemmungen verdeutlichten die „Bandbreite an Gefahren, die in Flusssystemen des Himalaya zerstörerische Fluten auslösen können“.
„Die Hilfe für die Betroffenen muss weiterhin oberste Priorität haben. Ebenso wichtig ist es aber zu verstehen, was diese Flut ausgelöst hat. Nur so lassen sich künftige Risiken verringern und die Widerstandskraft stärken“, erklärte ICIMOD-Generaldirektor Pema Gyamtsho in einer Mitteilung.
Starker Regen gegen Ende September hatte bereits Überschwemmungen und Erdrutsche ausgelöst. Nach Angaben der Katastrophenschutzbehörde kamen dabei mindestens 21 Menschen ums Leben.