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ASML meldet Rekordumsatz von 11,7 Mrd. € und warnt vor Engpässen bei KI-Nachfrage

ARCHIV: ASML-Firmenzentrale im niederländischen Veldhoven, Januar 2023
Archivaufnahme: ASML-Unternehmenszentrale in Veldhoven, Niederlande, Januar 2023 -  Copyright  AP Photo/Peter Dejong
Copyright AP Photo/Peter Dejong
Von Quirino Mealha
Zuerst veröffentlicht am
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Niederländischer Chipausrüster ASML erwartet trotz Rekordquartalsumsatz von knapp zwölf Milliarden Euro Engpässe bei KI-Maschinen in den Jahren 2027 und 2028 und erhöht seine Umsatzprognose.

ASML, der in den Niederlanden beheimatete Ausrüster der Halbleiterindustrie, rechnet damit, dass die derzeitigen Produktionspläne den Bedarf der Kunden in den Jahren 2027 und 2028 nicht decken werden. Investitionen in künstliche Intelligenz treiben die Bestellungen weiter nach oben.

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Zugleich erzielte der Konzern im dritten Quartal den höchsten Umsatz seiner Geschichte: 11,7 Milliarden Euro. Die Untergrenze der Umsatzprognose für 2026 hob ASML an.

Nach Unternehmensangaben erhöhen die Kunden ihre Bedarfsschätzungen weiter. Sie orientieren sich vor allem daran, wie groß und wie dauerhaft sie den KI-Investitionsboom einschätzen. Einige wollen Maschinen bereits jetzt für 2029 oder 2030 reservieren.

Im Juli hatte der Konzern angekündigt, die Kapazitäten für seine Low-NA-EUV- und DUV-Immersionsanlagen bis 2027 um 30 % auszubauen. ASML ist der einzige Hersteller von EUV-Systemen für die modernsten Chips. Für 2028 prüfte das Unternehmen zudem einen weiteren Anstieg um 30 %.

„Wir prüfen, wie wir die Kapazität 2028 über die bisher kommunizierten 30 % hinaus erhöhen können“, erklärte Vorstandschef Christophe Fouquet in einer Mitteilung.

„Kunden bitten uns buchstäblich jeden Tag um zusätzliche Anlagen“, sagte Fouquet in einem begleitenden Video-Interview.

Rekordquartal für ASML

Der Umsatz im dritten Quartal lag mit 11,66 Milliarden Euro um 55 % über dem Vorjahreswert. Damit erreichte ASML die obere Spanne seiner Prognose von elf bis zwölf Milliarden Euro und lag praktisch auf Höhe des von Bloomberg ermittelten Analystenkonsenses von 11,7 Milliarden Euro.

Der Nettogewinn kletterte auf 5 Milliarden Euro und damit auf mehr als das Doppelte. Dazu trug ein Gewinn von 510 Millionen Euro aus Beteiligungen an anderen Unternehmen bei.

Die Bruttomarge – der Anteil des Umsatzes nach Abzug der Herstellungskosten – lag mit 57,5 % über der eigenen Prognose. Haupttreiber waren 3,3 Milliarden Euro Einnahmen aus Serviceleistungen und Upgrades für bestehende Anlagen.

ASML erwartet nun für 2026 Erlöse von 44 bis 45 Milliarden Euro, zuvor waren es 43 bis 45 Milliarden. Die Bruttomarge soll bei rund 56 % liegen, nach bislang 54 bis 56 %. Für das vierte Quartal stellt das Unternehmen einen Umsatz von 14,2 bis 15,2 Milliarden Euro in Aussicht.

„ASML hat starke Zahlen vorgelegt. Realistisch betrachtet haben sie damit aber nur zu den bereits hohen Erwartungen des Marktes aufgeschlossen“, erklärte Ben Barringer, Leiter Technologieanalyse beim britischen Vermögensverwalter Quilter Cheviot.

KI-Boom auf dem Prüfstand

Die Zahlen folgen auf eine nervöse Woche an den Börsen für KI-Titel.

Am vergangenen Donnerstag gaben Halbleiterwerte nach, nachdem die „Financial Times“ berichtet hatte, dass der auf das Jahr hochgerechnete Umsatz des ChatGPT-Entwicklers OpenAI rund 20 Milliarden Dollar, umgerechnet 17,8 Milliarden Euro, unter den Ende des vergangenen Monats genannten Zahlen liege. Der Unterschied hängt vor allem von der Zählweise ab.

Am Dienstag brachen asiatische Chipaktien ein, nachdem Hock Tan, Chef des US-Chipherstellers Broadcom, erklärt hatte, viele KI-Anleger wüssten gar nicht genau, worin sie investierten. Zugleich sorgten Berichte über Fortschritte des chinesischen Speicherchipherstellers CXMT bei dichteren Speicherchips für Sorgen vor künftiger Konkurrenz und Preisdruck.

Die in Amsterdam notierten ASML-Aktien lagen am Mittwoch gegen 10.00 Uhr MESZ um mehr als drei Prozent im Plus.

Da Halbleiterhersteller ASML-Anlagen lange im Voraus bestellen, gilt der Ausrüster vielen Anlegern als Frühindikator dafür, ob die Ausgabenpläne für KI intakt bleiben.

„Nachhaltiges Wachstum wird sich bis 2027 und 2028 fortsetzen. Der Markt wird aber beginnen zu fragen, ob es ab 2029 Anzeichen für einen Abschwung gibt und was das für ASML bedeutet“, sagte Barringer.

Die Telefonkonferenz für Investoren beginnt am Mittwoch um 15.00 Uhr MESZ. TSMC aus Taiwan, der weltweit größte Auftragsfertiger für Chips und ein wichtiger ASML-Kunde, legt am Donnerstag Zahlen vor.

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