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Russen fliehen vor Mobilmachung: Mieten in Georgien und Armenien steigen

Russen in Tbilissi
Russen in Tiflis -  Copyright  AP Photo/Zurab Tsertsvadze
Copyright AP Photo/Zurab Tsertsvadze
Von Irina Sheludkova
Zuerst veröffentlicht am •Zuletzt aktualisiert
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In Jerewan (Armenien) kosten 2-Zimmer Wohnungen inzwischen 800 bis 900 Euro. Das entspricht einen plus von 23,5 Prozent. Auch in Tiflis (Georgien) sind die Mieten förmlich explodiert.

In Georgien und Armenien sind die Mieten im Sommer im Jahresvergleich um 20 bis 30 Prozent gestiegen. Viele Russinnen und Russen, die eine neue Mobilisierungswelle für den Krieg Russlands gegen die Ukraine befürchten, suchen Wohnungen in ehemaligen Sowjetrepubliken, in denen sie visafrei bleiben können.

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Am leichtesten erreichbar ist weiterhin Georgien. Russische Staatsbürger dürfen dort bis zu 360 Tage ohne Visum bleiben und können ihren Aufenthalt mit einem kurzen Abstecher in ein Nachbarland verlängern. Inzwischen leben dort Zehntausende von ihnen.

In Tiflis beginnen die Monatsmieten für einfache Wohnungen bei 450 bis 730 Euro. Größere oder gehobene Apartments kosten 910 bis 2.700 Euro und mehr. Das durchschnittliche nominale Monatsgehalt in Georgien liegt laut Nationalem Statistikamt bei rund 2.165 Lari, umgerechnet etwa 750 Euro.

Nach dem Sommerhöchststand sind die Mieten in Georgien etwas gesunken und haben sich weitgehend stabilisiert. Die stärksten Sprünge gab es 2022 und 2023, nachdem Russlands Großangriff auf die Ukraine Anfang 2022 die Preise um 60 bis 70 Prozent nach oben getrieben hatte.

2023 entfielen mehr als 55 Prozent aller Immobilientransaktionen mit ausländischen Käufern auf Russinnen und Russen. Ihr Anteil ist seither um ein Drittel gesunken.

Im Jahr 2026 stellten Georgierinnen und Georgier laut der Investmentbank Galt & Taggart 76 Prozent der Abschlüsse auf dem Erstwohnungsmarkt in Tbilisi. Käufer aus Israel kamen auf elf Prozent, russische auf drei Prozent. In der Schwarzmeerstadt Batumi ist die Nachfrage breiter gestreut.

Russen treiben Armeniens Mietmarkt in die Höhe

Besonders groß ist die Nachfrage in Armenien. Dort ziehen vor allem Russinnen und Russen sowie Armenier, die zuvor in Russland gelebt haben und der Mobilisierung entgehen wollen, nach Jerewan.

Für eine Zwei-Zimmer-Wohnung in der Hauptstadt liegen die Monatsmieten derzeit bei 800 bis 900 Euro. Russische Staatsbürger können visafrei einreisen und bis zu 180 Tage im Jahr bleiben.

Eine neue Steuer von zehn Prozent, die bei der Registrierung von Mietverträgen beim Kataster anfällt, geben Vermieter in der Regel an die Mieter weiter.

Nach Angaben des armenischen Katasterkomitees stiegen die Durchschnittspreise für Wohnungen in Jerewans Mehrfamilienhäusern im August im Vergleich zum Juli um 2,9 Prozent und lagen damit 23,5 Prozent über dem Vorjahreswert. Rund 72 Prozent aller Immobilientransaktionen ausländischer Käufer in Armenien entfallen auf russische Staatsbürger.

Im August waren ausländische Staatsbürger landesweit an 506 Kauf- und Verkaufstransaktionen beteiligt, das entsprach 7,6 Prozent aller Abschlüsse. 70,2 Prozent dieser Käufe – 177 Immobilien – entfielen auf Jerewan.

Der durchschnittliche nominale Monatslohn in Armenien beträgt 320.763 Dram, umgerechnet 790 Euro. In Bereichen wie IT, Finanzwesen und Bergbau liegen die Gehälter deutlich höher.

Belarus: Nächste Station für russische Auswanderer

Belarus zieht seit Beginn von Moskaus großangelegtem Krieg gegen die Ukraine Russinnen und Russen an – zunächst als Transitpunkt, später als neues Zuhause.

Nach der Ankündigung der Teilmobilmachung im September 2022 schoss die Nachfrage nach kurz- und mittelfristigen Mietwohnungen in Minsk und in Grenzstädten wie Brest und Gomel in die Höhe.

Seit die Grenzen Europas für viele Russinnen und Russen geschlossen sind und die Sanktionen verschärft werden, zieht Belarus zunehmend Langzeitbewohner und Immobilienkäufer an.

Russische Staatsbürger können bis zu 90 Tage ohne Anmeldung bleiben. Ein langfristiger Mietvertrag berechtigt sie zu einer befristeten Aufenthaltserlaubnis. Anders als Russland hat Belarus bislang keine umfassenden Internetbeschränkungen verhängt.

Russische Käufer stehen inzwischen für mehr als zehn Prozent aller Immobilientransaktionen in Belarus, nach zuvor zwei Prozent vor einem Jahr, wie die Nationale Katasterbehörde mitteilt.

Die Nachfrage russischer Kundinnen und Kunden nach Wohnimmobilien in Minsk stieg 2026 um zehn bis 15 Prozent, der Quadratmeterpreis für Wohnraum in der Stadt legte im Jahresverlauf um 25,6 Prozent zu.

Die beiden größten Auswanderungswellen aus Russland seit Beginn des Großangriffs ereigneten sich 2022: zunächst im Februar und März, dann im September, als Präsident Wladimir Putin die Teilmobilmachung verkündete.

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